TSV Fischerhude-Quelkhorn blickt positiv in die Zukunft

Fischerhuder Fußballer: Auf den Spuren der alten Recken

Matthias Warnke
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Matthias Warnke verspricht sich noch einiges beim TSV.

Lange waren die Fußballer des TSV Fischerhude-Quelkhorn nur eine Randnotiz. Vorbei waren längst die Zeiten, als der Verein 1976 Kreisliga-Meister wurde und danach binnen drei Jahren bis in die Bezirksoberliga, die heutige Landesliga, aufstieg. Jetzt aber schicken sich die „Nachkommen“ an, in die Fußstapfen der alten Recken zu treten.

  • Nach den Frauen schwimmen nun auch die Herren in der Fußball-Abteilung des TSV Fischerhude-Quelkhorn auf einer Erfolgswelle
  • Trainer-Duo Yannick Becker und Matthias Warnke ebnet den Weg
  • Spartenleiter Julian Kallhardt weiß: Es könnten sehr erfolgreiche Zeiten anbrechen

Fischerhude/Quelkhorn – Das waren in Fischerhude noch Zeiten, als Trainer wie der bereits verstorbene Harald Gutzeit Spielern wie „Chef“ Blanken, Harry Klee, den Blohm-Brüdern Heiner und Claus, den Viebrocks und vielen weiteren alten Recken mehr in den 80er Jahren die Taktik in der Bezirksoberliga vorgab und Siege auf dem Wümme-Sportplatz regelmäßig vor meistens über 500 Zuschauern zünftig gefeiert wurden.

Als die glorreichen Zeiten vorbei waren, talentierter Nachwuchs ausblieb und der TSV Fischerhude zurück bis in die Kreisliga durchgereicht wurde, kehrte die Stille beim Traditionsverein ein. Bis zur Saison 2018/’19. Da entschloss sich der junge Spartenleiter Julian Kallhardt dazu, dem im Herrenbereich völlig unbeleckten Trainer-Duo Yannick Becker (28) und Matthias Warnke (27) das Vertrauen zu schenken. Beide verfügten zuvor nur über Trainerfahrung im Jugendbereich, coachten aber sehr erfolgereich bis zur U19 in der JSG Backsberg. Von da an wirkte es so, als wäre der TSV Fischerhude, jetzt als Gemeinschaftsverein mit dem FC Quelkhorn, aus seinem Dornröschenschlaf wachgeküsst worden, denn der Erfolg kehrte spürbar, wenn auch erst langsam, zurück.

Sicher wecken die Qualitäten einiger unserer Spieler Begehrlichkeiten bei anderen Klubs. Doch ich weiß, dass momentan keiner von ihnen nach links oder rechts schaut. Wir als Trainer übrigens auch nicht.

Yannick Becker

Während die Fußball-Frauen im Verein schon kräftig für Furore in der Bezirksliga sorgten, legten nun die Herren unter Becker/Warnke langsam nach und scherten nach Platz acht im ersten Jahr dann auf die Überholspur aus. So folgte der souveräne Aufstieg in die Bezirksliga. „Und da haben wir jetzt richtig Blut geleckt, wollen die auch auf keinen Fall mehr verlassen. Zumindest nicht mehr nach unten“, sagt da Matthias Warnke. Dafür tun die beiden Erfolgstrainer alles, investieren viel Zeit – sehr viel Zeit.

Auch jetzt während der coronabedingten Zwangspause. So versuchen sie weitestgehend Kontakt zum Team durch zahlreiche Facetime-Telefonate zu halten. „Ich denke, damit können wir das Wir-Gefühl weiter am kochen halten. Das ,Wir-für-dich-und-du-für-uns’ wird in Fischerhude schon immer ganz groß geschrieben. Wir haben derzeit ein tolles Team am Start. Dass uns Corona dieses kaputtmachen könnte, glaube ich einfach nicht. Alle Jungs vermissen das runde Leder unglaublich, warten nur darauf, dass es wieder losgehen kann“, ist Warnke überzeugt, dass er schon bald alle 28 Spieler aus dem Kader wieder auf dem Platz begrüßen kann und auch keiner den Verein verlassen wird. „Sicher wecken die Qualitäten einiger unserer Spieler Begehrlichkeiten bei anderen Klubs. Doch ich weiß, dass momentan keiner von ihnen nach links oder rechts schaut. Wir als Trainer übrigens auch nicht“, schüttelt da Yannick Becker den Kopf. Auch für die beiden Freunde, die seit der frühesten Jugendzeit nur gemeinsam im Fußball auftreten, steht außer Frage, dass sie ein Angebot eines anderen Vereins – wenn denn irgendwann eines kommen sollte – in nächster Zeit annehmen würden. Julian Kallhardt, Fußball-Boss des Wümme-Klubs, ist und bleibt ihr erster Ansprechpartner.

