Ottersberger hofft auf Fortsetzung – zweifelt aber

Airich: „Ich könnte sofort loslegen“

Bald wieder für Ottersberg am Ball – so wünscht es sich David Airich, der auf eine Fortsetzung der Saison hofft. Foto: vst
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Bald wieder für Ottersberg am Ball – so wünscht es sich David Airich.

Uphusen/Ottersberg - Von Ulf Von Der Eltz. Der gesunde Menschenverstand und der Wunschgedanke – sie finden bei David Airich in diesen Corona-Zeiten nicht so richtig zueinander. Auf der einen Seite juckt es den „Neuzugang“ des Landesligisten TSV Ottersberg in den Füßen: „Ich hoffe, dass so schnell wie möglich wieder gespielt wird und die Saison nicht abgebrochen wird.“ Auf der anderen Seite sind die Zweifel beim 33-Jährigen aber riesengroß: „Ich denke, dass bei den Vorgaben der Gesundheitsämter sowie der Politik letztlich die Bedenken der Funktionäre zu gravierend sind und die Serie irgendwann dann doch annulliert werden wird. So schade es auch ist.“

Ohnehin hat sich der Niedersächsische Fußball-Verband wegen der Pandemie aktuell eine Auszeit bis einschließlich Sonntag, 19. April, genommen. Wie auch immer danach entschieden werden sollte – Airich glaubt, dass einfach zu wenig Zeit bleiben könnte, den Rest der Punktrunde einigermaßen hinzubekommen. Die Wümme-Kicker müssten bei einer Fortführung noch zwölf Punktspiele bestreiten. Zweiter Punkt: „Nach so einer langen Pause dürfte es für viele schwierig werden, gleich wieder eine vernünftige Leistung zu bringen.“

Ein Saisonabbruch würde indes für Airich bedeuten, dass er die komplette Serie 2019/2020 nicht ein einziges Mal für die Ottersberger auf dem Rasen gestanden hätte. Zwar feierte der amtierende Fußballer des Jahres im Landkreis Verden nach halbjähriger Pause samt Spekulationen über einen Wechsel beim Hallensupercup sein Comeback für die Grün-Weißen. Im einzigen Landesliga-Match nach der Winterpause am 8. März, dem mit viel Ärger 2:4 verlorenen beim Tabellenzweiten MTV Treubund Lüneburg, war Airich privat verhindert.

Natürlich auch ein Grund, warum der Top-Torjäger der letztjährigen Rückrunde und Aufstiegsgarant nur allzu gerne das Trikot in dieser Saison noch überstreifen möchte. Gerade an diesem Mittwoch hatte der in Uphusen wohnende Kicker noch mit seinem Trainer Jan Fitschen telefoniert und über den Fitnesszustand gesprochen: „Jeder muss seinen Körper alleine auf dem entsprechenden Level halten. Was bei mir überhaupt kein Problem ist, weil ich jeden Tag mit meinem Sohn ein Programm abspule.“ Filius Joshua-Liam (11), beim TB Uphusen in der U12 aktiv, hält den Papa gleich im doppelten Sinn auf Trab. Airich senior: „Ich könnte also sofort loslegen und volle Attacke machen, sollte es in zweieinhalb Wochen weitergehen.“

Wenn Fragen kommen und Bedarf besteht, bin ich natürlich zur Hilfe bereit, David Airich über mögliches soziales Engagement.

Beruflich hat der Selbstständige im Bereich Sanierungen für Bäder nach eigener Einschätzung noch sechs bis acht Wochen zu tun. Wobei die Aufträge in der Corona-Krise natürlich weniger werden. Seine Hoffnung: „Wenn es sich mit der Pandemie bald legen sollte, werde ich über die Runden kommen. Aber es weiß ja keiner, wie lange sich das hinzieht.“ Da Airich also noch arbeiten kann, widmet er die Zeit danach ganz der Familie und lässt trotz seines tiefen Glaubens soziales Engagement zunächst außen vor: „Wenn Fragen kommen und Bedarf besteht, bin ich aber natürlich zur Hilfe bereit.“ In seiner Evangelischen freiheitlichen Christengemeinde gibt es ohnehin Videogespräche und Online-Gottesdienste.

Da die Entwicklung der Epidemie nicht vorherzusehen ist, daher niemand weiß, wann und wie sich das Leben in Deutschland wieder ändert, plant der Fußballer David Airich auch nicht über das Saisonende hinaus. Es bleibt dabei aber sicher der Kampf zwischen dem gesunden Menschenverstand und dem Wunschgedanken bestehen. So oder so.

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