Ex-Keeper der SG Achim/Baden steht auch mit 47 noch im Tor / Katz: „Eine Maschine“

Ariel Panzer: Ein Ende ist noch nicht in Sicht

Auch mit 47 Jahren zählt Torhüter Ariel Panzer noch längst nicht zum alten Eisen.
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Auch mit 47 Jahren zählt Torhüter Ariel Panzer noch längst nicht zum alten Eisen.

Vier Jahre trug Ariel Panzer das Trikot der SG Achim/Baden. In dieser Zeit avancierte der Torhüter nicht nur zum Publikumsliebling, sondern war auch absoluter Leistungsträger. Aktuell spielt der mittlerweile 47-Jährige noch immer auf Leistungsniveau und hütet das Tor des Drittligisten MTV Braunschweig.

  • In Achim schätzte der 17-fache Nationalspieler Argentiniens in erster Linie die familiäre Atmosphäre.
  • Nach der Rückkehr aus dem Heimaturlaub wurde Ariel Panzer böse von der Insolvenz des damaligen Handball-Zweitligisten überrascht.
  • Für Achim/Badens Cord Katz war der ehemalige Mitspieler eine echte Maschine.

Braunschweig – Mittlerweile sind mehr als zwölf Jahre vergangen, als Ariel Panzer der SG Achim/Baden den Rücken gekehrt hat. Allerdings war das nicht ganz freiwillig. Vielmehr wurde der 35-jährige Torhüter nach der Rückkehr aus dem Heimaturlaub in Argentinien mit einer bitteren Nachricht überrascht: Der Insolvenz des damaligen Zweitligisten. Wer jedoch gedacht hat, dass es für Panzer das Karriereende bedeuten könnte, der wurde eines Besseren belehrt. Auch heute zählt der nun 47-Jährige noch zu den Leistungsträgern beim Drittligisten MTV Braunschweig.

Denkt Panzer, den seine Fans und Mitspieler gerne als den „argentinischen Büffel“ bezeichnen, an seine vier Jahre im Trikot der SG Achim/Baden zurück, fangen seine Augen noch heute an zu leuchten. „Nicht nur in sportlicher Hinsicht waren das vier tolle Jahre. Auch wenn ich mir natürlich ein anderes Ende gewünscht hätte. Nein, vor allen Dingen das familiäre Verhältnis im Verein und zu den Fans sowie den Sponsoren habe ich sehr zu schätzen gewusst“, verdeutlicht Panzer, der seinerzeit von Uwe Inderthal zur SG gelotst wurde. Zuvor hatte der ehemalige Nationaltorhüter der Argentinier und einstige Publikumsliebling in Achim/Baden bereits für TuRU Düsseldorf, den VfL Gummersbach, TuS Niederpleis und den HC Erlangen in Deutschland gespielt. Kaum bei der SG angekommen, entpuppte sich der 187 Zentimeter große Torhüter gleich als Stimmungskanone. Und das nicht nur für seine Mitspieler. Denn der „argentinische Büffel“ konnte auf dem Feld auch mal wie ein Vulkan explodieren und damit auch die Fans auf den Rängen zu Höchstleistungen motivieren.

Panzer denkt noch heute gerne an seine Zeit bei der SG Achim/Baden zurück

Unvergessen sind für Panzer in erster Linie die beiden Spielzeiten mit der SG Achim/Baden in der 2. Bundesliga. Auch wenn der erste Aufstieg nur ein einjähriges Intermezzo gewesen ist. Dafür war die zweite Saison, die mit dem beeindruckenden achten Platz endete, an Höhepunkten kaum zu toppen. Dabei setzte die SG insbesondere bei ihren Ausflügen in die Halle 7 nach Bremen, die ein echter Zuschauermagnet waren, echte Glanzlichter. Nachhaltig im Gedächtnis geblieben ist ihm der Erfolg kurz vor dem Jahreswechsel beim umkämpften Triumph gegen den SV Anhalt Bernburg aus Sachsen-Anhalt. Mit dabei war seinerzeit auch Kreisläufer Cord Katz, der aktuelle Teammanager der SG. „Ariel verfügt über ein riesiges Kämpferherz und war schon immer eine Maschine. Er hat den Handball wirklich gelebt und war sich für nichts zu schade“, schwärmt Katz noch heute. „Außerdem hat er ein gutes Gespann mit Holger Eilts gebildet und war zudem ein guter Lehrmeister für die Youngster Bastian Bormann und unseren jetzigen Stammkeeper Arne von Seelen.“ Der Manager weiß weiter zu berichten: „In Achim war Ariel sehr beliebt und bekannt, wie ein bunter Hund. Er hatte immer eine sehr gute Einstellung und konnte vor allen Dingen schlecht verlieren.“