Hier passiert derzeit so viel im und rund um den Verein. Es werden einige spannende Projekte angeschoben, die wir sehr gerne begleiten würden.

Matthias Warnke

Das Trainer-Duo fühlt sich nämlich rundum wohl im Künstlerdorf, denkt überhaupt nicht daran, den TSV zu verlassen. Warnke: „Hier passiert derzeit so viel im und rund um den Verein. Es werden einige spannende Projekte angeschoben, die wir sehr gerne begleiten würden. Wir wären doch wirklich schön blöd, in dieser Hochphase des TSV Fischerhude-Quelkhorn auszusteigen!“

So ist es nicht nur der sportliche Erfolg, der die beiden hält. Viele Hände wollen in diesen Zeiten im TSV dafür sorgen, dass eine Einbahnstraße in der Fußball-Abteilung entsteht. Und die führt nach oben. Zum Beispiel soll in Zukunft eine Tribüne auf dem idyllischen Wümme-Sportplatz entstehen. Und endlich auch ein vernünftiger Ballfangzaun. Eine große digitale Anzeigetafel, die im Kreis ihresgleichen sucht, hat 1. Herren-Spieler Dennis Mahler dabei schon längst gefertigt. Und die hat schon zahlreiche positive Ergebnisse nach erfolgreichen Fischerhuder Spielen angezeigt. Es passt scheinbar derzeit alles bei den Fußballern des TSV Fischerhude-Quelkhorn.

Yannick Becker: „Keiner schaut nach links oder rechts!“

Auch das Verhältnis zu den 1. Damen. Läuft in vielen anderen Vereinen der Frauen-Fußball immer nur noch nebenher, so wird er in Fischerhude-Quelkhorn genauso groß geschrieben, wie der Herren-Fußball. Das Miteinander stimmt untereinander. „Unsere Frauen haben unsere Herren gerade zu einer Lauf-Challenge in Corona-Zeiten herausgefordert. Es geht darum, wer im Monat die meisten Kilometer joggt“, klären Becker und Warnke auf. Sieger des Monats November war übrigens mit Abstand Kevin Sammann. Der Defensivspieler und Ur-Fischerhuder, der bereits Oberliga-Erfahrung beim Nachbarn TSV Ottersberg sammeln konnte, brachte es dabei auf satte 150 Kilometer.

Becker freut’s. „Denn einen speziellen Trainingsplan haben wir in dieser Fußball-Pause keinem unserer Spieler an die Hand gegeben. Wer was und wieviel macht, bleibt jedem selbst überlassen. Doch natürlich ist es vorteilhaft, wenn es nicht zu große Fitnessunterschiede gibt, wenn es wieder losgeht. Wann das auch immer sein wird“, so der ältere Coach, der nicht an den Januar oder auch Februar 2021 glaubt.

Becker will von Saisonabbruch nichts wissen

Für einen Saisonabbruch plädieren dann auch beide Übungsleiter nicht. Becker vehement: „Gute Arbeit und Erfolg muss auch in dieser Saison belohnt werden! Deshalb sollte unbedingt an der ausgegebenen Marschroute festgehalten werden. Und wenn dann erst Ende des kommenden Jahres Schluss wäre, wäre das auch okay!“

Zwar würde dann die Mannschaftsfahrt nach Mallorca, die in diesem Jahr ausfallen musste und ins kommende verschoben wurde, erneut gestrichen werden. Doch das wäre dann so. Großes Ziel ist es nämlich, gleich im Aufstiegsjahr die Meisterrunde zu erreichen. Und vielleicht können die Sammanns, Schröders, Klapp, Masuch, Klee & Co. schon in naher Zukunft eine ähnliche Ära einläuten, wie einst die alten Recken 1976, als diese binnen drei Jahren dreimal aufstiegen. Warum eigentlich nicht?

Spartenleiter Julian Kallhardt blickt zuversichtlich in die Zukunft

Kallhardt: „Im Allgemeinen betrachtet sind wir sicher in einer der erfolgreichsten Zeiten des Vereins unterwegs. Zwar spielte unsere 1. Herren in den 80er Jahren mit meinem Onkel Jochen, Lothar Masuch, Rainer Warnken und den Viebrock- als auch den Blohm-Brüdern in der Bezirksoberliga, was die heutige Landesliga wäre, doch greift unsere Damenmannschaft heute ebenso wie die 1. Herren in der Bezirksliga an und spielt dort eine super Rolle. Zudem hat sich unsere 2. Herren durch einen Doppelaufstieg bis in die Kreisliga gekämpft.

Julian Kallhardt

Für die 1. Herren ist die Rückkehr in die Bezirksliga, nach dem einjährigen Intermezzo 2012 mit den Dreppenstedt-Brüdern, Becker oder auch Seekamp, ein Riesenerfolg und Beweis der guten Arbeit von Matze und Yannick. Ich bin froh, die beiden 2018 zu uns geholt zu haben.“

Von Frank Von Staden

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