Auf Arne von Seelen ist wieder Verlass

SG Achim/Baden steckt frühes Rot gegen Mühlbrandt weg – 31:31 in Rotenburg

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Da kann Rotenburgs Sören Heyber (r.) nur zuschauen: Steffen Fastenau kommt frei zum Wurf und erzielt eines seiner sechs Tore.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Der Chef dürfte sich gefreut haben – vermutete jedenfalls Thorben Schmidt. „Ich glaube, er ist zufrieden“, meinte der Co-Trainer der SG Achim/Baden, der im Derby der Handball-Oberliga beim Aufsteiger TuS Rotenburg hauptverantwortlich die Geschicke für den verhinderten Coach Tobias Naumann an der Seitenlinie übernahm. Der Tabellenachte erreichte ein 31:31 (16:15) und war trotz einiger personeller Nackenschläge dem Sieg näher als die Gastgeber vor 350 Zuschauern.

Selbst Rotenburgs grantelnder Trainer Nils Muche gestand: „Das war ein unverdienter Punktgewinn für uns.“ Sein Torjäger Sören Heyber hatte 66 Sekunden vor Schluss ausgeglichen. „Ein gerechtes Unentschieden“, urteilte derweil Schmidt. Im Rückraum fehlte ihm neben dem Langzeitverletzten Dennis Summa auch Florian Block-Osmers, dessen Lücke aber Steffen Fastenau, in der ersten Hälfte als Rechtshänder im rechten Rückraum, sehr gut schloss. 

Ab der 30. Minute verabschiedete sich allerdings auch der Halblinke Jan Mühlbrandt, der bis dato fünf Tore erzielt hatte. Er leistete sich eine kleine Wrestlingeinlage, als Luka Bruns per Tempogegenstoß dem Achimer Tor entgegeneilte, und sah Rot von den souveränen Unparteiischen Volkmar Hustedt/Heiko Bujalla (TSV Daverden/TV Oyten). „Er ist ja nur auf den Hals gegangen“, stellte Hustedt fest. Und Schmidt räumte ein: „Die Rote Karte kann man vertreten, er geht aktiv dahin.“

Doch die Rotenburger, die zu diesem Zeitpunkt einen 9:14-Rückstand (21.) fast wieder wettgemacht hatten, nutzten den personellen Vorteil in der zweiten Hälfte nicht aus. Sie gingen zwar durch Patrick Zahn erstmals mit 17:16 in Führung (33.), waren aber fortan nicht effektiv genug und scheiterten immer wieder am starken Keeper Arne von Seelen. Apropos Schlussleute: Egal, wer bei den Gastgebern drin stand – die sonst so zuverlässigen Yannick Kelm und Denis Jäger waren völlig außer Form und ließen auch so einige haltbare Bälle passieren.

So zog Achim/Baden durch Jan Wolters auch wieder auf drei Tore davon – 25:22 (48.). Rotenburg hatte längst Max Nowosadtko als Wachhund für Spielmacher Marvin Pfeiffer abgestellt, in der Schlussphase kümmerte sich Jens Behrens auch noch um Wolters. „Die Manndeckung hat uns kurz aus dem Konzept gebracht, aber wir haben es dann gelöst“, fand Schmidt.

Nils Muche war hingegen spätestens ab der zweiten Minute auf 180 und auch nach dem Spiel schwer zu besänftigen. Respekt zollte er seinem Team allein für die kämpferische Leistung. Aber: „Wir haben es nicht geschafft, zu Anfang Ruhe reinzubringen. Und defensiv sind zwei, drei Spieler aus dem System ausgebrochen“, bemerkte er.

SG Achim/Baden: Von Seelen, Meinke, Sawicki - Jacobsen (2), Wolters (3), Zysk (2), Podien (5/1), Fastenau (6), Meier (2), Pfeiffer (2), Schirmacher, Balke (4), Zschorlich, Mühlbrandt (5).

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