Spiele in der Halle 7 in Bremen bleiben für Ariel Panzer unvergessen

Während seiner Zeit bei der SG Achim/Baden hatte Ariel Panzer ein großes Interesse daran, die Achimer mit Aktionen für den Handball zu begeistern.

Wenn es die Zeit erlaubt, kommt Ariel Panzer auch heute noch gerne für eine Stippvisite aus der Löwenstadt Braunschweig zurück an die Weser. Dann steht vor allen Dingen ein Besuch bei seinem langjährigen Physiotherapeuten Werner Kihsing auf der Agenda. „Dank seiner Hilfe bin ich weitestgehend von Verletzungen verschont geblieben. Und wenn dann doch mal etwas war, hat Werner es oft geschafft, dass ich früher als erwartet wieder aufs Parkett zurückkehren konnte“, spricht Panzer sogar von Kihsings „magischen Händen“. Auf dem Handballviereck haben ihn insbesondere die Spieler beeindruckt, die ihre Wurzeln im Kreis Verden hatten. Da fallen ihm spontan Namen wie etwa Katz, dem auch immer noch aktiven Florian Block-Osmers, Patrick Denker sowie Matthias „Zico“ Köhnecke ein, die mit ihm etliche Schlachten im Liga-Unterhaus schlugen. Ein Kompliment, das Patrick Denker nur zurückgeben konnte: „Ariel war einer dieser Mitspieler, die von Ehrgeiz zerfressen waren. Er war ein starker Torhüter mit einem perfekten Stellungsspiel und super Reflexen aus der Nahwurfzone. Und in bestimmten Szenen verfügte er für mich definitiv über Erstligaformat.“

Ariel war einer dieser Mitspieler, die von Ehrgeiz zerfressen waren. Er war ein starker Torhüter mit einem perfekten Stellungsspiel und super Reflexen aus der Nahwurfzone. Und in bestimmten Szenen verfügte er für mich definitiv über Erstligaformat

Ex-Mitspieler Patrick Denker über Ariel Panzer

Seine Klasse stellt Ariel Panzer auch im hohen Alter von 47 Jahren noch immer eindrucksvoll im Trikot des MTV Braunschweig unter Beweis. Nach der Rückkehr in die dritte Liga rangieren die Löwenstädter in der aktuell unterbrochenen Saison mit 7:3-Punkten auf dem dritten Platz in der Staffel Nord-Ost. „Auch wenn ich die Spiele in der zweiten Liga geliebt habe, verschwenden wir keine Gedanken an einen möglichen Zweitligaaufstieg. Schließlich weiß ja auch keiner, ob die Saison überhaupt fortgesetzt werden kann.“ Daher hofft Panzer, dass es irgendwann wieder losgeht und er seiner jungen Mannschaft weiterhin als großer Rückhalt im Tor dienen kann. Um dafür gewappnet zu sein, trinkt der in Buenos Aires geborene Panzer nicht nur täglich seinen geliebten Mangosaft, sondern arbeitet zudem so oft es geht an seiner Fitness. „Ich würde natürlich auch gerne mal wieder ein Bier mit den Jungs nach dem Training oder den Spielen trinken. Aber da muss ich mich wohl noch etwas gedulden“, bedauert der „argentinische Büffel“. Hinsichtlich der eigenen sportlichen Zukunft will sich der 47-Jährige hingegen nicht auf ein genaues Datum festlegen. „Ich möchte so lange spielen, wie es die Knochen noch mitmachen.“ Eine Rückkehr zur SG wollte er dabei nicht ausschließen. Allerdings lediglich als Zuschauer auf der Tribüne oder aber für einen Besuch bei Werner Kihsing. Und wer weiß. Vielleicht tischt der ihm dann neben dem Mangosaft auch ein Bier auf.

Von Björn Lakemann

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