SPIELERIN DES WOCHENENDES Wie Melda Tölle immer wichtiger wird

Zwei Dreier, kein Ballverlust

Der hat gepasst! Nach ihrem zweiten Dreier ballt Melda Tölle die Faust. Sie kommt mit ihren Distanzwürfen in dieser Saison auf eine Erfolgsquote von 44 Prozent.
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Der hat gepasst! Nach ihrem zweiten Dreier ballt Melda Tölle die Faust. Sie kommt mit ihren Distanzwürfen in dieser Saison auf eine Erfolgsquote von 44 Prozent.

Rotenburg – Ein wenig neugierig und unbemerkt hat sich Melda Tölle im Rücken von Christian Greve postiert, während der Coach der Avides Hurricanes in kleiner Presserunde sein Statement zum Spiel abgibt. „Du darfst ruhig zuhören“, meint Greve, als er seine Spielerin erblickt. Kurz darauf – Tölle ist bereits Richtung Kabine verschwunden – kreist die Analyse der Partie dann um die 18-Jährige, die acht Punkte zum 89:

73 in der 2. Basketball-Bundesliga gegen die TG Neuss beigesteuert hat.

„Melda hat ein richtig gutes Spiel gemacht. Da müssen die anderen Gas geben, um sich ihre Spielzeit zurückzuerarbeiten“, unterstreicht Greve. Und nach einem Blick in die Statistik fühlt er sich bestätigt: „Kein Ballverlust! Das hat sie schon immer ausgezeichnet.“ Auch die anderen Werte zeigen, warum die Buchholzerin, die mitten in den Vorbereitungen aufs Abitur steckt, auf 19 Einsatzminuten kam: Beide Dreierversuche waren drin, womit sie ihre Saisonbilanz aus der Distanz auf beachtliche 44 Prozent ausbaute. Zwei Rebounds, ein Assist und ein Steal kamen noch hinzu. Doch Greve schätzt nicht nur Tölles Fähigkeiten auf dem Platz. „Die Kommunikation, der Dialog mit ihr ist sehr gut. Sie ist eine reife, smarte junge Frau“, betont er.

Dabei lässt sich Melda Tölle, die sich nach ihrem im Herbst 2018 erlittenen Kreuzbandriss schnell zu alter Form zurückgekämpft hatte, auch von kleineren Wehwehchen nicht aufhalten. Ihre rechte Schulter ist bis zum Unterarm mit schwarzem Tape beklebt, weil sie seit Wochen mit Schmerzen spielt, die aus dem Nackenbereich herunterziehen. Tölle vertraut dabei Physiotherapeutin Anna-Lena Meinke und ihrem Ehrgeiz: „Im Spiel merke ich davon nichts“, beteuert sie. Erst recht nicht, wenn es dann auch noch so gut für das Team läuft wie gegen Neuss. „Endlich! Wir haben seit Wochen hart trainiert, jetzt hat es sich auch ausgezahlt. Wir hatten eine bessere Wurfquote und eine bessere Teamdefense“, sagt Tölle, merkt aber auch an: „Natürlich ist es immer noch nicht perfekt. Wir sind noch nicht dort, wo wir sein wollen.“ Aber eben einen deutlichen Schritt weiter. Tölle freut sich vor allem, Erfahrungen im Aufbauspiel „als Back-up für Pia (Mankertz, Anm. d. Red.) zu sammeln. Das war schon richtig cool und macht Spaß, weil man viel mehr ins Game kommt.“ Meist standen der Youngster und die erfahrene Kapitänin gemeinsam auf dem Feld, sodass Tölle dann oft über den linken Flügel ihre Akzente setzte. „Ich bin ja Linkshänderin. Es ist tatsächlich so, dass ich mich da etwas wohler als rechts fühle“, gesteht sie.

Dass in der Corona-Pandemie nun schon seit Monaten ohne Zuschauer gespielt wird, empfindet der 1,68 Meter große Guard als „riesen Unterschied. Es fühlt sich an wie ein Trainingsspiel“, meint sie. An ihrem Engagement ändert das nichts. Und auch nicht an ihrer Einstellung: „Wir müssen das Beste daraus machen und versuchen, eine möglichst gute Position in der Liga zu erreichen“, findet Melda Tölle.

Von Matthias Freese

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