Argentinier kümmert sich in Appel um zehn Vollblüter

Zamudio ist der „Daddy“ der Pferde

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Auch das tägliche Reiten gehört unter anderem zu den Aufgaben des Argentiniers Alejandro Zamudio.

Kreis-Rotenburg - Von Mareike LudwigAPPEL · Freitag, 12 Uhr. Auf dem Gut Appel herrscht noch die Ruhe vor dem großen Sturm. Noch stehen die zehn aus Argentinien stammenden Polo pferde in ihren Boxen. Mit den Hufen tritt „Maserati“ immer mal wieder gegen die Stallbox. Ahnt die Stute, dass der dritte Dolzer-Polo-Cup in zweieinhalb Stunden losgeht? Alejandro Zamudio beruhigt den Vollblüter. Es dauert keine Minute, bis wieder Ruhe einkehrt. Kein Wunder: Der Pferdepfleger kennt die Vierbeiner von Thomas Selkirk wie seine eigene Westentasche. Er bereitet die Pferde seit März auf die Polo-Saison vor. Der Großteil der Arbeit ist also getan, der Startschuss kann fallen.

Bis dahin war es für den Argentinier, der seine zweite Saison auf dem Gut Appel von Familie Selkirk verbringt, aber ein hartes Stück Arbeit. „Morgens um sechs fange ich an, die Pferde zu füttern. Dann bekommen sie eine halbe Stunde Pause“, erklärt Alejandro Zamudio, der seit fünf Jahren als Stallbursche, den sogenannten Grooms oder Petiseros, arbeitet. „Ich bin auf einer Farm aufgewachsen. Mein Vater hat früher viel mit Pferden gearbeitet. Von ihm habe ich alles gelernt“, so der 26-Jährige.

Um sieben Uhr folgt das erste Training. Bis zu fünf Pferde reitet der Groom dann gleichzeitig. „In jeder Hand habe ich zwei, und auf einem sitze ich ja selbst drauf“, sagt er schmunzelnd. Anschließend kommen die nächsten fünf Pferde. Auch das Waschen, Füttern und Stallausmisten gehören zu seinen Aufgaben. Doch damit hat der Argentinier kein Problem. Im Gegenteil: „Ich mag es lieber, mit den Tieren zu arbeiten und sie auf die Turniere vorzubereiten, als selbst Polo zu spielen. So bin ich viel dichter an den Pferden dran. Ich bin wie ihr Daddy“, so Alejandro Zamudio mit einem Augenzwinkern.

Seine Leidenschaft zu den Vierbeinern ist sofort zu erkennen. Mit viel Liebe und Präzision striegelt er jedes der zehn Pferde mit einer kleinen runden Holzbürste ab. Jeder Zentimeter des Fells wird genauesten unter die Lupe genommen. Anschließend werden die Hufe ausgekratzt und die Mähne abrasiert. „Das sieht einfach besser aus. Zudem ist es für die Tiere unter der Trense so viel angenehmer“, begründet er.

Nach einer kurzen Pause steht der zweite Ausritt auf dem Programm. Zunächst geht es eine Runde durch den Wald, dann werden Abschläge auf dem Polofeld, das in etwa so groß ist wie sechs Fußballfelder, trainiert. „Um erfolgreich zu sein, braucht man ein gutes Pferd. Der Reiter ist beim Polo zweitrangig. Es kommt vielmehr auf die Schnelligkeit und Wendigkeit des Pferdes an“, erklärt Zamudio.

Nach der Fütterung am Abend hat der 26-Jährige gegen 19 Uhr Feierabend und zieht sich in seine Wohnung auf dem Gut Appel zurück. Vor allem die Ruhe genießt der Großstädter, der aus der Nähe von Buenos Aires stammt, auf dem Anwesen. „Mir gefällt es hier sehr gut. Die Leute sind alle so nett“, meint der Argentinier. Ebenfalls sehr zufrieden zeigt sich Familie Selkirk. „Oftmals wird leider vergessen, was im Hintergrund alles erledigt werden muss. Alejandro macht wirklich super Arbeit und bereitet die Pferde für die Reiter optimal vor. Für uns ist es wichtig, dass wir uns auf ihn verlassen können. Er ist quasi der Babysitter unserer Vollblüter“, erzählt Rena Selkirk.

Von der Ruhe im Stall ist derweil nichts mehr zu spüren. Rena Selkirk trifft die letzten Vorbereitungen. Nur noch eine knappe Stunde, bis das erste Spiel beginnt. Das heißt für Alejandro Zamudio, die Pferde startklar zu machen. Um die Beine werden Bandagen zum Schutz gewickelt, die Trensen und Sattel aus der Kammer geholt. Besitzer Thomas Selkirk, der auch gleichzeitig Veranstalter des Turnieres in Appel ist, reitet mit seinem 16-jährigen Sohn Ben und den Argentiniern Cesar Ruiz Guinazu und Augusto Gomez Romero im Team „Dolzer Maßkonfektionäre“. In jeder Partie werden acht Pferde eingesetzt, um den Vollblütern die notwendigen Pausen zu geben. Immer an ihrer Seite – „Daddy“ Alejandro Zamudio.

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