26-jähriger Rennreiter aus Blender will in England weitere Erfahrungen sammeln

Cevin Chan eilt von Sieg zu Sieg – und kein Ende in Sicht

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Mit Kazzio gelang dem Blenderaner Cevin Chan im italienischen Meran der bis dato größte Erfolg seiner Karriere.

Blender - Von Jürgen Honebein. Für den 26-jährigen Rennreiter Cevin Chan (Blender) verläuft das Jahr extrem erfolgreich. Denn er wurde nicht nur zum sechsten Mal in Folge Deutscher Meister der Hindernisjockeys, sondern gewann in Meran auf Kazzio eines der bedeutendsten Jagdrennen Europas.

In Meran siegte Cevin Chan (wie berichtet) auf dem von Pavel Vovcenko (Achim-Bollen) trainierten Wallach Kazzio im über 5000 Meter führenden und mit insgesamt 215000 Euro dotierten „Gran Premio Merano“, einem Jagdrennen der Europagruppe I. „Das war mein bisher größter Erfolg, der unvergessen bleiben wird“, schwärmt der junge Familienvater. Es gab aber ein weiteres Highlight in diesem Jahr in Chans Karriere, denn der junge Mann stieg im Oktober in Pardubice in der „Velka Padubicka“ in den Sattel, das nach der Grand National in Aintree mit Abstand schwerste Jagdrennen der Welt. Mit dem Riesenaußenseiter Peintre Abstraid erreichte er jedoch nicht das Ziel: „Ich bin auf der Flachbahn von einem reiterlosen Pferd regelrecht umgeritten worden und musste daher aus dem Sattel. Es war dennoch für mich ein tolles Erlebnis. Ich habe noch nie so viele Menschen auf einer Rennbahn gesehen“, sagt Cevin Chan.

Der sechsmalige Champion wohnt mit seiner Frau und seinen beiden fünf und ein Jahr alten Söhnen in Blender. Geboren ist Chan in Deutschland. Seine Mutter kommt aus Malaysia, ein Land, das er wegen seiner Verwandten ab und an noch besucht. Schon früh in der Kindheit hat er sich für Pferde interessiert. So war es keine Überraschung, dass er mit 16 Jahren eine Ausbildung bei Trainer Pavel Vovcenko begann und später auch erfolgreich abschloss. Im September 2007 ritt er sein erstes Rennen. Es war ein Flachrennen in Dresden auf der Stute Calluna Nao, mit der er aber Letzter wurde. Es konnte also nur besser werden und es wurde besser. In seinem ersten Jagdrennen belegte Chan Ende Oktober 2007 in Bremen auf Geisha Dream den vierten Platz, beide Vollblüter befanden sich bei seinem Ausbilder und Lehrherrn Pavel Vovcenko im Training. Der erste Sieg gelang noch im gleichen Jahr in Bremen, als er auf dem neunjährigen Wallach Maniac, der vom viel zu früh verstorbenen Uwe Stoltefuß (Dortmund) trainiert wurde, ein Jagdrennen gewann. Bis heute sind es 78 Siege in Flach- und 62 Siege in Hindernisrennen geworden. Und es waren außer mit Kazzio auch noch etliche andere hochkarätige Siege dabei. So in der schwedischen „Grand National“ mehrfach mit Stall Steintors Alanco oder in vielen Seejagdrennen und anderen Hindernisrennen mit Pferden wie Allegan, Gelon, Smartian, Mister Moon, Indian Sun, Mariquita, Falconettei und Nuevo Leon, um nur einige zu nennen. Auch in Verden war Chan bis heute sechsmal siegreich. „Eine super Rennbahn, die ich liebe. Leider musste ich in diesem Jahr in Mannheim reiten und konnte nicht dabei sein“, bedauert der 26-Jährige. In den vergangenen Jahren stieg Chan hauptsächlich in Hindernisrennen in den Sattel, denn er kann „nur“ ein Gewicht von 60 Kilo reiten. „Es gingen auch 57 oder 58 Kilo, doch dann müsste ich extrem abkochen und das will ich nicht mehr, denn das geht zumindest bei mir auf die Gesundheit“, sagt der sympathische junge Mann.

Von größeren Verletzungen ist er bis heute verschont geblieben, sieht man von einem Ermüdungsbruch im Fuß oder einem Ellenbogenbruch ab. Den nun bevorstehenden Winter möchte er gerne dazu nutzen, im Mutterland des Hindernissports in England in den Sattel zu steigen, um dort weitere Erfahrungen zu sammeln. „Dort sind das ganze Jahr über Hindernisrennen und ich kann von den besten Hindernisjockeys der Welt noch viel lernen“, ist Chan sehr wissbegierig. Es gab in diesem Jahr auch ein Intermezzo in einem Dressurstall bei einem Pferdebesitzer in Eitze, doch gehört das in Kürze der Vergangenheit an. „Es hat zwar viel Spaß gemacht, diese Art des Reitsports kennen gelernt zu haben und dafür bin ich auch dankbar, aber im kommenden Jahr will ich nur Galopprennen reiten und dort noch einmal richtig angreifen“, verspricht der sechsmalige Champion. Dabei wird er zwar auch in Deutschland reiten, aber viel in Frankreich und Italien. „Dort sind einige Trainer durch meinen Sieg mit Kazzio in Meran auf mich aufmerksam geworden, so dass ich vermehrt Rittangebote bekomme“, erklärt Chan. Was später einmal nach seiner aktiven Laufbahn kommt, steht noch nicht fest: „Ich möchte noch viele Jahre Rennen reiten.“ Vielleicht wechselt er ja auch ins Trainergeschäft, denn in der Vergangenheit sind viele ehemalige Hindernisjockeys erstklassige Trainer geworden wie zum Beispiel Altmeister Herbert Cohn, Andreas Wöhler, Bruce Hellier, Uwe Stoltefuß, Norbert Sauer und Pavel Vovcenko, um nur einige zu nennen.

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