Achim/Badens Handball-Routinier Patrick Denker über die sportliche Talfahrt, sein Team, seinen Verein

„Ich würde hier nichts verändern“

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Muss auch Patrick Denker eine lange Zwangspause einlegen?

Achim/Baden - Von Woche zu Woche setzt es derzeit für die Drittliga-Handballer der SG Achim/Baden eine Niederlage nach der nächsten, oft scheint der Aufsteiger dabei mit den gestellten Aufgaben überfordert zu sein. Eine Überraschung ist das allerdings nicht. Immerhin startete der einstige Zweitligist mit einem Budget in die Saison, über das der größte Teil der Konkurrenz sicher nur grinsen kann. Teure Klassenerhaltsgaranten konnten so nicht verpflichtet werden. Vor dem Heimspiel gegen den VfL Potsdam sprachen wir mit Routinier Patrick Denker über die scheinbar aussichtslose Situation beim Tabellenletzten.

Erst einmal die wichtigste Frage: Wie geht es Ihnen? Haben Sie das Abschlusstraining gut weggesteckt?

Patrick Denker: „Leider nein. Ich bin umgeknickt, der Fuß ist sofort angeschwollen. Eine Katastrophe! Ich werde wohl länger pausieren müssen.“

Dass die 3. Liga für die SG ein Abenteuer, eine echte Herausforderung bei der herrschenden Geldknappheit im Verein werden würde, war von Anfang an klar. Doch hätten Sie vor dem ersten Punktspiel damit gerechnet, dass es so schwierig werden würde, die Klasse zu halten?

Patrick Denker: „Nun, am Anfang lief es ja gar nicht so schlecht. Im Dezember haben wir aber dann gegen Fredenbeck und Großburgwedel verloren. Spiele gegen direkte Konkurrenten, gegen die wir uns einiges ausgerechnet haben. Hätten wir nur eines gewonnen, wäre sicher vieles anders gelaufen. Zudem haben uns die zahlreichen Verletzungen immer wieder zurückgeworfen, konnten wir nur selten vollzählig trainieren. Dafür zahlen wir jetzt den Preis!“

Wie hoch müsste denn ein Etat sein, der der 3. Liga würdig ist?

Patrick Denker: „Nun, von Springe zum Beispiel wird behauptet, sie könnten dort mit 500- bis 600000 Euro hantieren. Wir sind in dieser Hinsicht eher unterstes Niveau.“

Der Abstand zum rettenden Ufer wird für die SG langsam immer größer. Was muss passieren, um den Bock doch noch umstoßen zu können?

Patrick Denker: „Nur wir als Mannschaft können noch etwas ändern! Jeder muss sich hinterfragen, ob er noch ein paar Prozentpunkte mehr geben kann. Aber ich glaube, ein Erfolgserlebnis würde diese noch einmal aus jedem herauskitzeln können.“

Was machen Sie denn Woche für Woche falsch – und was machen im Gegenzug die Gegner so viel besser?

Patrick Denker: „Wir müssen immer am obersten Limit spielen, da darf keiner von uns einen schlechten Tag erwischen. Während wir jedes Tor erspielen und erkämpfen müssen, können fast alle anderen Teams auf leichte Tore bauen, weil sie die Kanoniere dafür haben, die uns eben fehlen!“

Ich gebe Ihnen mal genügend Euro in die Hand, um für Ihr Team noch schnell einen Wunschspieler zu holen. Welche Vorzüge müsste dieser haben und auf welcher Position würde er spielen?

Patrick Denker: „Na eben dieser eine, der diesen Bums hat. Wir spielen ihn frei und er ballert die Kugel rein. Der kann dann auch Rückraumrechts spielen – ich gehe dann freiwillig wieder auf Außen.“

Wie würden Sie diesem Spieler in wenigen Worten erklären, in was für eine Mannschaft er kommt?

Patrick Denker: „Er kommt in eine spielstarke Truppe, die zusammenhält. Und er ist der letzte Baustein, der diesem Team fehlt.“

Nennen Sie drei Dinge, die die SG Achim/Baden auszeichnen und drei, die Patrick Denker verbessern würde – wenn er könnte.

Patrick Denker: „Die SG ist ein gewachsener Traditionsverein, in der viele Emotionen ticken und in der mit viel Herzblut am Leistungshandball gearbeitet wird. Deshalb habe ich diesem Verein zehn Jahre die Treue gehalten, obwohl es lukrative Angebote gab.

Verändern würde ich hier eigentlich nichts. Was fehlt, sind doch nur die finanziellen Mittel. Doch aus der Erfahrung weiß ich, dass die schon kämen, wenn sich bei uns der sportliche Erfolg wieder einstellen würde. Das ist der entscheidende Faktor.“

Sie sind beruflich als selbständiger Architekt und auch als Familienvater stark eingespannt, ein Florian Block-Osmers ist es ebenfalls. Wann sagen Sie: Jetzt reicht‘s! Schluss mit Leistungshandball?

Patrick Denker: „Ich habe so lange Leistungssport betrieben, ich kann ohne ihn gar nicht mehr. Sollte ich nicht mehr Handball auf hohem Niveau spielen können, würde ich in einer anderen Sportart die Herausforderung suchen. Mit 31 Jahren habe ich aber hoffentlich noch ein paar gute Jahre Handball vor mir.“

Glauben Sie, dass dieses Team auseinander fällt, wenn es wieder runter in die Oberliga gehen sollte?

Patrick Denker: „Nein, auf keinen Fall. Denn momentan sind wir ja eine Truppe, die vom Niveau her zwischen Oberliga und 3. Liga steht. Steigen wir ab, dann stehen wir gemeinsam wieder auf. Das haben wir hier in der SG Achim/Baden immer so gemacht!“

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