Horst Rimkus übergibt Turnier- und Ausbildungsstall an Jaqueline Hustedt

Aufhören, wenn es am schönsten ist

Nicht nur Ausbildungs- und Turnierreiter Horst Rimkus (l.) zeigte sich mit dem Verkauf seines Stalls an Jaqueline Hustedt zufrieden, sondern auch Stedorfs Bürgermeister Alexander von Seggern (kl. Bild). 
Fotos (2): Niemann
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Nicht nur Ausbildungs- und Turnierreiter Horst Rimkus (l.) zeigte sich mit dem Verkauf seines Stalls an Jaqueline Hustedt zufrieden, sondern auch Stedorfs Bürgermeister Alexander von Seggern (kl. Bild). Fotos (2): Niemann

Stedorf – Der Turnier- und Ausbildungsstall von Horst Rimkus in Stedorf bekommt eine neue Chefin und einen neuen Namen: Jaqueline Hustedt aus Langwedel hat die Anlage gekauft und wird den Betrieb ab 1. Juli unter der Bezeichnung „Beritt- und Pensionsstall J.H.“ führen.

An der offiziellen Vorstellung der Nachfolgerin nahm auch Bürgermeister Alexander von Seggern teil, der der jungen Frau den persönlichen Wunsch mit auf den Weg gab, dass sie an das von ihrem Vorgänger Erreichte anknüpfen, ebenso erfolgreich wirken möge und dass auch Sie den Namen der Gemeinde in die Weite transportieren werde.

„Man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am Schönsten ist“, sagt Horst Rimkus, der sein, wie er betont, Lebenswerk mit einem lachenden und einem weinenden Auge an die neue Eigentümerin übergibt. „Ich bin in der glücklichen Lage, dass der Entschluss zu verkaufen ohne jeden Druck entstanden ist. Ich wollte verkaufen, musste es aber nicht!“

Fast 24 Jahre – am 15. Oktober 1996 war Eröffnung – hat Rimkus das Unternehmen geführt und sich sowohl der Ausbildung von Pferden als auch deren Präsentation auf Turnieren mit sportlichem Können, Kompetenz und mit viel Herzblut, Freude und Engagement gewidmet. „Ich sitze insgesamt seit 45 Jahren im Sattel und habe auf dem Rücken der Pferde sicher schon mehrmals die Erde umrundet. Der Kontakt zu den Tieren und der zu den Kunden war mir immer dabei stets wichtig und er hat sich in der Regel meist wie von selbst eingestellt“, betont der Pferdewirtschaftsmeister, der nicht wenige seiner Kunden und Pferdebesitzer bereits seit Jahrzehnten kennt. Rimkus erzählt weiter, dass er den Schritt seines beruflichen Rückzugs von langer Hand geplant habe. „Als ich vor zwei Jahren meine Hüft-OP hatte, habe ich mir erstmals solche Gedanken gemacht. Meine Frau Nicole war anfangs nicht begeistert, aber auch sie habe ich dann in ganz kleinen Schritten von der Richtigkeit dieser Entscheidung überzeugt.“ Er habe aufhören wollen, solange er körperlich noch fit und auf dem Pferderücken noch nicht peinlich wirke. Und dass gerade Jaqueline Hustedt, die er bereits aus ihren Anfängen als Reiterin kenne, seine Nachfolge antrete, mache ihn geradezu glücklich. „Das ist einfach optimal. Wir ticken ähnlich. Ich weiß die Anlage bei ihr in guten Händen. Eine bessere Nachfolge kann ich mir nicht vorstellen.“

Ein Traum erfüllt sich ebenfalls für die neue Inhaberin. Sie hat im Herbst vergangenen Jahres ihre Ausbildung als Pferdewirtin abgeschlossen und war bis vor Kurzem im Stall des Deutschen Derbysiegers Pato Muente in Soltau angestellt. Außerdem hat sie zwei Jahre in dem südafrikanischen Gestüt Callaho gearbeitet. „Eine eigenen Reitbetrieb zu führen war bereits mein Jugendtraum“, sagt die 23-Jährige, die im Turniergeschehen bis zur schweren Klasse überaus erfolgreich mitmischt. Sie wolle am Konzept zunächst nicht viel verändern, nehme allerdings auch Pensionspferde auf und werde den Betrieb schon dadurch noch breiter aufstellen. Neuerungen würden sich dann eher aus den Ansprüchen der Kunden ergeben und daraus, wie sich der Pferdesport überhaupt entwickele. Weiterentwicklung und Konkurrenzfähigkeit sei für sie schon ein Thema, „mir ist schließlich klar, dass ich mithalten muss, um konkurrenzfähig zu bleiben“, folgert die junge Frau, die ihre Reiter-Gene im großelterlichen Erbe vermutet.

Wird der bisherige Chef ab und zu nach dem Rechten sehen? „Ja! Aber nur, wenn es erwünscht ist. Ich komme nur, wenn ich gerufen werde“, sagt Rimkus, der die neu gewonnene Freiheit zunächst einmal in seine zahlreichen Hobbys investieren will. „Ab dem 1. Juli mache ich zunächst einmal nichts. Ich melde mich erst wieder zurück, wenn ich vom Motorrad- und Fahrradfahren, vom Paddeln und Schwimmen genug habe. Und ich schätze, dass wird nach etwa acht Wochen sein“, erzählt der erfolgreiche Reiter im „Unruhestand“, der dann auch sein Engagement im Prüfungsausschuss der FN, bei der Landwirtschaftskammer oder in der Bundesvereinigung der Berufsreiter wieder fortsetzen will.

Von Christel Niemann

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