Revier für heimische Tierwelt

Siebziger-Flair am Wümmering: Wenn der Hase das Feld räumt ...

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Der Wümmering in Mulmshorn hat ein ganz besonderes Flair – nicht nur, wenn die Rennfahrer über die Sandbahn knattern.

Mulmshorn - Von Matthias Freese. Das erste Camper-Pärchen hat die freie Auswahl. Am Donnerstag beziehen die beiden Holländer mit dem Wohnmobil bereits ihren Platz auf der gemähten Wiese vor dem Wümmering.

„Sobald du dich hier hinsetzt, ist Urlaub“, verweist Karin Haltermann auf die Ruhe, die an den meisten Tagen des Jahres in dieser Gegend vorherrscht. Auch sie selbst genießt die kurzen, stillen Momente der Pause, obwohl kaum dafür Zeit ist, wenn die Weyherin hier in Mulmshorn ist. Schließlich gilt es, alles herzurichten für das 44. Sandbahnrennen am Sonntag. Dann ist es vorbei mit der Ruhe, dann dröhnen wieder die Motoren.

Karin Haltermann gehört zum Vorstandsteam des MSC Mulmshorn. Ihr Reich ist das Rennbüro. Das besteht aus einem grün gestrichenen alten Schiffscontainer aus Holz. „Den hat der Verein Ende der Siebziger angeschafft“, erzählt sie. Und so wirkt es hier auch. Ein wenig wie bei Peter Lustig – halb Werkstatt-, halb Schrebergarten-Idylle aus alten Zeiten. Nur Gemüse- und Blumenbeet fehlen.

Das fast sechs Hektar große Gelände des Wümmerings ist ein Revier vor allem für die heimische Fauna. Ein Falke, erzählt Haltermann, bezieht hier regelmäßig im Innenfeld auf einem Pfeiler seinen Posten, um nach Nahrung Ausschau zu halten. Maulwürfe gibt es in manchen Jahren mehr als ihnen lieb ist. „Und einen Haushasen haben wir auch seit Jahren. Kurz vor den Rennen haut er immer für einige Tage ab“, sagt Haltermann und lacht. Meister Lampe nimmt gerade wieder Reißaus und taucht im benachbarten Feld ab, schließlich kommt Andre Haltermann mit seinem Aufsitzmäher immer näher. Der Vorsitzende und Rennleiter hat gut zu tun. „Mähen, mähen, mähen“, meint seine Frau. „Es soll hier ja vernünftig aussehen. Keiner hat doch Lust, im hohen Gras zu stehen.“ Das gilt auch für die Parkflächen, zusätzliche vier Hektar, die hergerichtet werden.

Währenddessen machen sich zwei andere Helfer an der Startmaschine zu schaffen. Das Band muss repariert werden, damit es bei den Starts am Sonntag nicht streikt. Der Toilettenwagen ist derweil schon da, auch die Pokale hat Karin Haltermann längst abgeholt. Das Vorstart-Häuschen, in dem Sportleiter Kurt Hustedt seinen Platz bezieht, muss allerdings noch gerichtet werden – es ist ein wenig nach hinten weggekippt. 

Auch die Unkraut-Gras-Mischung, die aus dem Bahnboden gelöst worden ist, wartet darauf, mit dem Radlader weggeschafft zu werden. Danach kann auch mit einem Stahlseil der exakte Radius für die Kurven abgemessen werden. Bis dahin haben längst weitere Camper ihren Platz bezogen – das beste Zeichen, dass es bald vorbei ist mit der beschaulichen Ruhe, die erst am Anfang nächster Woche wieder einkehrt.

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