Re-Start des Verbandsspielbetriebes: Präsidium und Task-Force modifizieren Planungen

Anfang März für Katz und Winter illusorisch

Äußert große Skepsis: Achim/Badens Cord Katz.
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Äußert große Skepsis: Achim/Badens Cord Katz.

Nach der Verlängerung des Lockdowns hat der Handball-Verband Niedersachsen reagiert und die mögliche Wiederaufnahme des Spielbetriebes auf Anfang März verschoben. Achim/Badens Cord Katz und Oytens Marc Winter würden dann natürlich liebend gerne wieder spielen, halten das angestrebte Datum jedoch für illusorisch.

  • HVN-Geschäftsführer Markus Ernst: „Mussten nachjustieren“
  • Für Katz reichen vier Wochen Vorbereitung nicht aus
  • Alternativ-Programm: Wiederbelebung der HVN-Pokal-Wettbewerbe

Verden – Als ihn die Nachricht erreichte, musste Cord Katz, Sportlicher Leiter des Handball-Oberligisten SG Achim/Baden, im ersten Moment ein wenig schmunzeln. „Der Verband ist bemüht und weiterhin positiv. Aber ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es ein realistisches Ziel ist“, äußerte sich Katz zu einer möglichen Wiederaufnahme des Spielbetriebes am ersten Märzwochenende. Marc Winter, Trainer der TV Oyten Vampires, ging sogar noch einen Schritt weiter: „Ich gehe nicht davon aus, dass diese Saison überhaupt noch gespielt wird!“

In einer Pressemitteilung hatte der Handball-Verband Niedersachsen (HVN) mitgeteilt, dass die Mitglieder des Präsidiums und die Angehörigen der vom Präsidium eingesetzten Task-Force hoffen, dass sie den Spielbetrieb in Zuständigkeit des Verbandes zum Wochenende 6./7. März wiederaufnehmen zu können. Das meldet Geschäftsführer Markus Ernst als Ergebnis der Online-Zusammenkunft der Task-Force und von anschließenden Gesprächen mit den Mitgliedern des Präsidiums.

Planungen werden neu mit den Vereinen und Regionen diskutiert

„Nach der Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder am Dienstag und der Verlängerung des Lockdowns bis aktuell Ende Januar müssen wir nachjustieren“, erklärt der Geschäftsführer. Die bisherige Absicht von Präsidium, Mitgliedern des Spielausschusses und Staffelleitern, den Spielbetrieb Anfang Februar einsetzen zu lassen, basierte auf der Annahme einer Beendigung des Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie mit Ende der Weihnachtsferien am Sonntag, 10. Januar; und der damit verbundenen Hoffnung, ab dem 11. Januar wieder öffentliche Sportstätten nutzen zu können. „Damit sich die Vereine über einen Zeitraum von mindestens drei Wochen auf den Re-Start vorbereiten können“, so Ernst. „Durch die Verlängerung des Lockdowns verschieben sich auch unsere Planungen, die wir jetzt neu mit den Regionen und Vereinen diskutieren werden.“

Oytens Trainer Marc Winter geht nicht davon aus, dass diese Saison noch gespielt wird.

Die Hoffnungen des Verbandes – sie dürften laut Katz und Winter allerdings maximal auf Sparflamme kochen. Auch wenn beide unisono erklären, dass sie natürlich liebend gerne spielen wollen. „Aber selbst dann, wenn der Lockdown Ende Januar nicht noch einmal verlängert wird, heißt es noch lange nicht, dass wir dann ab Februar wieder in die Halle dürfen. Wie soll das gehen, wenn Geschäfte und Schulen womöglich weiterhin zu sind? Das ist doch fernab jeglicher Realität“, glaubt Winter ohnehin nicht daran, dass es so kommen wird. „Außerdem wären vier Wochen Vorbereitung für mich auch sehr knapp bemessen. Denn die Jungs haben nun schon seit Monaten nicht mehr vernünftig trainiert. Daher sollte da auch nichts übers Knie gebrochen werden“, ergänzt Katz. „Zumal ich ebenfalls davon ausgehe, dass es selbst bei einer Lockerung des Lockdowns eine gewisse Zeit dauern wird, bis wir wieder Kontaktsport ausüben dürfen. Gleichwohl rechne ich es dem Verband hoch an, dass er für unseren Sport kämpft. Aber so bitter es für alle ist. Letztlich gibt es derzeit doch deutlich wichtigere Dinge!“

Aber selbst dann, wenn der Lockdown Ende Januar nicht noch einmal verlängert wird, heißt es noch lange nicht, dass wir dann ab Februar wieder in die Halle dürfen.

Oytens Marc Winter

Dass es Anfang März wieder losgehen könnte – es sind ja auch nur Gedankenspiele des Verbandes. Zumal auch dem HVN die Hände gebunden sind und er die Entwicklung der Corona-Pandemie und die damit verbundenen Entscheidungen der Bundesregierung abwarten muss. Daher plane Jens Schoof, Vizepräsident Spieltechnik, eine Online-Konferenz mit Vertretern der Ober- und Verbandsligen für Anfang Februar. Präsident Stefan Hüdepohl werde die Vorsitzenden der Gliederungen für Samstag, 30. Januar, nach dem im Dezember, zu einem weiteren Treffen bitten, um Regelungen für die Landesligen und Landesklassen sowie den Jugendbereich zu besprechen, aber auch um die Regionen für eine landesweit einheitliche Vorgehensweise zu gewinnen.

Online-Konferenz für Anfang Februar geplant

Im November hatten sich die Vertreter der Ober- und Verbandsligen für eine Fortführung der Saison in der Form einer Einfachspielrunde ausgesprochen; unter Berücksichtigung der Ergebnisse der ersten Saisonspiele im Herbst vergangenen Jahres. Markus Ernst: „Das Vorhaben ist auf jeden Fall noch umsetzbar, auch bei einem Spielbeginn nach Anfang März. Wichtig ist, dass Niedersachsens Handballer möglichst schnell wieder die Bälle in die Hände nehmen.“

Im Spielausschuss des HVN reifen derzeit Überlegungen zur Organisation eines Alternativ-Programmes für die Mitgliedsvereine, falls die Entwicklung der Pandemie den Verband zum Saisonabbruch zwingen sollte. So denkt die Task Force über eine kurzfristige Wiederbelebung der HVN-Pokal-Wettbewerbe oder Spiele auf freiwilliger Basis nach. „Wir müssen nach vorne gucken. Der Handball in Niedersachsen braucht eine Bühne, die er auch verdient“, sagt Präsident Stefan Hüdepohl.  kc

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