Stemmens Coach zieht positives Zwischenfazit

Heiko Meyer: „Ziel muss der Klassenerhalt sein“

Keine Zugänge geplant: Heiko Meyer geht nach aktuellem Stand mit einem unveränderten Kader in die restlichen Spiele der Qualifikationsrunde.
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Keine Zugänge geplant: Heiko Meyer geht nach aktuellem Stand mit einem unveränderten Kader in die restlichen Spiele der Qualifikationsrunde.

Unzufrieden ist Heiko Meyer mit seinem Team nicht. Im Interview spricht Stemmens Coach über die Hinserie und wie es mit der Trainingsbeteiligung läuft.

Stemmen – Vor der Saison lautete das Ziel des Fußball-Kreisligisten TV Stemmen „Klassenerhalt“. Wie verhält es sich beim Team von Coach Heiko Meyer nach 13 Spielen? Mit 17 Punkten überwintert die Mannschaft auf Rang elf. Im Interview spricht der Trainer offen über die Hinserie und erklärt, warum die Trainingsbeteiligung bei den Gelb-Schwarzen immer wieder ein Problem ist.

Die erste Runde ist vorbei. Wie lautet Ihr Halbzeit-Fazit?

Wir haben gezeigt, dass wir in der Kreisliga mithalten können. Das finde ich extrem wichtig nach der abgebrochenen letzten Saison, wo wir nicht unser Potenzial in Ergebnisse umsetzen konnten. Leider haben wir unseren tollen Saisonstart nicht bestätigen können. Wir haben aber gute Möglichkeiten, die Klasse zu halten. Daher bin ich nicht unzufrieden.

Also bewerten Sie 17 Punkte aus 13 Spielen als positiv?

17 Punkte sind okay, es hätten aber durchaus auch noch ein paar Punkte mehr sein können.

Welche Partie ist Ihnen bisher in besonders positiver Erinnerung geblieben?

Das Spiel gegen den TSV Groß Meckelsen bleibt in positiver Erinnerung (der TV Stemmen gewann mit 2:0, Anm. d. Red.). Wir haben dort gezeigt, dass wir in der Kreisliga auch gegen ein Spitzenteam bestehen können.

Und über welches Spiel sind Sie besonders enttäuscht?

Der Auftritt gegen den Rotenburger SV II war sehr enttäuschend. Da haben wir überhaupt nicht ins Spiel gefunden.

Am Ende stand eine deutliche 1:6-Niederlage. Auch sonst ist der TV Stemmen immer wieder für viele Gegentreffer bekannt und hat aktuell die viertschlechteste Abwehr der Liga. Warum?

Das hat sicher viele Ursachen. Unser Spiel ist offensiv ausgelegt. Wir sind keine Mannschaft, die sich nur auf Defensive versteht. Daher laufen wir auch Gefahr, Konter zu fangen. Teilweise liegt es auch daran, dass wir immer versuchen, spielerische Lösungen zu finden, sodass ein Fehlpass in der Defensive den Gegner unnötig zu einer Chance kommen lässt.

Haben Sie mal über einen Systemwechsel nachgedacht?

Wir hatten zwischendurch schon mal das System geändert. Das hat aber nichts gebracht. Wir versuchen immer, aus dem vorhandenen Personal die beste Aufstellung für ein Spiel abzuleiten.

Wie wichtig ist es dabei, dass Routinier und Leistungsträger Stefan Ehrke mit auf dem Platz steht?

In der Mannschaft haben wir einige Spieler mit Routine und Erfahrung. Da muss man neben Stefan Ehrke beispielsweise auch Douglas Grun, Hannes Bellmann oder Martin Illinger nennen. Daneben haben wir aber gute Spieler wie Marvin Schneider, die konstant die Leistung bringen. Ich denke, dass man in der Kreisliga immer nur im Team bestehen kann, weil die Liga sehr ausgeglichen ist. Hier muss jeder Spieler alles reinwerfen, damit wir erfolgreich sein können. Insofern kann man nicht einen Spieler herausnehmen. Stefan Ehrke füllt seine Aufgabe als Kapitän nach meiner Meinung sehr gut aus, weil er immer versucht, alles zu geben.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass der TV Stemmen trainingsfaul ist. Ist es immer noch so? Wenn ja, würde Ihr Team mit besserer Beteiligung weiter oben in der Tabelle stehen?

Wir hatten am Anfang der Saison eine sehr gute Beteiligung beim Training. Die hat leider etwas nachgelassen.

Woran liegt das?

Wir haben einige Studenten, die in der Woche nicht vor Ort sind. Andere Spieler müssen arbeiten oder haben für das Training eine weite Anreise, weil sie in Hamburg oder Bremen wohnen. Da kann man nicht erwarten, dass die Spieler immer beim Training sind. Ich weiß nicht, ob die Beteiligung in allen Mannschaften wirklich viel besser ist als bei uns.

