Sportlerwahl des Jahrzehnts - Startnummer 6

Hannah Pakulat und die Liebe zum Basketball

Hannah Pakulat lehnt an eine Steinwand auf Malta an.
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Der letzte Urlaub lag vor der Corona-Pandemie: Hannah Pakulat genoss die Zeit auf Malta sehr und würde gerne mal wieder dorthin zurückkehren.

Trotz Auslandsaufenthalten und einem Studium in Vechta ist Hannah Pakulat dem Basketball immer treu geblieben. Eine andere Sportart hätte diese Liebe aber beinah entzweit.

Lauenbrück – Eigentlich liebt Hannah Pakulat ja die Ferne. Zehn Monate in den USA, drei in Irland, einen in Malta, zudem das Studium in Vechta – und trotzdem zieht es die Stammspielerin des Basketball-Zweitligisten Avides Hurricanes immer wieder zurück nach Lauenbrück. So auch jetzt wieder. Obwohl sie inzwischen in Buchholz mit ihrem Lebensgefährten wohnt, absolviert die angehende Lehrerin seit Januar ihr Referendariat an der Fintau-Oberschule in ihrem Heimatort. „Da gefällt es mir sehr gut. Und ich verbinde es dann immer mit dem Besuch bei meinen Eltern und mit dem Training“, erzählt die 26-Jährige, die Sport und Englisch auf Lehramt studiert und vergangenen Sommer ihren Masterabschluss geschafft hat.

Sportlerwahl 2019: Hannah Pakulat holte sich den Pokal.

Derzeit unterrichtet sie diese Fächern in der zehnten Klasse. Als sie selbst noch in der fünften oder sechsten Klasse war, entdeckte sie den Basketballsport für sich. Und zwar durch Christoph Treblin, den ehemaligen Abteilungsleiter der Hurricanes, der an der Eichenschule Scheeßel eine Arbeitsgemeinschaft anbot. Damit begann auch eine beeindruckende Karriere unter den Körben, die auch mit der Auszeichnung zur Sportlerin des Jahres 2019 gewürdigt wurde. Pakulat hatte es als Jugendspielerin bis in die U 18-Nationalmannschaft geschafft und an der Europameisterschaft  2012 teilgenommen. „Ich habe da aber auch häufig absagen müssen. Einmal wegen Amerika, einmal weil ich nach der U 18-EM meinen Achillessehnenriss hatte. Und danach lag der Fokus dann auf meinem Studium.“

Beachtliche Zeiten auf der Laufbahn

Und auf den Hurricanes, denen sie immer die Treue gehalten hat. Auch in ihrer Studienzeit, wenn die Züge aus Vechta mal wieder ausgefallen waren und „ich ewig unterwegs war, um zum Training zu kommen“. Einmal kam sie allerdings ins Grübeln – nicht wegen eines anderen Vereins („Das könnte ich irgendwie nicht“), sondern wegen einer anderen Sportart. Zu ihrer Zeit an der High School in Slidell zeigte Pakulat 2011 ungeahnte Talente als Leichtathletin. „Nachdem die Basketball-Saison dort vorbei war, habe ich mit Leichtathletik und Tennis weitergemacht. Ich wusste ja, dass ich nicht die Langsamste war“, erzählt sie. Ihre 58,67 Sekunden über die 400 Meter und ihre 2:17,64 Minuten über die zwei Stadionrunden sorgten allerdings auch in der Heimat für Aufsehen. „Ich habe kurz überlegt, damit weiterzumachen. Aber die Liebe zum Basketball war einfach zu groß.“

Blickrichtung Korb: Hannah Pakulat in Aktion.

Gut für die Hurricanes, denn seit 2009 gehört Pakulat bereits dem Damen-Kader an, machte die Zeit in Liga eins mit und hat sich längst als feste Starting-Five-Spielerin etabliert. „Jetzt bin ich plötzlich die Zweitälteste nach Pia (Mankertz, Anm. d. Red.) im Team“, muss die Kämpferin und konstanteste Rebounderin des Teams selbst schmunzeln. Es ist eben ein wenig wie in ihrem Job – nun gibt sie ihre Erfahrung weiter und den Jüngeren wichtige Tipps. „Auf jeden Fall hat sich meine Rolle verändert, ich übernehme deutlich mehr Verantwortung“, weiß Pakulat selbst. Und sie hat sich stetig entwickelt: „Ich habe mit den Jahren gelernt, das Spiel besser lesen zu können. Ich weiß, wann ich welchen Block stellen muss, und habe mehr Ruhe auf dem Platz bekommen.“

Beste Rebounderin hat jetzt viel mehr Ruhe

Allerdings räumt auch die so defensivstarke Flügelspielerin ehrlich ein, dass sie in dieser „merkwürdigen Saison“ zu Beginn „große Probleme hatte, dass die Schulen zu waren und wir Basketball gespielt haben. Mit den Tests fühle ich mich aber sicherer.“ Ihr größter sportlicher Wunsch deshalb: „Eine Saison, in der es wieder um was geht“ – für ihr Team am besten um die Play-offs, möglichst ohne die Angst, dass Corona wieder Ärger macht. „Denn so wie in dieser Saison, kann man ja nichts richtig planen.“

Ein Bild mit Symbolcharakter: Der orange Ball nimmt im Leben von Hannah Pakulat viel Platz ein.

Kostenbewusst auf Malta unterwegs

Planen würde Hannah Pakulat auch gerne mal wieder einen Urlaub. „Ich reise unfassbar gerne. Und ich bin so ein bisschen in Irland verliebt“, gesteht sie und meint: „Das sind Erfahrungen, die man da sammelt, die man auch den Schülern weitergeben kann.“ Vor der Pandemie war sie zuletzt auf Malta – und als Studentin mit kleinem Budget durchaus kostenbewusst unterwegs. „Ich habe dort in einem Hostel geputzt – dadurch durfte man dort dann umsonst wohnen“, erzählt sie. „Und ich bin sehr froh, dass ich das gemacht habe.“

Wichtig sei ihr aber auch, Referendariat und Basketball „unter einen Hut zu bekommen“, denn ans Aufhören denkt sie bei den Hurricanes noch lange nicht. „Theoretisch bin ich ja noch jung“, meint Pakulat und muss lachen. Den jüngeren Gegenspielerinnen zeigt sie das oft genug und immer wieder. „Ich bin selbst überrascht, wie schnell ich noch bin – auch gegenüber den Jüngeren. Das freut mich schon.“ Und insofern ist eine zweite Sportkarriere nach der jetzigen für sie auch in ferner Zukunft keineswegs ausgeschlossen: „Mich reizt es schon noch, wettkampfmäßig zu laufen. Ich mag die 400 und 800 Meter.“

Zahlen, Daten, Fakten: Hannah Pakulat

Geburtsort: Hamburg.

Alter: 26 Jahre.

Aktueller Wohnort: Buchholz.

Familienstand: Ledig.

Beruf: Lehrerin im Referendariat.

Sportart: Basketball.

Sieg bei der Sportlerwahl: 2019.

Größte Erfolge: Aufstieg in die 1. Bundesliga mit den Avides Hurricanes 2014, dritter Platz in der 1. Bundesliga mit den Avides Hurricanes 2015, Teilnahme an der Europameisterschaft mit der deutschen U 18-Nationalmannschaft 2012.

Bisherige Vereine: High School Slidell (Texas).

Aktueller Verein: Avides Hurricanes.

Hobbys: Basketball, Laufen, Reisen.

Ziele: Play-offs mit den Hurricanes in einer normalen Saison spielen.

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