Zwei Westerveseder wegen rassistischer Beleidigungen vom Sportgericht belangt

Graff fällt Urteil: Geldstrafe und mehrmonatige Sperre

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Mediengruppe Kreiszeitung

Rotenburg - Von Mareike Ludwig. Die Sitzung in Gyhum hat sich am Dienstagabend drei Stunden hingezogen, ehe das Sportgericht des Fußball-Kreises Rotenburg schließlich das Urteil gefällt hat. Am Ende waren sich der Vorsitzende Peter Graff sowie seine Beisitzer einig: Im Fall rassistischer Beleidigungen hat das Sportgericht die beiden Beschuldigten des SV BW Westervesede aus der 1. Kreisklasse Süd mit Geldstrafen und mehrmonatigen Sperren belangt. Das Verfahren gegen den Verein wurde indes aufgrund mangelnder Beweise fallen gelassen.

„Es waren viele Zeugen auf beiden Seiten dabei. Die Beschuldigungen gingen immer hin und her. Für uns galt es also festzustellen, wo die Glaubwürdigkeit liegt“, erklärt Peter Graff.

Zum Hintergrund: Ende November soll es in der Partie zwischen dem SV BW Westervesede und dem TuS Fintel zu rassistischen Beleidigungen gekommen sein. Fintels Kapitän Emra Kezer hatte sich von einem Spieler sowie einem Mann aus dem Trainerstab verbal angegriffen gefühlt. „Wir haben aber den Eindruck bekommen, dass es von Seiten der Westerveseder kein Ausspruch nationalsozialistischer Gesinnung war. Vielmehr sind wir zu dem Schluss gekommen, dass sich die Situation hochgeschaukelt hat“, so der Vorsitzende.

Das Sportgericht hat den Spieler mit einer viermonatigen Sperre (am 16. April ist er somit wieder spielberechtigt) sowie einer Geldstrafe in Höhe von 150 Euro belangt. „Natürlich sind die rassistischen Beleidigungen schlimm. Es ist aber nicht auszuschließen, dass der Spieler vorher von Seiten der Finteler provoziert wurde und daher so gehandelt hat. Das wirkt sich strafmildernd aus“, begründet der Vorsitzende des Sportgerichts das Urteil.

Diese Sachlage trifft auch auf Westervesedes Mannschaftsverantwortlichen zu. Das Sportgericht hat ihn zu einem viermonatigem Ausübungsverbot seines Amtes sowie einer Geldbuße in Höhe von 200 Euro verurteilt. „Er hat als Mannschaftsverantwortlicher seine Vorbildfunktion missachtet, daher ist seine Strafe etwas höher ausgefallen“, erklärt Graff. Westervesedes Vorsitzender Dieter Kuschkewitz zeigt sich vom Urteil indes enttäuscht: „Aufgrund massiver Provokationen ist ein Satz gefallen. Wir haben aber danach sofort Reue gezeigt und uns dafür entschuldigt. Wir sind daher von dem Strafmaß unangenehm überrascht.“

Dass sich außerdem das Westerveseder Publikum diskriminierend verhalten haben soll, konnte nicht festgestellt werden. „Dafür gibt es keinerlei Belege. Auch der Schiedsrichter hat nichts gehört. Da die Beweise nicht ausreichen, haben wir das Verfahren gegen den Verein eingestellt“, erklärt Graff.

Der SV BW Westervesede hat nach Zustellung des Urteils sieben Tage Zeit, in Berufung zu gehen. Sollte der Verein von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, wäre das Bezirkssportgericht für den Fall zuständig. „Wir werden nun erstmal auf das schriftliche Urteil warten und uns dann Gedanken darüber machen“, sagt Kuschkewitz.

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