Das klingt nach Personalmangel. Tut sich im Winter etwas am Kader? Gibt es Zu- oder Abgänge?

Bislang haben wir noch keine Veränderung im Kader.

Hätten Sie aber gerne einen größeren Kader?

Sofern wir nicht durch Verletzungen betroffen sind, können wir mit dem Kader gut in die zweite Hälfe der Saison starten. Insofern müssen wir nicht zwingend Zugänge erhalten. Dennoch sind natürlich Leute, die Spaß am Fußball haben und in Stemmen spielen wollen, willkommen. Aktiv haben wir aber keinen Spieler angesprochen.

Welcher Spieler hat sich denn bei Ihnen besonders gut entwickelt?

Toll entwickelt hat sich Tom Asberger. Er spielt seine erste Saison im Herrenbereich und hat kaum Eingewöhnungsschwierigkeiten.

Bei wem ist dagegen noch Steigerungspotenzial?

Ich möchte keinen Spieler herausstellen. Wichtiger wäre mir, dass wir konstant die Leistung als Team abrufen. Hierzu kann jeder Spieler mit einer postiven Einstellung seinen Beitrag leisten.

Martin Illinger, eigentlich für seine enorme Torgefahr bekannt, musste verletzungsbedingt immer mal wieder passen und konnte bisher nicht richtig „abliefern“. Ist er wieder richtig fit und einsatzbereit?

Martin hat einige Spiele in der Hinrunde gemacht. Er hat dennoch mit kleinen Problemen zu kämpfen. Bei 100 Prozent ist er sicher nicht. Er bringt sich immer für die Mannschaft ein und kann der Mannschaft auch helfen, wenn er von der Ersatzbank kommt. Ich hoffe, dass er richtig fit in die Rückrunde gehen kann.

Sie sprechen das Ziel „Klassenerhalt“ an. Hat sich an der Vorgabe nach 13 absolvierten Partien also nichts verändert?

Wir sind nahezu sicher in der Abstiegsrunde, daher muss das Ziel der Klassenerhalt sein.

Warum steigt der TV Stemmen nicht ab?

Weil wir die Klasse halten wollen und die Mannschaft alles in die letzten Spiele werfen wird. Wenn wir als Team funktionieren, werden wir die Klasse halten.

Wie heißen denn die Absteiger?

Sicher scheint bisher nur, der TSV Gnarrenburg als Absteiger festzustehen. Der Rest ist noch offen. In der Abstiegsrunde muss man in jedem Spiel vollen Einsatz zeigen, damit man bestehen kann und die nötigen Punkte auch holt.

Und wer schafft den Sprung in die Bezirksliga?

Ich denke, dass der SV Anderlingen oder die FSV Hesedorf/Nartum hochgehen. Anderlingen ist gut in die Saison gestartet und hat sich oben festgesetzt. Hesedorf/Nartum hat sich nach anfänglichen Problemen stabilisiert.

Was hat sich der TV Stemmen für das neue Jahr vorgenommen?

Wir wollen versuchen, die Klasse zu halten und als Team erfolgreich zu sein. Die guten Spiele waren immer eine Teamleistung, wo jeder für den anderen gerannt ist.

Denken Sie denn, dass es im Frühjahr wie geplant weitergehen kann oder macht die anhaltende Corona-Pandemie den Plan zunichte?

Aktuell ist es echt schwer einzuschätzen, wie es weitergeht. Nach den Planungen soll das erste Ligaspiel für uns schon am 20. Februar sein. Ob es wirklich zu diesem Termin wieder starten wird, weiß ich nicht. Ich hätte mir einen späteren Start gewünscht, weil Corona noch einige Zeit den Alltag bestimmen wird.

Da lässt sich raushören, dass Sie die frühzeitige Winterpause aufgrund der Pandemie begrüßen.

Corona ist leider der Alltag und führt zu vielen Einschränkungen im täglichen Leben. Daher finde ich es richtig, dass die Saison unterbrochen wurde. Der Zeitpunkt war alternativlos.

Wie regeln Sie es mit den Corona-Tests?

Aktuell haben wir eine Trainingspause eingelegt. Wenn das Training wieder losgeht, werden wir das sicher lösen. Tests unter Aufsicht haben wir auch schon in der letzten Vorbereitung gemacht.

Werfen wir mal einen Blick in die Zukunft. Bleiben Sie auch in der neuen Saison Trainer des TV Stemmen?

Über die nächste Saison haben wir noch nicht gesprochen.

Können Sie es sich aber grundsätzlich vorstellen?

Wie gesagt, wir haben noch nicht darüber gesprochen, sodass es hierzu aktuell auch keine weitere Aussage geben kann.

Und wo sehen Sie den TV Stemmen in zwei bis drei Jahren?

Ich hoffe, dass der Verein dann noch in der Kreisliga spielt.

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