Interview zum Jahreswechsel

KSB-Vorsitzender Gerhard Behling: Ängste und Sorgen um den Kreissport

Macht sich schon etwas Sorgen um die sportliche Zukunft im Landkreis Verden: Der Vorsitzende des Kreissportbundes, Gerhard Behling.
+
Macht sich schon etwas Sorgen um die sportliche Zukunft im Landkreis Verden: Der Vorsitzende des Kreissportbundes, Gerhard Behling.

Verden/Achim – Fast zwölf Monate im Ausnahmezustand: weltweiter Pandemieausbruch, Lockdown eins und zwei, Aussetzung vieler Sportarten und schließlich Saisonabbrüche: Es ist wieder einmal viel passiert – auch wenn es über sportliche Wettkämpfe im Kreis Verden nur ganz, ganz wenig zu berichten gab.

  • Jedes Jahr zog bisher KSB-Boss Gerhard Behling zum Jahresabschluss eine sportliche Bilanz, die für 2020 fällt da völlig aus dem Rahmen
  • Sorgen und Ängste in der Corona-Krise sind durchaus vorhanden
  • Absagen wie Sport & Schau schmerzen

Dennoch baten wir den Chef aller Sportler des Kreises Verden, den KSB-Vorsitzenden Gerhard Behling, zum obligatorischen Jahresabschluss-Interview.

Herr Behling, sie als Chef des Kreissportbundes Verden müssten eigentlich ein bewegtes Jahr durchlebt haben. Denn nur wenige haben die Schattenseiten im Kreissport aufgrund der Corona-Pandemie so hautnah mitbekommen, wie der KSB. Hatten Sie also in 2020 mehr Gesprächsbedarf mit den Vereinen als in den Jahren zuvor?

Nicht unbedingt mehr; aber dafür überwiegend mit mehr Sorge und teilweise auch Ängste um die Zukunft unseres Sports im Landkreis Verden.

Mit Sicherheit überwogen in diesem Jahr eher die negativen Nachrichten aufgrund der zahlreichen Veranstaltungsabsagen. Gab es aber auch einige positive Dinge?

Ich habe mich zum Beispiel sehr darüber gefreut, wenn einige unserer Mitgliedsvereine an die Lage angepasste Mitgliederangebote, zum Beispiel Online-Angebote, gestaltet haben und so den Kontakt weiter aufrechterhalten konnten, weil kein gemeinsamer Sport möglich war und ja immer noch ist.

Enttäuscht über Sport & Schau-Ausfall

Sicher schmerzte jede einzelne Absage. Doch gab es ein, zwei, um denen es Ihnen besonders Leid getan hat?

Natürlich war ich enttäuscht über die allerdings logische Absage der Olympischen Sommerspiele und aber auch über den Ausfall der Sport & Schau, sowie der Feier zur Ehrung unserer Meister in den verschiedenen Sportarten.

Die Gerüchteküche brodelt weiterhin auf Hochtouren. Immer wieder heißt es, dass vereinzelnde Vereine kurz vor dem finanziellen Kollaps stünden. Ihre Antwort darauf?

Mir liegen keine konkreten Informationen von angeblich betroffenen Vereinen vor. Insofern kann und will ich diese Gerüchte nicht weiter befeuern.

Jede Veranstaltung wurde abgesagt

Sie haben in all den Jahren Ihrer Amtszeit zahlreiche Sportevents besucht, waren auch auf sportpolitischer Ebene ein gern gesehener Gast. Wie sah das 2020 aus?

Zu Jahresbeginn 2020 war ich schon fast besorgt darüber, all die geplanten Termine war nehmen zu können. Aber jede Veranstaltung wurde dann im Laufe des Jahres abgesagt.

Glauben Sie, dass sich der Sport aufgrund der letzten Monate verändern, dass der ,,Einzelsport im Homeoffice“, den viele derzeit betreiben, beibehalten wird?

Wir Menschen werden uns sicherlich angesichts der erlebten und der hoffentlich bald beendeten Corona-Pandemie in unserem gesamten Verhalten ändern. Ich kann mir allerdings wirklich nicht vorstellen, dass dies gravierende Einflüsse auf das Sportverhalten haben wird. Sport wird auch in Zukunft gemeinsam mit Anderen mehr Spaß machen.

Online-Angebote können nur ergänzend aufgenommen werden, nicht aber die bisherigen Sportangebotsformen ersetzen.

Gerhard Behling

Vielleicht sind aber Online-Kurse die Zukunft. Würden Sie den Vereinen raten, noch mehr auf diese Karte zu setzen?

Online-Angebote können nur ergänzend aufgenommen werden, nicht aber die bisherigen Sportangebotsformen ersetzen.

Schon jetzt klagen die ersten Vereine über einen Mitgliederschwund. Wird sich dieser Ihrer Meinung nach 2021 fortsetzen oder kann er gestoppt werden?

Wir werden voraussichtlich auch in 2021 negative Auswirkungen verspüren. Dabei hoffe ich aber, dass diese Entwicklung nicht die Existenz unserer Vereine gefährdet. Gleichzeitig appelliere ich an die Vorstände und Übungsleiter unserer Vereine, diese Pandemie-Lage durchzustehen und mit viel Kraft danach wieder durchzustarten.

Wunsch: Ein gesundes Jahr 2021

Blicken Sie voraus: Wann glauben Sie, wird wieder Normalität einkehren? Wann werden wir wieder Meisterschaften und Punktspiele sehen?

Derzeit kann ich da seriös keine Prognose abgeben oder gar fest Termine nennen. Erst müssen wir die nächsten Wochen überstehen.

Ihr größter Wunsch für 2021 – sportlich als auch privat?

Natürlich wünsche ich, dass sich möglichst bald unser Leben wieder normalisiert und der Sportbetrieb dann wieder in geordneten Bahnen ablaufen kann. Ansonsten wünsche ich allen Sportlerinnen und Sportlern ein gesundes Jahr 2021. Diesen Wunsch hab ich natürlich auch für meine Familie, meine Freunde und für mich.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Bob- und Rodelbahn am Königssee schwer beschädigt

Bob- und Rodelbahn am Königssee schwer beschädigt

Meistgelesene Artikel

Werder-Altstars Wiese und Valdez stimmen ein

Werder-Altstars Wiese und Valdez stimmen ein

Werder-Altstars Wiese und Valdez stimmen ein
Einmal Seekönig werden

Einmal Seekönig werden

Einmal Seekönig werden
Beachhandball: Jugend-DM in Eitze abgesagt

Beachhandball: Jugend-DM in Eitze abgesagt

Beachhandball: Jugend-DM in Eitze abgesagt
Polo meets Showjumping – die ersten Tage in Verdener Hand

Polo meets Showjumping – die ersten Tage in Verdener Hand

Polo meets Showjumping – die ersten Tage in Verdener Hand

Kommentare