Achimer Pavel Vovcenko: Deutschlands erfolgreichster Turf-Coach im Interview

„Auch Spitzentrainer machen aus Esel keine Rennpferde“

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Der erfolgreichste Trainer von Galopprennpferden in unserer Region ist in diesem Jahr wiederum der 45-jährige Tscheche Pavel Vovcenko, der in Achim-Bollen lebt.

Achim - Von Jürgen Honebein. Der erfolgreichste Trainer von Galopprennpferden in unserer Region ist in diesem Jahr wiederum der 45-jährige Tscheche Pavel Vovcenko, der in Achim-Bollen wohnt und seine Pferde auf der Anlage in Bremen-Mahndorf trainiert. Vovcenko kommt bisher in 2015 auf 27 Siege in Flach- und Hindernisrennen im In- und Ausland. Dabei galoppierten die von ihm in die Rennen geschickten Pferde rund 311000 Euro zusammen. 2002 hing Pavel Vovcenko mit 32 Jahren seine Reitstiefel an den Nagel und trainiert seitdem Rennpferde mit großem Erfolg. 389 Siege bis zum heutigen Tag sind bestes Beispiel dafür.

Erst einmal eine Frage vorweg: Wie kommt es, dass ehemalige Hindernisjockeys wie Uwe Ostmann, Andreas Wöhler, Christian Sprengel, Uwe Stoltefuß, Norbert Sauer oder Christian von der Recke, um nur einige zu nennen, später so gute Trainer geworden sind ?

Pavel Vovcenko: „Ich glaube, dass liegt daran, dass sie in ihrer aktiven Zeit viel Kontakt zu den Pferden im Stall hatten. Für sie ging der Arbeitstag von morgens um 6 Uhr bis spät in den Nachmittag hinein. Und nicht nur Reiten, sondern auch die Pflege der Pferde stand im Vordergrund. Die heute angestellten Flachrennjockeys kommen meist erst gegen 8 Uhr in den Stall, reiten die Pferde im Training und sind um 11 Uhr wieder verschwunden. Da fehlt der richtige Kontakt.“

Wie fällt ihre Bilanz für 2015 aus und sind Sie damit zufrieden ?

Pavel Vovcenko: „Zufrieden sollte ein Trainer nie sein. Es geht immer noch etwas mehr, aber mit dem Material, dass mir im Moment zur Verfügung steht, war die Saison mit bisher 27 Siegen in Ordnung.“

Über welchen Sieg haben Sie sich in diesem Jahr am meisten gefreut ?

Pavel Vovcenko: „Das war der unerwartete Erfolg von Kazzio mit Cevin Chan in Meran in einem mit insgesamt 215000 Euro dotierten Jagdrennen der Europagruppe I. Der Sieg kam so überraschend, dass nicht einmal der Besitzer mit nach Italien gefahren war. Aber auch Kazzios Erfolge in den Seejagdrennen in Hamburg und Bad Harzburg und der zweite Platz im belgischen Waregem in einer internationalen Steeplechase waren etwas ganz Besonderes.“

Werden wir im nächsten Jahr Kazzio auch in Deutschland sehen oder wird er nur im Ausland laufen ?

Pavel Vovcenko: „Nein, nicht nur im Ausland. Er soll auch in Deutschland laufen, denn das ist seine Heimat. Wir werden es aber vielleicht auch im französischen Auteuil probieren.“

Als ehemaliger Hindernisjockey haben Sie ein besonders großes Herz für Hindernispferde. Haben Sie noch weitere Talente im Stall außer Kazzio ?

Pavel Vovcenko: „Ja, auf jeden Fall. Da sind an erster Stelle Falconettei und Akiyana zu nennen, aber auch Goldbraid, der gute Flachklasse hat, zeigt im Training viel Talent.“

Wie viele Pferde trainieren Sie zur Zeit in Mahndorf?

Pavel Vovcenko: „Im Moment sind es nur rund 20, da einige Besitzer ihre Pferde im Winter aus Kostengründen nach Hause holen. Ab März/April sind es dann voraussichtlich wieder bis zu 40 Pferde, die trainiert werden wollen. Ich finde das natürlich nicht so gut, denn im Wintertraining wird die Grundlage für eine erfolgreiche Saison gelegt.“

Die von Ihnen bisher trainierten Pferde haben laut offizieller Statistik bis heute insgesamt rund 4,3 Millionen Euro gewonnen. Was war bisher der größte Erfolg in Ihrer Trainerkarriere?

Pavel Vovcenko: „Das war der dritte Platz von It's Gino 2008 in Paris im mit insgesamt vier Millionen Euro dotierten „Prix de el L'Arc de Triomphe“, dem bedeutendsten Flachrennen Europas. So ein Pferd trainiert man nur einmal im Leben.“

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was wünschen Sie sich für 2016?

Pavel Vovcenko: „Viele Erfolge und neue, qualitativ gute Pferde – denn selbst ein Spitzentrainer kann aus einem Esel nun einmal kein Rennpferd machen!“

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