Wümme-Abstiegs-Derby in Ottersberg endet mit einem 2:2, das keinem hilft

Klützke gesteht: „Nichts in der Oberliga zu suchen“

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Eigentlich war es ein ausgesprochen faires Derby, auch wenn Rotenburgs Jannis Niestädt (l.) hier von Dennis Thüroff zu Fall gebracht wird.

Ottersberg - Von Matthias Freese. Die Lage wird immer auswegloser! Kein Wunder, dass Jan Fitschen, Trainer des Rotenburger SV, der Kopf schlagartig auf die Brust knallte, als er von den Resultaten der Konkurrenz erfuhr. Und Axel Sammrey, mit seinem gastgebenden TSV Ottersberg nicht viel besser gestellt im Klassenkampf, pflichtete ihm verbal bei: „Schlimmer als unser Spiel sind noch die anderen Ergebnisse.“ Das 2:2 (1:1) im Wümme-Abstiegs-Duell der Fußball-Oberliga hilft jedenfalls keinem der beiden Protagonisten weiter.

Was die lediglich 170 Zuschauer auf dem Ottersberger Sportplatz zu sehen bekamen, hatte selten Oberliga-Niveau. „Das Spiel hatte auch keinen Sieger verdient“, meinte Mirko Peter, Sechser der Gastgeber mit RSV-Vergangenheit. Und Rotenburgs „Staubsauger“ Kevin Klützke gestand: „Heute hat man deutlich gesehen, dass Ottersberg und wir nichts in der Oberliga zu suchen haben. Das reicht nicht.“

Auch der grün-holprige Untergrund sorgte nicht unbedingt für ein flüssiges Kombinationsspiel, war aber vielmehr hinterher in aller Munde. Als in der Pressekonferenz die Lautsprecheranlage nicht optimal funktionierte, bemerkte Sammrey süffisant: „Die Tonqualität ist wie unser Platz.“ Und dann ergänzte er: „Es ist fast unmöglich, mit dem Ball am Fuß zu spielen.“ Jan Fitschen sah deshalb ein Kick-and-rush-Spiel und wurde anschließend noch gefragt, ob der Rasen in Rotenburg denn besser sei. Antwort: „Definitives Ja! Selbst der Grandplatz ist besser.“

Die Tore waren allerdings nicht dem Boden geschuldet, sondern vielmehr Defensivfehlern. Beim 1:0 des RSV wählte Atilla Iscan nach einer Kopfballverlängerung von Bekim Murati ganz clever und wohl auch zur Verwunderung von Keeper Tim Eggert die kurze Ecke, um einzulochen (28.). Doch schon im nächsten Angriff vernaschte Mirko Peter per Heber aus der Distanz den zu weit vor seinem Kasten postierten Henner Lohmann, nachdem sich dessen Vorderleute noch über ein angebliches Handspiel des Ex-Rotenburgers Ferdi Yilmaz echauffiert hatten – 1:1 (30.). „Das war schon so gewollt“, bemerkte Peter zu seinem Tor.

Dass die Gastgeber kurz nach der Pause zur Führung kamen, war vor allem ein Verdienst des flinken Flügelflitzers Syueleyman Shakirov, der über seine linke Seite nicht nur in diesem Fall Gegenspieler Mathis Wulff vor Probleme stellte. Seine Flanke drückte der eingewechselte Jan Schröder – einer von vier eingesetzten A-Jugendlichen – am kurzen Pfosten über die Linie (49.). Nur acht Minuten später ließ Bekim Murati nach Zuspiel von Dragan Muharemi die Ottersberger Abwehr alt aussehen, traf zum 2:2 und entschied damit das Stürmer-Duell gegen Yilmaz eindeutig zu seinen Gunsten. Murati besaß auch noch zwei weitere gute Möglichkeiten (79./88.), doch unterm Strich ging das Remis in Ordnung.

„Eigentlich ist das für beide Seiten zu wenig“, wusste Mirko Peter. „Wir werden trotzdem alles versuchen, auch wenn wir wissen, dass es sauschwer ist, die Klasse zu halten.“ Bei drei Zählern weniger fehlen dem RSV nun wieder zehn Punkte für den rettenden Rang. „Wir wären ja blauäugig, wenn wir nicht auch für die Landesliga planen würden, aber solange rechnerisch noch was möglich ist, geben wir auch alles“, verkündete Coach Fitschen.

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