14-Jähriger träumt vom Titel des Europameisters im Voltigieren / Aufnahme in Bundeskader

Arne Heers hat seine Passion gefunden

Bei seinen Übungen bildet Voltigierer Arne Heers mit seinem Wallach Lepido eine perfekte Symbiose.
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Bei seinen Übungen bildet Voltigierer Arne Heers mit seinem Wallach Lepido eine perfekte Symbiose.

Hülsen – Schon im zarten Alter von vier Jahren hat sich der Hülsener Arne Heers für das Reiten begeistert. Dann entdeckte er das Voltigieren für sich und hat dort nun endgültig seine sportliche Passion gefunden. Denn seitdem hat der Youngster mit der klassischen Reiterei nichts mehr am Hut. „Voltigieren ist mein Ding“, sagt der 14-Jährige, der nach Aussage seiner Mutter und Trainerin Anika schon als kleiner Knirps tönte, dass er später einmal Europameister werden will. Und genau dieses Ziel ist für den jungen Sportler nun ein gutes Stück näher gerückt: Bundestrainerin Ulla Range und Disziplintrainer Kai Vorberg haben den talentierten Voltigier-Nachwuchs in den Bundeskader der Voltigierer NK 2 berufen.

Wenn Arne Heers mit scheinbarer Leichtigkeit auf den stoisch dahin galoppierenden Lepido springt, geht es für den jungen Mann gleich in zweifacher Hinsicht hoch hinaus. Denn zum einem verfügt der 11-jährige Hannoveraner Wallach als Voltigierpferd über ein beachtliches Stockmaß und zum anderen möchte Arne Heers die sportliche Erfolgsleiter möglichst hoch erklimmen. Und dafür nimmt der Neuntklässler des Verdener Domgymnasiums jede Menge in Kauf, denn das Hobby ist zeitaufwendig: zweimal wöchentlich steht ein Training beim RV Hülsen an. Ebenso oft geht es nach Oldenburg, um im dortigen Junior-Team Oldenburg im Landesverband Weser-Ems zu trainieren. Und künftig stehen dann auch noch weitere Lehrgänge auf Bundesebene an.

Was ist eigentlich dran an den turnerisch-gymnastischen Übungen zu Pferd, die die Reiterwelt in zwei Lager spalten? Was ist der Reiz an dieser Sportart und dem zeitintensiven und anspruchsvollen Training? „Zunächst einmal ist er ja quasi mit dem Voltigieren aufgewachsen“, antwortet seine Mutter, die, ehe sie sich als Trainerin etablierte, selbst eine erfolgreiche Turnerin auf dem Pferderücken war. Arne selbst beschreibt seinen Sport als toll. Zudem findet er es schön, dass er ein Hobby hat, welches nicht Jedermanns Sache ist und zudem gemeinsam mit einem Lebewesen und nicht mit toter Materie ausgeübt wird. Denn bei der respektablen Höhe auf dem galoppierenden Pferd, mit den Salti oder Sprüngen, brauche es neben Mut und einer guten körperlichen Konstellation vor allem großes Vertrauen in den Sportpartner Pferd. Aber Arne lobt auch die Vielfalt des Sports, die Kombination aus Kunstturnen und Pferdesport sowie das auffallend harmonische Miteinander im Kreis der gleichgesinnten Sportler. „Die Voltigierer sind füreinander da. Ich fühle mich dort wohl“, ergänzt er und räumt zugleich ein, dass er wegen seines Sports auch schon so mancher Hänselei ausgesetzt gewesen war. „Aber jetzt ist das kein Thema mehr. Mit den Erfolgen nahmen auch die Neckereien wie Mädchensport oder ähnliches von Kumpels ab.“ Denn mit Mut, Können, Vertrauen und Ehrgeiz hat Arne Heers im In- und Ausland mittlerweile bereits einiges erreicht. Beispielsweise wurde er 2017 Vizemeister auf Landesebene in der Children’s-Trophy und ein Jahr später Sieger in der Nachwuchs-Trophy geholt. Dazu kommt ein zweiter Platz bei den Norddeutschen Meisterschaften der Junioren. Dieses Jahr wurde das sportliche Weiterkommen durch Corona ausgebremst. Doch durch die Aufnahme in den Bundeskader NK 2 wird es für Arne Heers sicher auch bald weiter hoch hinausgehen.

Von Christel Niemann

In Hülsen wird der aufstrebende Voltigier-Youngster Arne Heers von einem Damen-Doppel Anika Heers (links) und Laura Kappel trainiert.

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