Schmitz liest RSV-Spielern noch auf dem Platz die Leviten

„Das wird nicht reichen!“

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Szenen eines umkämpften, aber torlosen Spiels: Der RSV forderte Handelfmeter, nachdem Yannik Funck den Arm gegen Sercan Durmaz zur Hilfe genommen hatte (Bild links).

Etelsen - Von Matthias Freese. Der Frust musste raus. Sofort. Noch auf dem Platz. Für jeden im Schlosspark-Stadion des TSV Etelsen hörbar. „Hinterfragt Euch: War das zerreißen? Leute, das wird nicht reichen!“, schrie Coach Andre Schmitz seine Landesliga-Fußballer des Rotenburger SV nach dem Anpfiff geradezu an.

Die Nullnummer am Donnerstagabend war im Abstiegskampf definitiv zu wenig, der Auftritt in der zweiten Hälfte eine herbe Enttäuschung. „Wir haben gebettelt“, wusste auch Schmitz um den am Ende schmeichelhaften Punktgewinn. Die Folge: Montag (15 Uhr) müssen beim Tabellenvierten Treubund Lüneburg drei Zähler her.

Im Spiel der hohen Bälle vermochte vor allem die zweite Sturmreihe mit Sercan Durmaz und Alexander Garuba keine Pluspunkte zu sammeln. Ein deutliches Übergewicht der Rotenburger im ersten Durchgang blieb ohne Torerfolg. „Da sieht man unsere fehlende Durchschlagskraft, wenn David Airich und Toni Fahrner nicht dabei sind. Ein Airich hätte sich hier kaputtgelacht“, meinte Schmitz. Und Kapitän Kevin Klützke bestätigte: „Da fehlte die Präsenz, wenn du keinen wie David hast, der die Bälle festmacht.“ Der Routinier war privat verhindert – und Schmitz hatte es im Vorfeld genauso geheimgehalten wie die Etelser den Ausfall ihres wichtigsten Spielers Oliver Warnke, der sich Anfang der Woche einer Ohren-OP hatte unterziehen müssen.

Am Montag in Lüneburg wird es deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Wechsel in der Offensive geben. Airich ist wieder dabei, ebenso Toni Fahrner, der sich vor zwei Wochen einen Bänderriss zugezogen hatte, und nun erklärte: „Der Arzt hat mir das Okay gegeben. Da werden wir drei Punkte holen, da gehe ich fest von aus.“

Die sind auch dringend nötig, denn der Rückstand zum rettenden Ufer beträgt vier Zähler – bei einem weniger ausgetragenen Spiel. „Wir haben zwar noch sieben Spiele, aber es wird immer enger“, merkte Co-Trainer Olaf Mattner an und zeigte sich vom Flügelspiel enttäuscht. Schmitz forderte wiederum, dass „von einigen etablierten Spielern mehr kommen muss als in der zweiten Halbzeit“. Da hatte er sich neben dem Etelser Unvermögen im Abschluss eigentlich nur auf zwei seiner Jungs verlassen können. „Henner Lohmann hat uns den Punkt gerettet“, dachte der Trainer an seinen Keeper, aber auch an den rechten Außenverteidiger Alpha Fadiga. Dieser demonstrierte mehrfach sein überragendes Zweikampfverhalten und entschärfte dadurch so manche der kritischen Kontersituationen, die in der Schlussphase immer häufiger wurden. Warum der RSV dennoch so offen stand und ein hohes Risiko ging, erklärte Tobias Kirschke: „Wir wollten auf drei Punkte gehen – aber in der Summe war es zu wenig“, wusste der Sechser.

„Mund abwischen“, empfahl indes Kapitän Klützke. Er ist sich aber durchaus bewusst, dass der Druck gestiegen ist: „In unserer Situation dürfen wir nicht nachlassen. Wir brauchen am Montag die drei Punkte.“ Was die ganze Sache im Saison-Endspurt nicht gerade einfacher gestaltet: Von den letzten sieben Spielen muss der RSV noch fünf Mal auswärts ran.

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