Startnummer 9

Yannick Kelm (TuS Rotenburg, Handball)

Yannick Kelm pariert nicht nur, sondern trifft auch.

Rotenburg - Sein Markenzeichen sind die langen Bälle. Wenn er mal wieder einen gegnerischen Angriff erfolgreich zu entschärfen weiß, reagiert Yannick Kelm blitzschnell und leitet mit seinen exakt getimten Pässen den direkten Tempogegenstoß ein. Und mitunter avanciert er sogar selbst zum Torschützen - wenn das andere Tor aufgrund des siebten Feldspielers noch verwaist ist oder der gegnerische Keeper zu weit vor seinem Kasten steht. Gleich sechs Treffer markierte Kelm vergangene Saison für den Handball-Oberligisten TuS Rotenburg - eine ungewöhnlich gute Ausbeute für einen Schlussmann.

„Das Zusammenspiel mit der Abwehr sowie das Spiel durch meine Pässe schnell zu machen, liegen mir besonders gut. Sonst sagen einige noch, dass ich besonders Ruhe ausstrahlen kann, aber das kann ich selbst schlecht einschätzen“, sagt Kelm. Nicht selten war es der 26-Jährige, der den Rotenburgern dank seiner starken Paraden den Sieg rettete. Der Keeper hatte in der Premieren-Saison einen entscheidenden Anteil daran, dass der Wümme-Club am Ende auf dem hervorragenden siebten Platz landete.

„Yannick ist einer der wichtigsten Spieler im Team. Mit seiner Leistung pusht er immer wieder die gesamte Mannschaft. Gefürchtet sind bei den Gegnern besonders seine Konterpässe und seine Fähigkeit, hundertprozentige Bälle zu halten“, weiß Trainer Nils Muche, was er an seinem Mann zwischen den Pfosten hat. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Rotenburger vergangene Saison neben der HSG Barnstorf/Diepholz die viertwenigsten Gegentreffer kassiert haben.

Dass die Bälle mit hoher Geschwindigkeit und aus nächster Nähe auf Kelm zugeflogen kommen, ist für den 26-Jährigen kein Problem. Im Gegenteil: Immer wieder schmeißt sich der gelenkige Großhandelskaufmann akrobatisch in die Wurfbahn. „Angst habe ich nicht, sonst könnte man das auch nicht machen. Respekt hat man natürlich immer vor jedem Spiel und Gegner. Das hat aber nichts mit der Geschwindigkeit der Bälle zu tun, sondern ist grundsätzlicher Respekt“, betont Kelm.

Ob der Dorfmarker auch nächste Saison die Rotenburger vor möglichst vielen Gegentoren bewahrt, steht indes noch nicht fest. Kelm sagt aber: „Ich kann mir gut vorstellen, in Rotenburg zu bleiben. Der Zusammenhalt ist unglaublich groß.“  

ml

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