Krise beim TBU? Nein, aber . . .

Aufstiegseuphorie nicht nutzen können

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Kreiszeitung Syke

Von Frank von StadenNach der neuerlichen Pleite am Wochenende machen sich beim Oberliga-Aufsteiger TB Uphusen so langsam erste Unmutsäußerungen im Fußball-Umfeld breit.

Sechs Spiele, drei magere Punkte, sieglos, die zweitmeisten Gegentore, Absturz auf den vorletzten Tabellenplatz: Das hatten sich Mannschaft, Trainerstab, Vorstand als auch die Fan-Gemeinde nach der errungenen Landesliga-Meisterschaft nur wenige Wochen zuvor ganz anders vorgestellt.

Doch dieser Absturz hat Gründe, kommt nicht aus heiterem Himmel. Die Wurzel allen Übels liegt dabei in der Vielzahl an Neuzugängen. Sicher, die Mannschaft hat dadurch an Qualität noch einmal zugelegt. Doch während sich die Mitaufsteiger aus Braunschweig, Oldenburg und auch Wunstorf nur punktuell ergänzten und damit erfolgreich den Vorteil der viel gerühmten Aufstiegseuphorie nutzen konnten, befindet sich der TB Uphusen noch immer in der Findungsphase. Personeller Umbau in allen Mannschaftsteilen rief nur eines hervor: Abstimmungsprobleme.

Während die FT Braunschweig als auch der VfL Oldenburg in den ersten sechs Saisonspielen bis auf wenige Ausnahmen der Elf vertrauten, die sich durch den Aufstieg eine enorm breite Brust eingesogen hatte und in der alle Automatismen der Vorsaison griffen, standen beim TB Uphusen bis zu sieben Neuzugänge bei Abpfiff auf dem Feld. Und das schlägt sich eben in der Tabelle nieder. Während Braunschweig sein großes Faustpfand in Platz eins ummünzen konnte, drückte die breite Brust die Oldenburger auf Rang zwei und die Wunstorfer immerhin noch auf Platz vier. Und das kann durchaus die Euphoriewelle verlängern.

Was diese bewirken kann, das konnten auch die Uphuser schon am eigenen Leib erfahren. Denn trotz der vorhandenen Defizite wuchs der Turnerbund im NFV-Pokal über sich hinaus, steht nun schon im Halbfinale.

Nur irgendwann – und das musste bisher jeder Neuling erfahren – verfliegt auch der letzte Duft des Aufstiegs. Normalität kehrt ein. Das wird bei Braunschweig & Co. nicht anders sein. Die Punkte aber, die sie bis dahin sammeln konnten, wird ihnen keiner mehr nehmen können.

Für das neu formierte Team des TB Uphusen indes heißt es jetzt sich so schnell wie möglich zu finden – und sich vor allem nicht „wuschig“ machen zu lassen. Eine Krise sieht nämlich anders aus. Denn in der Mannschaft stimmt es (noch). Und Trainer Andre Schmitz in Frage zu stellen, wie es schon einige im Umfeld hinter (noch) vorgehaltener Hand tun, ist völliger Schmarrn! Wie schwer es ist, eine Vielzahl von Neuzugängen in ein zuvor gut funktionierendes Team zu integrieren, zeigte sich in den letzten Jahren beim Klassenpartner und Kreisrivalen TSV Ottersberg, bei dem Trainer Axel Sammrey aufgrund einer großen Fluktuation ständig Aufbauarbeit leisten musste. Rein sportlich hätte das zuletzt den Klassenerhalt gekostet. Schon deshalb zog der 56-jährige Übungsleiter diesmal die Reißleine und trennte sich früh von einigen Spielern, um einem überschaubaren Kader so schnell wie möglich die nötigen Automatismen einimpfen zu können.

Dieselbe Arbeit wartete und wartet auch weiterhin auf Andre Schmitz und seinen Co-Trainer Sven Zavelberg. Wie gesagt: Derzeit fehlt es beim Turnerbund mit Sicherheit nicht an der nötigen Qualität, sondern stimmt einfach das Feintuning noch nicht. Den Mechanikern da mit Aktionismus aus dem Hintergrund Knüppel zwischen die Beine zu werfen, wäre nicht nur dumm, sondern kontraproduktiv!

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