Auch Marcel Brendel kann es im Derby nicht richten – 1:3

Ottersbergs Neuzugang Marcel Brendel (rechts) feierte im Derby gegen den Rotenburger SV und Björn Mickelat sein Debüt und kassierte eine 1:3-Niederlage. Foto: Freese

Ottersberg - Von Matthias Freese. Na klar, dass nach dem Abpfiff die altbekannten Lieder erklangen. Erst sangen die Landesliga-Fußballer des Rotenburger SV „Derbysieger, Derbysieger“, dann folgte noch das ebenso beliebte „Spitzenreiter, Spitzenreiter“. Dem gastgebenden TSV Ottersberg blieb nur die Rolle des Statisten. Im Wümme-Derby hatte der RSV für recht klare Machtverhältnisse gesorgt, sich mit einem 3:1 (2:0) den zweiten Sieg am zweiten Spieltag geholt und gleichzeitig Revanche für die Pokalschlappe vor zweieinhalb Wochen genommen.

Ottersbergs Coach Jan Fitschen, der von seiner Elf kein Geschenk zu seinem 37. Geburtstag in Form von Punkten erhielt, blieb nur der Galgenhumor. „Dann können es die Jungs ja jetzt beim Altpapiersammeln besser machen“, dachte er schon an die Schicht am nächsten Morgen. Er gestand: „Wir haben nicht stattgefunden, hatten nicht die nötige Mentalität und waren vom Kopf her nicht da. Mit unserer Passivität haben wir uns die Niederlage selbst eingebrockt.“ Tim Ebersbach, Trainer des RSV und Fitschens ehemaliger (Mit-)spieler betonte indes: „Das tut gut. Ich finde, dass wir uns den Sieg verdient haben. Ottersberg ist 25 Minuten gut angelaufen, aber bei Balleroberung hatten wir extrem viele Räume, aus denen wir noch mehr hätten machen müssen.“

Keine Rolle spielte dabei Marcel Brendel. Der Offensivmann, der bereits beim RSV zugesagt hatte, um dann doch nach Ottersberg zu wechseln, stand entgegen vorheriger Aussagen doch in der Startelf und agierte im zentralen Mittelfeld. „Ich habe fünf Sekunden komisch geguckt“, verriet Ebersbach seine Verwunderung beim Blick auf die Aufstellung. Brendel hatte sich rechtzeitig aus dem Urlaub zurückgemeldet, begann auch gut, wurde aber mit zunehmender Spieldauer immer unauffälliger.

Ohnehin bestimmte der RSV die Partie, auch wenn er mit unnötigen Ballverlusten Ottersberg immer wieder ins Spiel brachte. Nur: Die Gastgeber wussten damit nichts anzufangen und produzierten kaum Tormöglichkeiten. Erst in der 89. Minute nutzte der über die linke Seite enteilte Jan Stubbmann nach einem Pfostenknaller den zweiten Nachschuss zum 1:2. „So ein Scheiß-Gegentor“, ärgerte sich Routinier Björn Mickelat. Doch die laufstarken und bissigeren Rotenburger spielten weiter mutig nach vorne und verpassten Ottersberg durch zwei Einwechselspieler dann noch den endgültigen Knock-out. Stephane Sylla steckte auf Michel Müller durch – und der traf mit seinem ersten und einzigen Ballkontakt. „Mehr brauchte ich heute nicht“, kommentierte der Torschütze später keck.

Schon zur Pause hätte der RSV deutlicher führen können. Jan Friesen gelang in der elften Minute die Führung, nachdem sich Mickelat den langen Ball von Abwehrchef Christoph Drewes im Duell gegen Leonard Belba gesichert hatte. Belba hatte eine gute Viertelstunde später noch Glück, dass er als letzter Mann nach einem Foul an Friesen nur Gelb von Referee Lorenz Gehrmann sah (27.). Für die sichere Halbzeitführung sorgte in der Nachspielzeit Yannik Funck per Freistoß, bei dem der sonst mehrfach glänzend parierende Keeper Felix Mindermann nicht ganz so gut aussah.

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