Insolvenz des Fußball-Oberligisten möglichst erst nach der Saison / Fast eine Million an Forderungen

In Zukunft als Heeslinger SC

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Das kleine Heeslingen soll nicht von der Fußball-Landkarte verschwinden, wohl aber der TuS Heeslingen – er übergibt sein Spielrecht an den neugegründeten Heeslinger SC.

Heeslingen - Von Mareike Ludwig. Die Tage des TuS Heeslingen sind gezählt! Gestern Abend verkündete der Vorstand auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Gründung eines neuen Vereins, der das Spielrecht des aktuellen Fußball-Oberligisten übernehmen wird.

Der Name ist keine Überraschung mehr: Heeslinger SC (unsere Zeitung hatte bereits exklusiv berichtet). Vieles deutet zudem darauf hin, dass dem TuS Heeslingen demnächst die Insolvenz droht. Wie der Vorstand gestern einräumte, belaufen sich die gesamten Forderungen des Finanzamtes und der Sozialversicherungsbehörden auf fast eine Million Euro.

„Es liegt uns nach wie vor kein rechtskräftiger Bescheid des Finanzamtes vor, da wir gegen deren Forderungen Widerspruch eingelegt haben. Wir sind mittlerweile so weit, dass wir es, wenn nötig, gerichtlich klären werden. Wir wollen darum kämpfen, dass der Verein keine Insolvenz beantragen muss. Dafür gehen wir bis in die letzte Instanz“, erklärte der Vorsitzende des TuS Heeslingen, Bernhard Eckhoff, der gleichzeitig einräumte: „Sicherlich haben wir Fehler gemacht, doch die Schuld habe ich nicht alleine. Ich bekomme seit einigen Tagen immer wieder Nackenschläge zu spüren, obwohl ich die ganze Zeit im Wohle des Vereins gehandelt habe. Irgendwann werde auch ich dünnhäutig.“

Ob der Heeslinger SC, der künftig von Steffen Brinkmann als Vorsitzender geführt wird und zudem der neue Stammverein des JFV A/O/Heeslingen sein wird, auch weiterhin in der Oberliga spielen darf, liegt nun in den Händen der Zulassungskommission des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV), die am Montag tagt. Heeslingens Beiratsmitglied Steffen Lahde machte deutlich, dass der neue Verein unbelastet in die Zukunft gehen würde und auch die bisherigen Sponsoren bei der Stange blieben. „Die Wirtschaftlichkeit des Heeslinger SC ist gesichert. Der Verein steht auf gesunden Füßen. Mir ist nicht bange, was die Zukunft angeht“, sagte Lahde nach der Übergabe der Spielrechte, über die gestern abgestimmt wurde, sichtlich erleichtert. Und er fügte hinzu: „Es gibt also eine leise Hoffnung, dass wir die Oberliga-Lizenz bekommen werden.“

Eine Chance, derzeit Spielergehälter zu zahlen, hat der TuS Heelingen dagegen nicht. Wie bereits berichtet, hat das Finanzamt Pfändungs- und Einziehungsverfügungen verschickt, sodass die Finanzströme blockiert sind. „Es gibt daher momentan keine Geldquelle. Wir sind handlungsunfähig, und wenn das Finanzamt mit der Pfändung nicht aufhört, werden wir zwangläufig in die Insolvenz gedrängt“, schilderte Lahde.

Übrigens: Fotoaufnahmen waren gestern Abend nicht erlaubt.

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