Marie Lagershausen in Rad-Bundesliga von Coronavirus gestoppt

Ausgebremst

Beim RV Etelsen sammelte Marie Lagershausen erste Erfahrungen als Radrennfahrerin. Fotos: Lagershausen

Verden/Rotenburg - Von Lea Oetjen. Es sollte ihre erste komplette Saison in der Rad-Bundesliga der Frauen werden. Doch die Corona-Krise hat Marie Lagershausen total ausgebremst – noch bevor es richtig losging. Erst ein Rennen, die UCI Women‘s Tour in Dubai, konnte die gebürtige Rotenburgerin, die in Verden aufgewachsen ist, für ihren Verein, die „Wheel Divas“ aus Berlin, bestreiten – „und damit bestimmt vorerst auch das letzte“, befürchtet die 21-Jährige.

Auch wenn Lagershausen nun erst einmal um die Chance gebracht wird, sich in der Rad-Bundesliga zu beweisen, ist es spürbar, wie dankbar sie generell ist, in einem so starken Starterfeld anzutreten. Schließlich hat sie ihre ersten Radrenn-Erfahrungen erst im Alter von 14 Jahren gemacht – nicht, wie der Großteil der Konkurrenz bereits in der Kindheit. Doch während ihre heutigen Gegnerinnen schon erste Trainingseinheiten auf dem Rennrad absolvierten, verbrachte Lagershausen ihre Freizeit auf dem Pferdehof oder im Schwimmbad. „Allerdings hat mein Reitstall 2011 leider dichtgemacht und da mir das Schwimmen auch keinen Spaß mehr gemacht hat, habe ich damit 2012 auch aufgehört“, erzählt sie.

Jedoch wusste die damals 13-jährige Lagershausen ihre neu gewonnene Freizeit nicht so wirklich zu nutzen. „Ich war ein sehr hibbeliges Kind und bin meinen Eltern – glaube ich – unheimlich auf den Geist gegangen“, erinnert sie sich lachend. Ein neues Hobby musste her. Handball? Tanzen? „Die Sportarten waren für mich also nach wenigen Probetrainings schon wieder gegessen. Ich bin ein ,Körperklaus‘ und kann nicht mit Bällen umgehen“, stellt die BWL-Studentin klar und ergänzt: „Ich wollte einen Sport machen, bei dem ich mich richtig auspowern kann und an der frischen Luft bin.“

Gesagt, getan. Nach kurzer Recherche ist Lagershausen beim Radfahrverein (RV) Etelsen fündig geworden. „Wir waren super viele junge Fahrer. Da habe ich gemerkt, dass Radrennfahren nicht nur ein Einzelkampf ist. Ein starkes Team macht viel aus“, schwärmt sie. Bereits 2014, nur ein Jahr nachdem sich die gebürtige Rotenburgerin beim RV Etelsen angemeldet hatte, qualifizierte sie sich für den Niedersachsen-Kader und machte sich bei den Landesmeisterschaften erfolgreich auf Titeljagd.

Doch dann löste sich beim RV Etelsen die Jugendgruppe auf – „leider. Also war ich ab 2015 bei Rennen auf mich alleine gestellt“, so die 21-Jährige. Ein Zustand, der für ein Nachwuchstalent nicht lange tragbar war. „In Absprache mit den Trainern bin ich dann zur RRG Bremen gewechselt. Das war unabdingbar“, sagt sie. Für die Hansestädter ging Lagershausen an den Start, bis sie ab 2017 aufgrund ihres Abiturs zwischenzeitlich aufhörte. „Danach habe ich ein Auslandsjahr gemacht. In dieser Zeit bin ich keine Rennen gefahren – nur im Winter manchmal auf der Crossstrecke und nur zum Spaß“, erzählt sie.

Nach ihrer Pause „liefen die Rennen überraschenderweise sofort wieder richtig gut. Ich habe mir echt gute Platzierungen trotz starker Konkurrenz erfahren“, weiß Lagershausen noch genau. Durch diese Leistungen seien auch die „Wheel Divas“ aus Berlin, ihrer aktuellen Wahlheimat wegen des Studiums, auf sie aufmerksam geworden. „Wir haben Kontakt aufgenommen und die haben mich während der laufenden Bundesliga-Saison unter Vertrag genommen. Das ist sehr unüblich“, stellt die 21-Jährige klar. Im vergangenen Oktober habe sie bei dem Hauptstadt-Club verlängert – eigentlich um eine ganze Saison in der Bundesliga mitfahren zu können. Doch aus diesem Plan wird – zumindest in diesem Jahr – wegen Corona vorerst nichts mehr.

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