Morsumerin biss sich durch schwierige Corona-Saison

Aufgeben war für Maren Thalmann keine Option

Maren Thalmann
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Geschafft, aber zufrieden: Nach dem „Stayathomemarathon” als Alternative für den Hannover-Halbmarathon genoss Maren Thalmann das Finisherbier.

Morsum – Maren Thalmann steckte voller Tatendrang. Die Triathletin aus Morsum hatte sich für 2020 extrem viel vorgenommen. Neben einigen kleineren und schönen Wettkämpfen sollte nach einer fünfjährigen Anlaufzeit im Juni der Ironman in Kraichgau gefinisht werden. Dazu stand die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften der Altersklassen auf der olympischen Distanz in Bremen sowie zwei Landesmeisterschaften auf dem Programm.

„Aber es kam alles ganz anders. Denn das Coronavirus hat unser aller Leben verändert. Doch ich habe trotzdem weiter trainiert, als würde es die Pandemie nicht geben. Schließlich stirbt die Hoffnung ja bekanntlich zuletzt. Daher hatte ich auch immer die Hoffnung, dass ich irgendwo doch noch an den Start gehen kann“, berichtet die Morsumerin.

Aber daraus wurde nichts, denn es hagelte eine Absage nach der anderen. Angefangen mit dem Trainingscamp auf Fuerteventura. Zwar wurde mit der Insel Lanzarote, die zu diesem Zeitpunkt noch coronafrei war, schnell eine Alternative gefunden, doch auch dort wurde Thalmann von der Pandemie eingeholt. „Ich war vier Tage lang im Hotel eingesperrt“, erinnert sich Thalmann. Endlich wieder zu Hause dann der nächste Schlag. Sowohl der Ironman in Kraichgau als auch DM in Bremen sowie beide Landesmeisterschaften fielen dem Virus zum Opfer.

Ab Juli einige Siege gefeiert

Nur gut, dass Hannover im April zum „Stayathomemarathon” aufgerufen hatte. „Ich hatte dort für den Halbmarathon gemeldet. Den bin ich dann kurzerhand zu Hause gelaufen. Und dank der Unterstützung meiner Familie, die mir ein wettkampfähnliches Event mit Zieleinlauf und Finisherbier kreiert hatte, wurde dieser Lauf tatsächlich zu einem einmaligen und schönen Erlebnis“, sagt Thalmann, für die es im Anschluss vom Veranstalter neben der Startnummer auch ein Finishershirt und eine Medaille gab.

Was folgte, waren zwei Monate, in den zunächst nichts passierte. Erst im Juli liefen die ersten Wettkämpfe langsam, aber sicher wieder an. „Ein Freund aus Kiel hat mir dann den Tipp gegeben, dass ich nach Leipzig zum Sonnenwendschwimmen fahren kann. Das habe ich auch gemacht und dort in meiner Altersklasse über die 3000 Meter-Distanz gewonnen“, blickt Thalmann zurück.

Als Nächstes ging es Ende August, wieder nach einem Tipp aus der Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins, zum Triathlon nach Wanderup. Allerdings galt es dort eine große Hürde zu meistern. „Ausgerechnet an diesem Tag goss wie aus Eimern und Sturzbäche liefen über die Straße. Das Wettkampfgelände stand unter Wasser. Da es aber mein erster Triathlonwettkampf in dem Jahr werden sollte, habe ich nicht einmal daran gedacht, nicht zu starten. Die enge kurvige Radstrecke war deshalb eine riesige Herausforderung“, erinnert sich Thalmann, die den Wettkampf auf Platz zwei ihrer Altersklasse beendete.

Mir fehlte die Unbeschwertheit

Morsums Ausdauer-Athletin Maren Thalmann über die Wettbewerbe in 2020

Nunmehr endgültig im Wettkampfmodus angekommen, ging es nur zwei Wochen später zum F60-Triathlon in Brandenburg über die olympische Distanz. Dabei erwartete die Teilnehmer eine gigantische Kulisse. Aber auch eine enorme Anstrengung. „Die Laufstrecke war für mich die Hölle. Gute Läufer haben sicherlich ihre Freude an dieser landschaftlich wunderschönen und abwechslungsreichen Strecke gehabt. Für mich waren die Steigungen, der tiefe Sand und das Geröll eine riesige Herausforderung“, hat Thalmann die Strapazen nicht vergessen. Dennoch war die Morsumerin in ihrer Altersklasse einmal mehr nicht zu schlagen.

Zum Abschluss ging es noch einmal an die dänische Grenze, auf die schöne Insel Fehmarn. Thalmann hatte ursprünglich für den Triathlon gemeldet. Der wurde aber in einen Swim & Run umgewandelt: „Da das Radfahren zu meiner besten Disziplin geworden ist, war das für mich nicht gerade ein Vorteil.“ Da die Strömung in der Ostsee an diesem Tag zu stark war, musste der Start in die andere Richtung stattfinden. „Ausgerechnet in meiner Lieblingsdisziplin wäre ich fast an der Hürde Ostsee gescheitert und wollte schon zurückschwimmen. Ich bekam Panik in der schaukelnden Ostsee. Irgendwie habe ich mich dann doch noch die 1000 m im Meer durchgekämpft und wollte nur noch finishen“, hatte die Morsumerin eine Platzierung zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr im Blick. Da es ihren Konkurrentinnen aber scheinbar auch nicht anders ging, stand Thalmann am Ende doch wieder ganz oben auf dem Podest in ihrer Altersklasse.

Die Ausdauer-Athletin hofft nun, dass die vergangene Saison einmalig bleibt. „Ich hoffe, dass dieses Jahr wieder alles anders wird. Und zwar so, wie es vor Corona war. Denn auch wenn es für mich ein einigermaßen versöhnlicher Saisonabschluss 2020 war, fehlt mir vor allen Dingen die Unbeschwertheit bei den Wettkämpfen.“  kc

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