Zartes Pflänzchen gepflückt

Zeven rätselt über das Weltcup-Aus im Cyclo-Cross

Keine Schlammschlacht mehr – der Cyclo-Cross-Weltcup gastiert 2018/2019 nicht in Zeven. - Foto: Freese
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Keine Schlammschlacht mehr – der Cyclo-Cross-Weltcup gastiert 2018/2019 nicht in Zeven.

Zeven - Von Matthias Freese. Einen Anruf oder eine Mail gab es nicht. „Wir haben es auch nur von der Homepage im Internet erfahren. Die Enttäuschung ist natürlich groß, dass wir nicht mehr dabei sind“, erklärt Hans-Joachim Jaap vom Verein Elbe-Weser-Cross, der zwei Jahre lang in Zeven das Weltcup-Rennen im Cyclo-Cross ausgerichtet hatte.

Für die Rennserie 2018/2019 wurde Deutschland nicht mehr berücksichtigt, die Zevener Bewerbung damit abgelehnt. Von 15 Bewerbern wurden neun ausgewählt. Über die Gründe für die Absage lässt sich nur orakeln. Waren die etwas mehr als 5 000 Zuschauer dem Weltradsportverband UCI zu wenig? Lag es daran, dass der Querfeldein-Radsport in Deutschland wenig populär ist? 

„Erklären können wir es uns nicht. Aber es hat sicher eine Rolle gespielt, dass solch eine Veranstaltung in Deutschland nicht direkt im Fernsehen übertragen wird. Das ist in anderen Ländern anders“, sagt Jaap. 

Außerdem sei der neue UCI-Präsident David Lappartient Franzose, und der Verband hätte seinen Sitz in der Schweiz, merkt Jaap an – beide Länder gehören zu den Ausrichtern der nächsten, neun Rennen umfassenden Serie. Zudem gibt es zwei Läufe in den USA, drei im Cross-Mutterland Belgien sowie je einen in Tschechien und den Niederlanden.

Zevener mit vielen Unterstützern

„Schade, dass wir das zarte Pflänzchen hier nicht weiter wachsen sehen“, bedauert Jaap. Es wurde quasi noch vom matschigen Untergrund gepflückt, bevor es sich voll entfalten konnte. Dabei hatten die Zevener viele Unterstützer – so auch Radsportlegende Klaus-Peter Thaler, der Jaap auch eine Mail schickte und schrieb: „Sie haben zwei Jahre gute Arbeit geleistet. Ich hoffe, Sie werden nächstes Jahr wieder versuchen, den Zuschlag zu bekommen. Ohne solche prestigeträchtigen Rennen ist es schwierig, die Basis des Cross-Sports neu zu organisieren.“

Eine Zukunft in Zeven ist jedoch mehr als fraglich. „Das muss natürlich der Vorstand entscheiden. Aber ich sehe im Moment ein großes Fragezeichen und eher ein Nein als ein Ja“, sagt Jaap auf die Frage, ob sich der Verein und die Stadt womöglich für 2019/2020 wieder um die Ausrichtung bewerben werden.

Dem Weltverband haben sie aber zumindest schon mal geschrieben, um ihre Enttäuschung kundzutun. „Wir hatten die Chance, den Sport in Deutschland voranzubringen“, sieht Jaap diese Pläne quasi durchkreuzt. Die Vorbereitungen, die bereits liefen, müssen jetzt gestoppt werden. „Wir waren schon mittendrin, auch mit den Sponsoren bereits viel weiter als im vergangenen Jahr.“ Sollte es tatsächlich einen neuen Anlauf geben, „hätten wir wesentlich schlechtere Voraussetzungen“, glaubt er.

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