Verdener Jugendleiter: „Sie müssen spielen“

Adomeit als Anwalt der kleinsten Kicker

FC Verdens Jugendleiter Gerd Adomeit im Porträt.
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Engagiert wie immer: Verdens Jugendleiter Gerd Adomeit hofft, dass die Kleinsten bald spielen dürfen.

Für Gerd Adomeit steht fest: Die kleinsten Fußballer im Kreis Verden müssen zurück in den Spielbetrieb. Der Jugendleiter des FC Verden 04 plädiert für die bis zu 14-Jährigen. Zustimmung erhält er von Kreisjugendwart Gerd Rasche.

Verden – Gerd Adomeit hat sich alles angehört und alles gelesen. Die Diskussionen im Vorfeld und auch die Reaktionen verschiedenster Funktionäre, Vereinsvorsitzender und Trainer danach. Der Saisonabbruch durch den Niedersächsischen Fußball-Verband angesichts der nach wie vor nicht in den Griff zu bekommenden Corona-Pandemie hat dafür ja genügend Stoff geliefert. Nur eines ist dem Verdener bislang viel zu kurz gekommen – die Situation der Nachwuchskicker auf Kreisebene.

Und der 74-Jährige kennt die Befindlichkeiten der Kinder wie kaum ein anderer, schließlich ist er seit 42 Jahren Jugendtrainer und seit einem Vierteljahrhundert Jugendleiter beim TSV Verden sowie dessen Nachfolgeklub FC Verden 04. „Die Talente müssen einfach wieder in den Spielmodus kommen. Nur mit Waldläufen und Training sind sie doch nicht mehr zu motivieren. Und was die Weiterentwicklung im Wettbewerb angeht, haben sie ja praktisch schon ein Jahr verloren“, hielt der ehemalige Bundeswehr-Soldat am Freitag im Gespräch mit dieser Zeitung mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg.

Adomeit: „Kleine Staffeln lassen sportliches Saisonende zu“

Gerade die Tatsache, dass in Barsinghausen beschlossen wurde, den Spielbetrieb für alle Alters- und Spielklassen zu beenden, lässt den Allerstädter zum Anwalt für die kleinsten Kicker werden. Sein Hauptargument: „Im Gegensatz zum Erwachsenenbereich haben wir bei den Talenten bis 14 Jahre hier im Kreis doch Staffeln mit maximal sieben Mannschaften. Da zu Saisonbeginn vor dem Lockdown schon einige Spiele ausgetragen worden sind, bleiben ja nur noch wenige übrig.“ Die könne man bei noch zwölf ausstehenden Wochen bis zu den Sommerferien aus Adomeits Sicht möglicherweise noch absolvieren, „um die Saison sportlich zu beenden.“

Dabei geht es dem derzeitigen Coach der Kreisliga-U13 des JFV Verden/Brunsbrock gar nicht darum, auf Biegen und Brechen Punktspiele zu bestreiten – der Blick auf die Inzidenzzahlen sowie die Corona-Verordnungen sollte immer als Grundlage dienen: „Ich stelle mir vor, dass zum Beispiel zwei Mannschaften aus einem Verein gegeneinander antreten. Oder dass auf Kreisebene Freundschaftsspiele stattfinden. Alles natürlich unter Einhaltung der behördlichen Auflagen. Und wenn es das Zeitfenster unter diesen Voraussetzungen erlauben sollte, könnte die Saison zu Ende gespielt werden.“

Ansteckungsgefahr im Freien sei eher minimal

Adomeit beruft sich auch auf ein Schreiben aus Barsinghausen, das den einzelnen Kreisen die Möglichkeit einräumt, von der G- bis zur D-Jugend Spiele zu veranstalten – wenn es die Gesundheitsämter denn erlauben. Bestätigt fühlt sich der 74-Jährige durch sein Umfeld: „Die Trainer bei uns wollen es, die Eltern wollen es. Und am wichtigsten ist, dass die Kinder sich bewegen wollen. Schließlich dürfen die bis 14-Jährigen ja auch mit bis zu 20 Spielern bei Einhaltung der Maßnahmen trainieren. Und an der frischen Luft ist die Ansteckungsgefahr aus meiner Sicht eher minimal.“

Die Vorstellungen des Trainer-Urgesteins stoßen bei Gerd Rasche auf uneingeschränktes Wohlwollen. Der Kreis-Jugendobmann hat zwar auch schon von anderen Vereinen Nachfragen erhalten, Adomeit sei in dieser Hinsicht aber am weitesten vorgeprescht: „Ich weiß, dass er sehr ehrgeizig ist und seinen Jungs möglichst viel anbieten möchte. Das ist ganz in meinem Sinne, wir im Jugendausschuss wollen ebenfalls die jüngsten Talente ans Spielen bringen.“

Sobald es uns unter bestimmten Auflagen ermöglicht wird, holen wir die Vereine mit ins Boot, verlangen von ihnen Konzepte und versuchen, einen Spielbetrieb zu organisieren. 

Kreisjugendwart Gerd Rasche über das Vorhaben seines Ausschusses

Allerdings sind Rasche und Co. die Hände gebunden. Der 63-Jährige: „Wir erwarten auf sportlicher Ebene zunächst Ausführungsbestimmungen vom NFV in Barsinghausen als Signal an die Kreise, was zum Beispiel Hygienekonzepte anbelangt.“ Aber alles stehe und falle mit den Bestimmungen seitens der Politik, von Bund-Länderbeschlüssen bis hin zu den niedersächsischen Corona-Verordnungen und den Regelungen in den Kreisen sowie Kommunen.

Hier schwant Rasche nichts Gutes: „Zuletzt stiegen die Zahlen im Kreis Verden wieder extrem. Und was beim nächsten Bund-Länder-Treffen beschlossen wird, dürfte uns ebenfalls nicht in die Karten spielen.“ Ob aus dem aktuellen „No-Go“ für Spiele der bis zu 14-Jährigen eine Öffnung werden und ob es ein gewisses Datum geben könnte, steht weiter in den Sternen. Rasche verspricht jedoch: „Sobald es uns unter bestimmten Auflagen ermöglicht wird, holen wir die Vereine mit ins Boot, verlangen von ihnen Konzepte und versuchen, einen Spielbetrieb zu organisieren. Am wichtigsten dabei ist das Agreement der Clubs mit den Eltern.“ Denn auch der Kreis-Jugendausschuss hält es für unabdingbar, dass die Talente an die frische Luft kommen und sich sportlich betätigen.

Meldefrist für Saison 2021/22 endet am 30. Juni

Ein wenig dränge die Zeit aber doch, denn die Ende April beginnende Meldefrist der Vereine für die Saison 2021/22 läuft zum 30. Juni aus. „Bis dahin müssen sich alle Gedanken machen, welche Teams sie für die nächste Serie an den Start bringen wollen.“ Und für einen Spielbetrieb ist der 21. Juli der letzte Termin, weil einen Tag später die Sommerferien beginnen.

Bis dahin könne laut Rasche die Halbjahresrunde, die in 2020 noch nicht beendet worden ist, abgeschlossen werden. Vier Spieltage müsse der Kreis Verden noch durchbekommen. Ob es dann Aufsteiger geben wird, habe der Bezirksverband indes noch nicht mitgeteilt.

Von Ulf Von Der Eltz

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