WM-Bronze für Rotenburger Judoka, aber Olympia ist in Gefahr, weil Frey Silber gewinnt

Peters jubelt – und zittert trotzdem

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Ernsthafter Blick bei der Siegerehrung: Dimitri Peters weiß ganz genau, dass ihm trotz der Bronzemedaille bei der WM in Astana das Olympia-Ticket noch längst nicht sicher ist.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Dimitri Peters scheint eine ziemlich sichere Bank für Bronzemedaillen bei großen Meisterschaften zu sein. Nach den Olympischen Spielen 2012 in London und der WM 2013 in Rio kämpfte sich das in Unterstedt groß gewordene und lange Zeit für den TuS Rotenburg startende Judo-Ass bei den Welttitelkämpfen im kasachischen Astana erneut auf Rang drei vor. „Ich bin erstmal happy, wieder eine Medaille geholt zu haben“, erklärte der 31-Jährige im Interview, das der Deutschen Judo-Bund (DJB) ausstrahlte. Und doch ist das Ticket für Olympia 2016 in Rio längst noch nicht sicher.

Der DJB hat in der Klasse bis 100 Kilogramm ein echtes Luxusproblem – nämlich gleich zwei Weltklasse-Athleten: Da ist zum einen der erfahrene Dimitri Peters, zum anderen aber auch der 24-jährige Karl-Richard Frey aus Leverkusen. Und eben der kämpfte sich sogar bis ins Finale durch und unterlag erst dort dem Japaner Ryunosuke Haga. Damit rückt Frey seinem Konkurrenten um das Olympia-Ticket im Halbschwergewicht immer dichter auf die Pelle.

Der Haken an der Sache: Jeder nationale Judoverband darf pro Gewichtsklasse nur einen Starter zu den Spielen nach Brasilien entsenden. Derzeit liegt Peters in der Weltrangliste als Dritter noch knapp vor Frey (Rang vier). Entscheidend ist jedoch eine andere, nämlich die Olympia-Qualifikationsliste. Auch hier rangiert Peters als Dritter vor Frey, der Platz sechs einnimmt – nach der WM kommen jedoch für den deutschen Newcomer 270 Punkte zu den bisherigen 862 hinzu, für Peters bringt die Bronzemedaille 180 Punkte, die zu 1072 Zählern hinzu addiert werden. „Wir sind beide top. Er ist Zweiter geworden und hat auch wieder einen Riesensprung gemacht in der Qualifikationsliste“, kommentierte Peters den packenden Zweikampf und stellte fest: „Der Beste von uns beiden wird dann fahren. Fertig, aus.“

Dabei hatte Peters in Astana bewiesen, dass er auch mit 31 Jahren längst nicht zum alten Eisen gehört. Nach einem Freilos in der ersten Runde bezwang er die international bisher recht unbekannten Gegner Gergo Fogasy (Ungarn) und Zlatko Kumric (Kroatien), verlor jedoch den Kampf um den Poolsieg gegen den späteren Weltmeister Haga über die volle Distanz von fünf Minuten.

Über die Trostrunde fightete sich der in Hannover lebende Peters aber mit einem Sieg über den Kirgisen Chingiz Mamedov ins kleine Finale und traf dort auf den Weltranglisten-Ersten und Titelverteidiger Lukas Krpalek aus Tschechien. „Ich habe alles auf eine Karte gesetzt und beobachtet, dass Krpalek nicht so in seiner Bestform war. Das habe ich sofort ausgenutzt“, resümierte Peters nach dem nur 2:09 Minuten andauernden Kampf um Bronze, den er trotz eines Cuts über dem rechten Auge für sich entschied.

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