KSB-Boss zum Jahreswechsel im Interview / „Enttäuscht über die Ereignisse um das Schiedsrichterwesen im Fußball“

Behling: „Unser Sport ist breit aufgestellt“

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Zieht eine weitgehend positive Jahresbilanz und blickt 2014 zuversichtlich entgegen: KSB-Boss Gerhard Behling. ·

Langwedel - Von Nadja DreyerDie besinnlichen Weihnachtstage sind vorbei, viele sportliche Events des Jahres Geschichte, 2014 liegt vor uns – somit Zeit und Muße, sich mit zurückliegenden und kommenden Ereignissen zu befassen. Gerhard Behling, Boss des Kreissportbundes und Chef von fast 60 000 Sportlern im Kreis Verden, der sich nicht zuletzt durch diese Zeitung ausführlich über den „Großen Sport“ und den Lokalsport informiert, nimmt im Interview Stellung zu vergangenen und künftigen Highlights.

Die Deutschen Fußballfrauen stellten mit einem Altersdurchschnitt von 23,5 Jahren das jüngste EM-Team und gewannen den achten Europameistertitel für ihr Land. Was erwarten Sie von der Deutschen Männernationalmannschaft bei der WM in Brasilien?

Behling:Nach den bisherigen Leistungen in der Qualifikation und in der Vorbereitung gehört unser Team zum engsten Favoritenkreis auf den WM-Titel.

Ganz Deutschland schaute in Wimbledon auf das Damen-Endspiel. Sabine Lisicki stand als erste deutsche Tennisspielerin nach Steffi Graf in einem Grand-Slam-Finale. Wie ist diese Leistung zu bewerten?

Behling:Es wäre schön und sicherlich besonders wichtig für den Tennissport in Deutschland, wenn wir wieder international erfolgreich werden. Insofern hoffe ich, dass der Erfolg von Sabine Lisicki sich weiter festigt.

Vier Weltmeistertitel in Folge – das schafften vor Sebastian Vettel nur Michael Schumacher und Juan Manuel Fangio. Deutschland ist im Vettel-Fieber. Haben auch Sie sich infiziert?

Behling: Infiziert wäre etwas übertrieben formuliert. Aber es ist schon beeindruckend, mit welchem fahrerischen Können Sebastian Vettel die vielen Rennen gewonnen und damit die schon fast historische Leistung vollbracht hat. Es geht also nicht nur mit Technik und Material.

Der FC Bayern ist momentan unschlagbar. Meister, Pokalsieger, Champions League-Sieger, europäischer Super-Cup-Gewinner und Clubweltmeister. Geht da überhaupt noch mehr? Wie stehen Sie als Bayern-Fan zu dieser Übermacht im deutschen Fußball?

Behling: Ja, das ist schon grandios und kaum schlagbar. Aber ist es auch ein wenig bedenklich und vielleicht auch nachteilig für das sportliche Wettbewerbsgeschehen im Fußball. Auch in der aktuellen Bundesligasaison eilt die Mannschaft an der Tabellenspitze auf und davon und macht den Kampf um die Meisterschaft fast langweilig.

Anna Lefers erschwimmt sich den Deutschen Meistertitel über ihre Paradestrecke, Heidrun Schäfer beweist auch als älteres Semester ihre Nervenstärke und wird Deutsche Meisterin mit dem Luftgewehr und die Radpolo-Cracks vom RV Etelsen errangen auch in diesem Jahr wieder die Deutsche Meisterschaft – beachtliche Erfolge der Aktiven aus dem Kreis Verden. Was hat Sie persönlich am Lokalsport begeistert?

Behling:Am lokalen Sportgeschehen begeistern mich immer wieder die unbezahlbaren ehrenamtlichen Leistungen unserer zahlreichen Übungsleiter, Helfer und Vorstandsmitglieder in den 195 Vereinen im Landkreis und in den rund 20 Sportfachverbänden. Bei dem Festakt zur Ehrung unserer Meister am 19. Januar stehen über 200 Sportlerinnen und Sportler im Rampenlicht, die auf Landesmeisterschaften und bei noch höheren Wettbewerben erfolgreich waren. Das zeigt also, dass der Sport in unserer Region breit aufgestellt ist und dass in der Spitze viele Erfolge erzielt wurden – erneut also ein starkes Jahr!

Und was hat Sie am meisten enttäuscht?

Behling:Enttäuscht haben mich die Ereignisse um das Schiedsrichterwesen im Fußball. Ich hoffe, dass sich diese Dinge nicht wiederholen und dass der Sport ausschließlich im Vordergrund steht.

Das mit Abstand einschneidendste Ereignis für den Kreissportbund Verden war jedoch der außerordentliche Kreistag am 21. November, auf dem die Umstrukturierung des Kreissportbundes auf den Weg gebracht wurde. Was kommt nun auf die rund 60 000 Sportler im Kreis Verden zu?

Behling:Unsere Sportler in den Vereinen sollen zukünftig intensiver betreut werden. Wir wollen in enger Zusammenarbeit mit unseren Nachbar-Kreissportbünden Osterholz und Rotenburg die Aus- und Fortbildung der Übungsleiter und der Vereinsführungskräfte ausbauen und den aktuellen Bedürfnissen anpassen. Schwerpunkte sehen wir auch in der Beratung und Unterstützung unserer Vereine und Fachverbände in wichtigen Zukunftsfragen. Deswegen haben wir eine neue Struktur geschaffen und die Kernaufgaben unseres KSB in fünf Handlungsfelder aufgeteilt. Damit verändern sich auch die Aufgaben und die Verantwortungsbereiche unserer Vorstandsmitglieder.

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