Achimer Golferin seit drei Jahren in Oklahoma / „Strukturen aufbrechen und die Jugend fördern“

Brödys: „Profi ist keine Option“

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Auch die Schläge aus dem Bunker sind für die junge Achimerin Marion Brödys kein Probleme.

Achim - Von Kai Caspers. Was für Marion Brödys vor 14 Jahren eher zufällig begonnen hat, ist für die Achimerin längst zu einem festen Bestandteil ihres Lebens geworden – der Golfsport. Täglich ist die 21-Jährige, die seit nun drei Jahren dank eines Stipendiums an der Southern NazarEne University in Oklahoma studiert, mehrere Stunden auf dem Golfplatz zu finden. Und noch immer leuchten bei Marion Brödys die Augen, wenn sie über ihren Sport spricht.

Aktuell hat die 21-Jährige ihr viertes und damit letztes Jahr in den USA begonnen, ehe sie nach Abschluss des Studiums in ihren Heimatort Badenermoor zurückkommt. „Darauf freue ich mich schon jetzt, auch wenn ich die Zeit in Oklahoma nicht missen möchte“, gab Marion Brödys während ihrer Ferien in der Heimat zu verstehen.

„Ich denke schon, dass ich mich in den letzten Jahren weiterentwickelt habe. Zumal ich damals nicht nur alles alleine geplant hatte, sondern zuvor als Nesthäkchen auch nie länger als zwei Wochen außerhalb von Deutschland gewesen bin“, hatte die mittlerweile überaus selbstbewusste junge Frau gerade in den ersten eineinhalb Jahren doch sehr mit dem Heimweh zu kämpfen. Geholfen hat Marion Brödys dabei neben Telefonaten mit der Familie in erster Linie der Sport. „Unter der Woche bleibt einem nur wenig Zeit. Denn neben der Uni geht es nicht nur täglich für einige Stunden zum Training auf den Golfplatz, sondern gilt es auch jede Menge Fitnessübungen zu absolvieren“, verriet die Achimerin. Allerdings steht das alles erst an zweiter Stelle. „Der Sport ist eng an die Noten gekoppelt. Stimmen die nicht, geht es auch nicht auf den Golfplatz. Allerdings ist das bei einem Stipendium ja auch nachzuvollziehen“, verweist Brödys auf die 120000 Dollar Studiengebühren, die für sie von der Uni für die vier Jahre übernommen wurden.

Dass die Achimerin überhaupt zum Golfsport gekommen ist, verdankt sie ihrer Freundin Janin Müller. „Sie hat mich damals mit auf den Golfplatz genommen. Dabei habe ich relativ schnell Gefallen dran gefunden. Als Zehnjährige habe ich mich dann komplett für Golf entschieden und dabei viel Unterstützung von meinen Eltern bekommen“, erinnert sich Marion Brödys an die Anfänge. In der Folge ging es für sie steil bergauf und als 14-Jährige spielte sie schon für den Kader des Golfverbandes Niedersachsen-Bremen. „Da der Konkurrenzkampf dort schon sehr groß war, habe ich in der Zeit extrem viel trainiert. Das war jedoch kein Problem, da meine Leistungen in der Schule ebenfalls gut waren und es somit auch keine Konflikte gab“, war die 21-Jährige bereits damals sehr fokussiert und diszipliniert.

Als 16-Jährige folgte dann der Wechsel nach Bremen ins Damenteam des Club zur Vahr in der 2. Bundesliga. Für das ist Brödys, die aktuell ein Handicap von 2,7 hat, immer noch aktiv. Allerdings hat sie mit ihrer Mannschaft den anvisierten Aufstieg in die 1. Liga knapp verpasst. Auch in den USA knüpfte die Studentin an ihre guten Leistungen an. „Ich habe damals einen super Start erwischt und das erste Turnier gewonnen. Darüber hinaus wurde ich im ersten Jahr als Freshman of the Year ausgezeichnet“, hat sich die Achimerin auch für ihr nun abschließendes Jahr in Oklahoma noch einmal hohe Ziele gesteckt: „Natürlich steht das Studium an erster Stelle. Darüber hinaus strebe ich bei den Championchips einen Platz unter den ersten drei Spielerinnen an, um dann auch bei regionalen oder nationalen Meisterschaften starten zu können.“

Bei den ganzen Erfolgen und dem hohen Aufwand, den die junge Golferin in der vergangenen Jahren betrieben hat, liegt der Verdacht nahe, dass die 21-Jährige eine Karriere als Profi einschlagen wird. Aber dem schiebt Marion Brödys sofort einen Riegel vor. „Das ist für mich keine Option. Um den Traum leben zu können, gilt es soviel Arbeit zu investieren. Außerdem ist der Druck enorm. Auch wenn ich schon sehr viel Zeit investiert habe, soll Golf für mich auch weiterhin ein Hobby bleiben, bei dem ich abschalten kann.“

Gleichwohl macht die 21-Jährige kein Geheimnis daraus, dass sie dem Sport definitiv erhalten bleiben wird, auch wenn sie in ihre Heimat Badenermoor zurückkehrt. Allerdings werden ihre Eltern, Geschwister und Freunde, die dank ihrer Unterstützung einen großen Anteil daran hatten, dass Marion Brödys Auslandserfahrung so gut verlaufen ist, sich auch nach Ablauf ihres Studiums noch ein Jahr in Geduld üben müssen. „Ich werde ab Mai 2016 wahrscheinlich noch ein Jahr in den USA auf einem Golfplatz oder einer Golfakademie arbeiten, da es mein Visum als praktische Erfahrung für das Studium hergibt.“

Spätestens 2017 peilt Marion Brödys dann aber die Rückkehr in den Kreis Verden. Und auch dort will sie dem Golfsport auf jeden Fall erhalten bleiben, in welcher Form auch immer. „Als Trainer fehlt mir sicher die Geduld. Ich kann mir aber gut vorstellen mit Kindern zu arbeiten und eventuell ein Team zu begleiten. Zumal ich anderen gerne etwas von der Unterstützung zurückgeben möchte, die ich in meiner Jugendzeit erfahren habe.“

Auch in beruflicher Hinsicht könnte sich Marion Brödys eine Aufgabe im Bereich des Golfverbandes vorstellen. Und dabei will die Achimerin die Erfahrungen nutzen, die sie in den USA gesammelt hat: „Die Strukturen hier sind noch viel zu verbissen. Daher würde ich sie gerne etwas aufbrechen, zumal ich fest davon überzeugt bin, dass mit einer gezielten Förderung der Jugend in den Vereinen noch viel mehr aus dem Golfsport rauszuholen ist. Aber bis dahin ist es sicher noch ein langer Weg, den es zu meistern gilt.“

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