Bezirksliga-Relegation: Meyer hält SVV mit drei Toren am Leben / Endspiel gegen Bremervörde / „Sensationelle Moral“

Hülsen spielt verrückt – nach 0:3 noch 4:3

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Holte den Strafstoß heraus, der Hülsen das 4:3 gegen Lilienthal bescherte: Tugay Dogru (am Ball).

Baden - Von Ulf von der Eltz. Der Traum vom Bezirksliga-Aufstieg schien für den SVV Hülsen schon geplatzt – dann aber spielte die Vorwärts-Elf verrückt: Nach einem 0:3-Pausenrückstand besiegte das Team am Sonntag den SV Lilienthal noch mit 4:3.

Nach Abpfiff stürmte die gesamte Delegation den Platz in Baden – der Vize-Meister der Kreisliga Verden konnte sein Glück kaum fassen. Somit kommt es am nächsten Sonntag (15 Uhr) in Worpswede zum Endspiel gegen den Bremervörder SC, der sich 8:7 nach Elfmeterschießen gegen den Heeslinger SC II durchsetzte. Entgegen aller Gerüchte schafft nur der Sieger den Sprung in die Bezirksliga, unabhängig vom eventuellen Zevener Aufstieg in die Landesliga.

„Einfach eine sensationelle Moral, ich bin richtig stolz auf die Truppe. Wir haben nach dem 0:3 alles oder nichts gespielt und sind tatsächlich noch belohnt worden“, sprudelte es aus Trainer Cord Clausen heraus. Kapitän Carsten Eggers rang nach Worten: „Super, dass wir zurückgekommen sind. Es war ja auch nicht das erste Mal, dass ein 0:3 noch aufgeholt wurde.“

Mausetot schienen die Hülser, als sie in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nach eigenem Eckball und Lilienthals Konter das 0:3 durch Hassan Jaber kassierten (45.+1). Luca Bischoff mit dem frühen 1:0 (2.) und Jaber mit dem 2:0 (38.) hatten gnadenlose Effektivität der Kreis-Osterholzer bewiesen, die auch bessere Spielanlage und Körpersprache auf den Platz brachten.

Dann folgten kurz nach Wiederbeginn innerhalb von vier Minuten die Knackpunkte dieses Halbfinals: Haris Nurkovic verkürzte nach Hacken-Ablage von Tugay Dogru auf 1:3 (47.), dann vergab Yannik Niemann den entscheidenden Punch: Aus kürzester Distanz scheiterte der Lilienthaler am reaktionsschnellen Keeper Bastian Rosilius (51.). „Fällt das 4:1, ist das Match gelaufen“, konstatierten sowohl Clausen als auch sein tief enttäuschter Gegenüber Bülent Kurtulus.

So bot sich den rund 400 Fans plötzlich ein ganz anderes Bild: Hülsen, das nun Jens Baltrusch zurückzog und hinten eins gegen eins spielen ließ, übernahm die Initiative, der Kontrahent erlahmte immer mehr. Als dann Meyer einen Freistoß an der Mauer vorbei zum 2:3 ins Eck zirkelte (53.), bekam die Clausen-Elf die dritte Luft. Abermals Meyer, diesmal mit einem Freistoß-Heber über die Mauer, ließ den SVV-Anhang mit dem 3:3 total ausflippen (59.). Auch die Gelb-Rote Karte gegen Benjamin Bauer, der zuvor behandelt nach dem Ausgleich ohne sich anzumelden auf den Platz stürmte, half Lilienthal nicht mehr auf die Beine. Im Gegenteil: Per Strafstoß nach Foul an Dogru schoss Meyer seine Hülser mit dem 4:3 endgültig ins Finale (83.).

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