Rückkehr auf den Sottrumer Fährhof

Zehnjähriger Ausnahmegalopper Potemkin beendet seine Karriere

Simon Stokes steht auf der Weide neben Potemkin.
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Ankunft am Mittwoch auf dem Fährhof: Trainer Simon Stokes führte Wallach Potemkin zu seinem wohl emotionalsten Erfolg.

In Potemkin hört einer der ganz Großen im Galoppsport auf. Dazu entschieden sich seine Besitzer Klaus und Ute Allofs.

Sottrum – 38 Starts, 16 Siege, neun Platzierungen und eine Gesamtgewinnsumme von rund 640 000 Euro – das ist die Bilanz des Ausnahmepferdes Potemkin, das im Besitz des ehemaligen Nationalspielers und Fußballfunktionärs Klaus Allofs und seiner Frau Ute steht. Der zehnjährige Wallach, der aus der Zucht des in Sottrum beheimateten Gestüts Fährhof stammt, beendet nun nach vielen Jahren auf den großen Bühnen dieser Welt seine erfolgreiche Karriere.

In Potemkin verlässt ein echtes Kultpferd den Galopprennsport. Nicht nur durch seinen Bekanntheitsgrad, auch durch seine sportlichen Erfolge ist der New-Approach-Sohn bis weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt geworden. Dem Wallach, der nach einem russischen Panzerkreuzer benannt ist, gelang es, siebenmal auf Gruppe-Niveau, der Champions League des Pferderennens, zu siegen. Potemkin, der seine Karriere bei dem früher in Bremen ansässigen Trainer Andreas Wöhler in Gütersloh begann, avancierte sogar in drei europäischen Ländern zum Gruppe-Sieger, er gewann neben dem Preis der Deutschen Einheit (2015) in Berlin auch den Qatar Prix Dollar (2016) im französischen Chantilly und den Premio Roma (2016) in Italien. Der Sieg im wichtigsten Rennen Italiens war sicherlich aus sportlicher Sicht der größte Erfolg des Pferdes, denn diese Prüfung war nicht nur mit einer Gesamtdotierung von 125 000 Euro versehen, sondern hat auch heute noch Gruppe-I-Status. Somit stieg Potemkin in den Olymp des Galopprennsports auf. Im Jahr 2017 reiste er dann sogar über den Atlantik und kam im weltberühmten Belmont Park, der Galopprennbahn der Millionenmetropole New York, in den Manhatten Stakes an den Start.

Der Meilenstein im Jahr 2020

Ein echter Meilenstein war im Jahr 2020 der Treffer im Premio del Piazzale-Memorial Enrico Camici, einem Gruppe-III-Rennen in Mailand, das Potemkin im Alter von neun Jahren unter der Regie von Simon Stokes, Racingmanager des Gestüt Fährhof und Trainer des Oldies, gewann. Das Besondere an diesem Sieg: Nur einem anderen deutschen Pferd war bislang ein Treffer auf diesem Level im Alter von neun Jahren gelungen. 2019 sollte das Kultpferd, das auch eines der Aushängeschilder des Gestüt Fährhof ist, schon einmal seine Karriere beenden. Doch Potemkin machte diese Pläne zunichte. Er machte deutlich, dass die Zeit für den Ruhestand noch nicht gekommen sei. Simon Stokes übernahm das Training auf der Galopptrainingsanlage in Bremen-Mahndorf und führte Potemkin zu seinem wohl emotionalsten Erfolg. Maßgeblich dazu beigetragen hatte Ponystute Lilli, die dem Schwarzbraunen auf der Koppel Gesellschaft leistete und ihn mit ihrem jugendlichen Enthusiasmus ansteckte. „Lilli hat Potemkin damals beflügelt“, erinnert sich Stokes.

In diesem Jahr startete Potemkin im Dortmunder Grand Prix Trial auf Listenebene in die Saison und wurde Zweiter. Er schnappte sich außerdem noch einmal einen vierten Platz in einem Gruppe-III-Rennen in Mailand. Am Donnerstag vergangener Woche kam Potemkin im französischen Deauville an den Ablauf und endete als Vierter nicht weit geschlagen. Dennoch entschieden das Ehepaar Allofs und Simon Stokes sich gegen einen weiteren Auftritt ihres Kultgaloppers. „Potemkin wird jetzt ein Familienpferd. Er wird künftig im Gestüt als Führpferd für den Rennpferdenachwuchs eingesetzt werden“, erklärt sein Trainer.

Potemkin ist mit seinen Leistungen sicherlich eines der besten Rennpferde über die Distanz von einer Meile, das es in Deutschland in den letzten zehn Jahren gegeben hat. Aber er ist noch viel mehr als das, denn der Wallach ist auch das Lieblingspferd von Ute Allofs. Trotz ihrer Pferdehaarallergie lässt sie es sich nicht nehmen, Potemkin mit Streicheleinheiten zu verwöhnen. „Potemkin hat seinen Platz bei uns in Sottrum sicher“, erklärt Stokes.

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