Verband unterbricht den Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung / Vereine nicht überrascht

Auch der Handball ruht bis Ende des Jahres

Für den Handball ist das Jahr vorzeitig beendet. Auch der HVN kapituliert vorerst vor der Corona-Pandemie.
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Für den Handball ist das Jahr vorzeitig beendet. Auch der HVN kapituliert vorerst vor der Corona-Pandemie.

Verden – Nachdem bereits im Tischtennis, Basketball und Korbball der Spielbetrieb aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochen wurde, hat nun auch der Handball-Verband Niedersachsen (HVN) nachgezogen. Mit Ausnahme der weiblichen und männlichen B- und C-Jugend in den Oberligen wird der Spielbetrieb zunächst mit sofortiger Wirkung bis zum Jahresende eingestellt. „Natürlich hätten wir gerne eine vernünftige Saison gespielt. Aber letztlich ist die Entscheidung nur logisch und konsequent“, zeigte sich Cord Katz, Manager des Oberligisten SG Achim/Baden, nach Erhalt der Nachricht keinesfalls überrascht.

Zumal sich im Rahmen einer Onlineumfrage unter den Mitgliedsvereinen mehrheitlich für eine Unterbrechung ausgesprochen wurde und der das HVN-Präsidium gefolgt ist. „Das Votum unserer Vereine war eindeutig. Somit hatten wir im Präsidium eine leichte Entscheidung zu treffen“, sagt HVN-Präsident Stefan Hüdepohl. Im Gegensatz zu den meisten HVN-Regionen soll die Spielpause auf Verbandsebene jedoch nur bis zum 31. Dezember gehen. „Wir hoffen, dass sich die Lage schnell entspannt, sodass wir möglichst bald wieder unserem Sport nachgehen und den Regelspielbetrieb ab Anfang Januar wieder aufnehmen können“, erklärt Vizepräsident Spieltechnik Jens Schoof und ergänzt. „Wir werden die pandemische Lage aber stetig beobachten und entsprechend informieren und beraten.“

Aufgrund der avisierten kurzen Unterbrechung ist es den HVN-Verantwortlichen wichtig, dass die Vereine ihrerseits den Trainingsbetrieb aufrechterhalten. „Es wird in dieser Saison keine 6-wöchige Vorbereitungszeit zum Restart geben“, so Schoof.

Trainingsbetrieb für die Vereine unter 2G-Plus Bedingungen kaum zu leisten

Für Cord Katz ist das allerdings nur schwer nachzuvollziehen. „Ich kann mir kaum vorstellen, wie wir den Trainingsbetrieb unter den gegebenen Vorgaben aufrechterhalten wollen. Das ist für die Vereine kaum zu leisten. Daher sehe ich, sollte dann Anfang Januar wieder gespielt werden können, große Probleme auf die Mannschaften zukommen“, denkt er in erster Linie an das höhere Verletzungsrisiko. Ins gleiche Horn stößt auch Marc Winter, der gemeinsam mit Lars Müller-Dormann für die Geschicke von Verbandsliga-Tabellenführer TV Oyten zuständig ist. „Der zusätzliche Aufwand ist meiner Meinung nach nicht machbar für einen normalen Verein. Darüber hinaus ist es ja auch mit einigen finanziellen Kosten verbunden“, so Winter.

Für Timo Lütje, Trainer der Landesligadamen des TSV Morsum, kam die Entscheidung des Verbandes ebenfalls nicht überraschend. „Allerdings hatte ich schon damit gerechnet, dass die Unterbrechung bis Ende Januar geht“, hält er den Termin des angedachten Re-Starts für unrealistisch. Unabhängig davon hatte sich der Morsumer Coach mit seinem Team bereits am Dienstag darauf verständigt, dass der Trainingsbetrieb ohnehin bis Ende des Jahres eingestellt wird. „Alle haben natürlich ihre Aufgaben bekommen. Aber wir waren uns sehr schnell einig, dass ein Training unter 2G-Plus mit einem zu hohen Aufwand verbunden ist.“

Re-Start des Spielbetriebs ist für Anfang Januar geplant

Auch Ingo Ehlers, Trainer des Verbandsligisten TSV Daverden, hatte sich gedanklich für die nächsten Wochen schon auf einen deutlich reduzierten Trainingsbetrieb eingestellt. „Allerdings kam dann das Signal aus der Mannschaft, dass alle auch weiterhin zweimal in der Woche in die Halle kommen wollen. Das ist zum einen sicherlich der Tatsache geschuldet, dass wir in der Tabelle ziemlich weit unten stehen. Aber auf der anderen Seite haben die Jungs gesagt, dass sie sich ja auch testen lassen müssen, wenn sie ins Fitnessstudio gehen wollen“, klärt Ehlers auf. „Daher gucke ich mir mal an, ob das dann auch alles klappt und alle mitziehen. Ansonsten reduziere ich natürlich sofort die Einheiten“, rechnet Ehlers ohnehin damit, dass die Unterbrechung bis Ende Februar dauern wird. Sollte es letztlich dazu kommen, stellt sich natürlich die Frage, wie die Saison dann zu Ende gespielt werden kann. „Sicherlich ist eine Verlängerung bis zum 30. Juni möglich. Aber auch dann wird es alles andere als einfach. Denn es würde vermutlich bedeuten, dass wir einige englische Wochen zu absolvieren hätten. Daher gehe ich eher davon aus, dass der Verband für den Fall der Fälle schon einen Plan B in der Schublade hat“, wäre für Katz gut denkbar, dass lediglich die Vorrunde zu Ende gespielt wird. „Dann hätte jede Mannschaft gegen jeden Gegner einmal gespielt. Zumal es ja auch Auf- und Absteiger geben muss.“ Denkt Ingo Ehlers an mögliche englische Wochen, sieht er neben der zusätzlichen Belastung für seine Mannschaft noch weitere Probleme auf den Verband zukommen. „Im Rahmen der Onlineumfrage sind auch die Schiedsrichter zu Wort gekommen. Von denen haben sich 50 Prozent gegen eine Fortführung ausgesprochen und auch klar zu verstehen gegeben, dass sie bei einem ähnlichen Pandemie-Verlauf nicht mehr zur Verfügung stehen. Sollte das eintreten, können die Spieltage wohl nicht mehr komplett durchgezogen werden. Und dann kann ich mir nicht vorstellen, wie die Saison vernünftig beendet werden soll.“

Von Kai Caspers

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