Hurricanes stoppen Niederlagenserie 

Die Zukunft muss noch warten

Dieser Durchgang ist geschlossen! Hannah Pakulat (rechts) versperrt zusammen mit Janae Young den Weg für Hannovers Melissa Jeltema (2.v.r.). Die Hurricanes bezwangen die Gäste dank einer starken zweiten Halbzeit mit 66:55. - Fotos: Freese

Rotenburg - Von Matthias Freese. Vielleicht war es etwas übertrieben, wie D’Asia Chambers jubelnd vor der Tribüne der Pestalozzihalle tanzte, obwohl noch einige Sekunden zu spielen waren. Doch die Freude musste einfach raus – und die Amerikanerin im Team der Avides Hurricanes lebt sie eben in ihrer speziellen Art aus. Eine Woche nach dem feststehenden Abstieg aus der Basketball-Bundesliga gelang der erste Sieg seit einer gefühlten Ewigkeit – nach vier Monaten, nach elf Niederlagen am Stück! Im Niedersachsen-Derby schlugen die Hurricanes den Play-off-Anwärter TK Hannover mit 66:55 (29:39).

Mahir Solo hatte sein Wort nicht gehalten. Der Coach der Hurricanes hatte im Vorfeld angekündigt, den Talenten, der Zukunft des Vereins, ab sofort vermehrt Spielzeiten zu geben. Doch die im Kader stehenden Celine Schröder und Nike Fortmann, mit denen Routinier Laura Rahn unmittelbar vor dem Anpfiff noch ein intensives Dreiergespräch geführt hatte, gingen ebenso leer aus wie Birte Riebesell. „Selbst über ein, zwei Minuten hätten sie sich gefreut – und sie hätten es auch verdient“, zeigte Mitspielerin Andrea Baden Mitgefühl.

Doch irgendwie hatte Solo den besten Zeitpunkt zum Wechseln verpasst. Als sein Team nämlich in der zweiten Halbzeit zur erfolgreichen Aufholjagd vor weniger als 200 Zuschauern blies, wollte er diesen Spielfluss nicht stoppen. „Ich habe gemerkt, dass es für das Team wichtig war, dieses Spiel zu gewinnen und sich das Selbstvertrauen zurückzuholen. Die jungen Spielerinnen bekommen im nächsten Jahr noch genügend Chancen. Die nächste Saison ist ihre Saison“, betonte Solo. Der Jugendstil blieb also aus. Und so standen Mitte des letzten Viertels sogar kurz alle fünf Profis auf dem Feld, während die Bank komplett mit den deutschen Spielerinnen besetzt war.

Vielmehr war es der Gast aus der Landeshauptstadt, der – auch aufgrund von Verletzungen – hauptsächlich mit deutschen Spielerinnen agierte. Ausnahme: Melissa Jeltema. Die Amerikanerin ließ Coach Roger Battersby ebenso wie die frühere Hurricanes-Akteurin Stefanie Grigoleit durchspielen.

Smalltalk im Spiel: Hannovers Stefanie Grigoleit (r.) spielte einst mit Laura Rahn zusammen in Saarlouis.

Nach einer 11:7-Führung der Gastgeberinnen war es vor allem eine Dreier-Serie durch Dorothea Richter, Jeltema und Franziska Schreck, die das Spiel in die eigentlich erwarteten Bahnen zu leiten schien – mit 15:33 lagen die Hurricanes plötzlich zurück (13.). Doch statt aufzustecken, stabilisierten sie sich. Quasi frei von jeglichen Abstiegssorgen. „Der Druck ist weg, wir können befreit aufspielen“, erklärte Andrea Baden die Situation. Und die 21-Jährige, die selbst fast 16 Minuten auf dem Feld stand, fand: „Wir haben viel besser als Team gespielt – nicht so wie zuletzt. Es war auch viel mehr Leidenschaft zu sehen, niemand war sauer auf den anderen.“ Mahir Solo sah es ähnlich: „Sie haben ihren besten Basketball gespielt, waren kreativ und haben nicht groß nachgedacht.“ Selbst vom mehrfachen Ausfall einiger Deckenlichter im zweiten Durchgang ließen sich die Hurricanes nicht verwirren. Selbst bei den Rebounds (41:23) lagen sie am Ende vorne, wobei es ihnen zugute kam, dass auf beiden Seiten ohne klassischen Center gespielt wurde.

So kam es dann auch, dass der Rückstand allmählich schmolz, Chambers in der 37. Minute per Dreier der Ausgleich zum 55:55 gelang und Hannover bis zum Ende nichts mehr traf. Janae Young erst mit Freiwürfen, dann per Dreier, Ashley Southern, erneut die starke Young und schließlich Pia Mankertz von der Freiwurflinie erhöhten wie zu besten Hurricanes-Zeiten unaufgeregt und abgezockt auf 66:55. Ärgerlich nur, dass der Kampf gegen den Abstieg schon zuvor verloren gegangen war.

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