Zehn Jahre nach seinem ersten Triumph peilt Christian Siedlitzki WM-Titel an

Alles für den großen Traum

Hat mit Aviles noch eine Rechnung offen: Der Luttumer Christian Siedlitzki will dieses Mal bei der Duathlon-WM definitiv aufs Treppchen in seiner Altersklasse.
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Hat mit Aviles noch eine Rechnung offen: Der Luttumer Christian Siedlitzki will dieses Mal bei der Duathlon-WM definitiv aufs Treppchen in seiner Altersklasse.

Noch im August hatte Christian Siedlitzki einen schweren Radunfall. Doch schon jetzt träumt der 56-Jährige vom ganz großen Wurf und will im spanischen Aviles Duathlon-Weltmeister in seiner Altersklasse werden.

Luttum – Vor ziemlich genau zehn Jahren feierte Christian Siedlitzki den bis dato größten Erfolg seiner Karriere. Im spanischen Gijon wurde der Luttumer in der Altersklasse M45-50 Weltmeister im Duathlon. Momente, die der 56-Jährige bis heute nicht vergessen hat. „Das möchte ich gerne noch einmal erleben. Daher habe ich mich dazu entschieden, dass ich es noch einmal versuchen will“, gibt Siedlitzki zu verstehen. Und wie der Zufall es so will, steigen die Titelkämpfe am 6. November erneut in Spanien. Dieses Mal allerdings in Aviles in Asturien.

Bereits im Vorfeld der Titelkämpfe gibt sich der gebürtige Österreicher, der dieses Mal in der Altersklasse M55-60 in der Sprintdistanz an den Start geht, überaus angriffslustig, sagt: „Ich fahre sicher nicht nach Spanien, um mir dort die schöne Gegend anzugucken und um die Sonne zu genießen. Nein, ich habe mir einiges vorgenommen und peile insgeheim schon den Titel an. Dafür werde ich auf jeden Fall alles geben!“

Ich fahre sicher nicht nach Spanien, um mir dort die schöne Gegend anzugucken und um die Sonne zu genießen. Nein, ich habe mir einiges vorgenommen und peile insgeheim schon den Titel an. Dafür werde ich auf jeden Fall alles geben!

Christian Siedlitzki

Aktuell ist Christian Siedlitzki mächtig am Klotzen. Nahezu täglich schuftet der extrem ehrgeizige Ausdauersportler für seinen großen Traum von einer weiteren Medaille bei einem internationalen Großereignis. Dabei absolviert er neben den Lauf- und Radeinheiten auch immer wieder ein Training im Schwimmbad. „Das brauche ich in Spanien zwar nicht, aber es ist definitiv ein guter Ausgleich“, gibt der 56-Jährige zu verstehen. Die aktuellen Zeiten – sie stimmen den Luttumer in jedem Fall zuversichtlich. „Es wird von Tag zu Tag besser. Das ist eigentlich unglaublich, da ich vor zwei Monaten ja fast noch am Boden zerstört gewesen bin“, erinnert der 56-Jährige an den 15. August dieses Jahres. Ein Tag, den Siedlitzki so schnell nicht vergessen wird. Aus gutem Grund. Denn bei den Österreichischen Meisterschaften kam der 56-Jährige auf dem Rad in der Abfahrt bei 70 Kilometern pro Stunde heftig zu Sturz. „Im ersten Moment hatte ich schon gedacht, dass die Saison für mich komplett gelaufen ist. Denn die Verletzungen waren schon erheblich, obwohl ich definitiv einige Schutzengel hatte“, atmet Siedlitzki auch Wochen danach noch kräftig durch. „Zum Glück bin ich nicht gegen einen Baum, eine Leitplanke oder einen Grundstein geknallt. Ansonsten hätte es auch ganz anders ausgehen können.“ Letztlich hatte der Österreicher neben zahlreichen Abschürfungen und Platzwunden am ganzen Körper „nur“ einen Bruch des Schlüsselbeins. „Damit war zeitnah an Training natürlich nicht zu denken, sodass ich die EM im September abhaken konnte. Aber die WM hatte ich weiterhin fest im Blick. Und nachdem der Gips nach drei Wochen abgenommen wurde, habe ich mich auch gleich wieder aufs Rad gesetzt“, erklärt der 56-Jährige. „Klar, natürlich hatte ich jede Menge Glück. Aber mein Ehrgeiz hat mir auch sehr geholfen. Denn ich wollte meinem Körper schon noch einmal zeigen, was mit Kampf und Willen möglich ist. Daher ist es auch eine große Genugtuung für mich, dass ich mich aktuell schon wieder in einer derart guten Verfassung befinde.“

In Österreich hatte der Luttumer einige Schutzengel

Hatte Glück im Unglück: Christian Siedlitzki.

Gleichwohl weiß aber auch Christian Siedlitzki, dass seine hochgesteckten Ziele definitiv kein Selbstgänger sind. Zumal die Konkurrenz aus England, Portugal und des Gastgebers aus Spanien groß ist. „Aber verstecken muss ich mich sicherlich auch nicht. Wichtig ist, dass ich von Beginn an in der Spitzengruppe dabei bin, da das Rennen ohnehin erst auf der abschließenden Laufstrecke entschieden wird“, ist der Luttumer überzeugt. Los geht es mit einem Lauf über 5 Kilometer, ehe sich die Radstrecke (20 km) anschließt. Zum Abschluss warten dann noch einmal 2,5 Kilometer Laufen für die Teilnehmer. „Da wird man sicherlich noch mal eine Zeit von 3:30 Minuten pro Kilometer auf den Asphalt bringen müssen“, glaubt Siedlitzki. Damit das gelingt, hat der Österreicher im Vorfeld nichts dem Zufall überlassen und auch seine Ernährung noch einmal etwas angepasst.

Größte Konkurrenz kommt aus Spanien und England

Entbehrungen, die Siedlitzki gerne in Kauf nimmt. „Das wäre schon eine große Geschichte, wenn ich nach zehn Jahren noch einmal Weltmeister werden könnte. Ich bin auf jeden Fall extrem motiviert und mache mich Anfang November guter Dinge auf den Weg nach Aviles. Zumal ich mit dem Ort noch eine Rechnung offen habe, die ich gerne begleichen würde. Denn bei der WM vor vier Jahren hatte ich nach der Radstrecke noch in Führung gelegen, ehe ich am Ende mit dem undankbaren vierten Platz vorliebnehmen musste. Das soll mir nicht noch einmal passieren.“

Von Kai Caspers

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