VER-Dinale laut Turnier-Chef Kurt-Henning Meyer aber nicht wie andere Reitsport-Events gefährdet

„Auch wir haben zu kämpfen“

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Kurt-Henning Meyer sieht die VER-Dinale auf dem richtigen Weg.

Verden - Von Jürgen HonebeinDas Verdener Hallenreitturnier VER-Dinale hat eine lange Tradition und findet in diesem Jahr zum 39. Mal statt. Wir führten mit dem langjährigen Vorsitzenden des Rennvereins Verden und Turnierleiter Kurt-Henning Meyer das folgende Interview.

Herr Meyer, sind Sie mit der Anzahl der Nennungen zufrieden und sind genügend prominente Reiterinnen und Reiter darunter?

Kurt-Henning Meyer:„Mit der Zahl der Nennungen bin ich sehr zufrieden. Sie ist wie im letzten Jahr sehr hoch, andererseits aber in einem Rahmen, der uns eine gute zeitliche Planung ermöglicht. Dauer und Ablauf der Prüfungen müssen auf der einen Seite für die Reiter sportlich und fair sein, auf der anderen Seite den Zuschauern spannende Wettkämpfe bieten. Erneut haben Deutsche Meister, Europa- und Weltmeister aus insgesamt 16 Nationen in Verden genannt, wodurch die sportliche Bedeutung dieses Turniers unterstrichen wird.“

Die Bedingungen bei der VER-Dinale sind für Aktive, Funktionäre, Zuschauer und Pferde optimal. Welcher Veranstalter verfügt schon über eine große Haupthalle und zwei Abreitehallen. Müsste daher das Nennungsergebnis nicht noch mehr prominente Namen aufweisen?

Meyer:„Man muss doch die Relationen im Auge behalten oder einfach gesprochen die Kirche im Dorf lassen. Wenn man bedenkt, wie viele internationale Turniere es in Deutschland und ganz Europa gibt, die die Spitzenreiter in ihrer Jahresplanung in einem pferdegerechten Rhythmus berücksichtigen müssen, muss jedem, der die Turnierszene kennt, klar sein, dass nicht alle Topreiter auf jedes nationale Spitzenturnier gehen können. Mit der Zahl der hier in Verden anreisenden Spitzenreiter, unter ihnen der „Rider of the Year 2013“ Carsten-Otto Nagel, sind wir sehr zufrieden.“

Die Zuschauerzahlen waren in den vergangenen Jahren trotz viel Werbung im Vorfeld und trotz nicht erhöhter Eintrittspreise nicht immer zufriedenstellend. Was kann man als Veranstalter noch dagegen tun?

Meyer:„Nachdem die Zuschauerzahlen jedes Jahr leicht zurückgegangen sind, konnten wir zuletzt eine Stagnation feststellen. Zwar muss man auch berücksichtigen, dass der Eindruck in der Halle oft täuscht, weil wir bekanntlich ganztägig gültige Eintrittskarten verkaufen, so dass viele Plätze, die am Vormittag zum Beispiel bei der Dressur noch besetzt waren, am Nachmittag leer sind, weil der Besucher nicht den gesamten Tag über in der Halle bleibt. Andererseits haben alle Live-Veranstaltungen das Problem rückläufiger Zuschauerzahlen. Fast jede Sportveranstaltung kann heute online im Live-Stream zu Hause auf dem Schirm oder unterwegs auf dem Tablett oder dem Smartphone verfolgt werden. So wie Bücher zum großen Teil nicht mehr im Buchladen gekauft, sondern online bestellt werden, verhält es sich auch mit der Verfolgung bzw. dem Besuch von Sportveranstaltungen. Was kann man tun? Noch mehr als in den letzten drei Jahren wollen wir das Angebot im Rahmenprogramm stärken. Wir haben jetzt in den neuen Räumen der Niedersachsenhalle wesentlich mehr Ausstellungsfläche. Abends gibt es eine Turnierlounge und für die Jüngeren die Jump & Rock Fete. Wir hoffen, aus der Kombination der sportlichen und der unterhaltenden Veranstaltung wieder mehr Zuschauer, vor allen jüngere, gewinnen zu können.

Die großen Hallenturniere in Hannover und Bremen wird es im nächsten Jahr mangels Sponsoren nicht mehr geben. Kann die VER-Dinale davon profitieren oder ist das Verdener Hallenreitturnier im Jubiläumsjahr 2015 auch gefährdet ?

Meyer:„Ich bin davon überzeugt, dass die VER-Dinale auch im Jahre des 125-jährigen Gründungsjubiläums des Rennvereins stattfinden wird. Natürlich haben wir auch mit den Problemen zu kämpfen, die zum Beispiel zur Beendigung der Euro-Classics in Bremen und der German-Classics in Hannover geführt haben beziehungsweise führen werden. Die Bereitschaft und die Möglichkeit vieler Organisationen und Unternehmen, Sportveranstaltungen zu fördern, sind deutlich zurückgegangen. Wir können uns freuen, dass wir trotz des Verlustes unseres bisherigen Hauptsponsors immer noch auf etliche Treuesponsoren zurückgreifen können.“

Was wünschen Sie sich für die VER-Dinale 2014 und auf welche Prüfungen freuen Sie sich besonders ?

Meyer: „Ich wünsche mir faire, spannende, vor allem aber unfallfreie Wettkämpfe. Ich wünsche mir viele Zuschauer, die am Ende der Veranstaltung zufrieden nach Hause gehen. Viele unser Prüfungen sind sehr interessant. Ohne die anderen zurückstellen zu wollen, freue ich mich ganz besonders auf das Finale im Bundesnachwuchschampionat der Pony-Springreiter.“

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