Hurricanes benötigen ein Wunder

Zweitklassige Beerdigung

Für Janae Young (l.) lief es recht gut, für Tabytha Wampler nicht.

Scheeßel - Von Matthias Freese. Nur das rote Oberhemd passte nicht zu einer Beerdigung. Was Mahir Solo da in seinem schwarzen Anzug und mit der dunklen Krawatte um den Hals zur Premiere als Coach der Avides Hurricanes zu sehen bekam, glich nach der Pause einem zweitklassigen Trauerspiel. Die Bundesliga-Basketballerinnen steuern nach der sechsten Pleite in Serie, dem 65:82 (36:37) im Kellerduell gegen die „Dreier-Fabrik“ des SV Halle, dem Abstieg entgegen. Die Hoffnung auf den Klassenerhalt ist nur noch minimal.

Mahir Solo, der am Dienstag für den abgesetzten Tomas Holesovsky übernommen hatte, versuchte sich in Durchhaltepraolen. „Es ist noch nichts vorbei“, betonte er und machte bereits eine Rechnung auf: Aus den verbleibenden acht Spielen müssten jetzt fünf Siege her. „Gegen wen können wir noch gewinnen?“, überlegte auch Vorstandsmitglied Christoph Treblin – und dachte nicht nur an den USC Freiburg und die ChemCats Chemnitz, sondern an den Herner TC, den BC Marburg und sogar an den TV Saarlouis. „Aber nicht gegen Wasserburg und Keltern. Ich will uns nicht zu nahe treten – aber die sind wirklich stärker als wir“, wirkte Team-Routinier Laura Rahn alles andere als euphorisch.

Nachdenklicher Novize: Mahir Solos Debüt ging daneben.

Solo hatte vieles verändert, hatte mehr auf Aggressivität und Schnelligkeit gesetzt. „In der ersten Halbzeit hat man schon seine Handschrift gesehen“, stellte Treblin fest. „Aber er kann ja nicht in vier Tagen eine Mannschaft komplett umbauen. Ich finde, er hat das Maximale herausgeholt“, sprang auch Halles Trainer René Spandauw dem Novizen zur Seite.

Eine Halbzeit lief es in einem intensiv und gut anzuschauenden Duell auch noch für die Hurricanes, die durch Petra Zaplatova zwischenzeitlich auf sieben Punkte wegzogen (23:16/11.). Vor allem Rückkehrerin Janae Young präsentierte sich in ihrem zweiten Spiel stark formverbessert, kam allein im ersten Viertel auf zehn Punkte und am Ende auf 19 sowie elf Rebounds. Ärgerlich war nur, dass dafür die sonst so zuverlässige Centerin Tabytha Wampler nie ins Spiel fand. Nach ihrem zweiten Foul (4.) setzte Solo sie bis kurz vor der Halbzeit auf die Bank.

Der Patient der Basketball-Bundesliga: Kapitän Pia Mankertz wird nach einem Foul von Anna-Lena Meinke behandelt.

Noch härter erwischte es Hannah Pakulat. Das abwehrstarke Eigengewächs stand nicht eine Sekunde auf dem Feld. „Sie hat die Woche nur zwei Mal trainiert. Es ist schwer, damit in die Mannschaft zu kommen“, erklärte Solo den Verzicht auf die in Vechta studierende Flügelspielerin. Ungewöhnlich war auch die Maßnahme, nicht Laura Rahn, sondern Andrea Baden an die Linie zu schicken, nachdem Pia Mankertz beim Dreierversuch gefoult worden war und am Rücken behandelt werden musste (27.). Baden hatte in der ersten Hälfte jedoch ein starkes Spiel gemacht – am Ende standen für sie acht Punkte in nur acht gespielten Minuten in der Statistik.

Die sah die Hurricanes am Ende bei den Assists und Steals auch klar vorne – doch 16 Turnover waren verhängnisvoll. Vor allem aber die 55-prozentige Dreierquote der Gäste, die nach der Pause mit drei schlecht verteidigten Distanzwürfen in nicht einmal zwei Minuten auf 46:36 erhöhten. Wie bereits im Hinspiel markierte Inken Henningsen allein vier Dreier. „Wir wissen ja, wie die werfen können, haben aber nicht drauf aufgepasst“, war für Laura Rahn diese Phase spielentscheidend. „Ausschlaggebend waren unsere Fehler in der Defense. Auch in der Offense sind wir durcheinander gelaufen.“

Nachdenklicher Novize: Mahir Solos Debüt ging daneben.

Zudem schienen die Gäste von der Saale in Sachen Fitness um Längen voraus zu sein. Zum Zeitpunkt, als die Partie komplett kippte, nahm Solo dennoch keine Wechsel vor und ließ seine vermeintlich stärkste Fünf drauf – doch die agierte statisch und kassierte einen 2:18-Run. „Sie müssen daran arbeiten, dass sie sich nicht gleich eingraben, wenn es nicht läuft“, äußerte Christoph Treblin einen leisen Wunsch ans Team. Das dürfte angesichts der Tabellensituation noch schwerer werden.

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