Differenzen mit dem Team / Greve übernimmt als Dauerlösung / Ludwig übt Kritik

Wirbel bei den Hurricanes: Coach Senger weggeblasen!

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„Ich muss mich erstmal fangen“ – Roland Senger ist nicht mehr Trainer der Hurricanes.

Scheessel - Von Matthias FreeseDie Mannschaft wollte es so – und der Vorstand hat entsprechend reagiert: Die Bundesliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes haben sich gestern am frühen Abend auch für viele Insider völlig überraschend per sofort von Trainer Roland Senger getrennt – zwei Tage vor dem wichtigen Niedersachsen-Derby bei den GiroLive-Panthers Osnabrück. Grund waren – so der Verein in seiner Presseerklärung – die „unüberwindlichen Differenzen“ zwischen Spielerinnen und hauptamtlichem Trainer. Neuer Coach ist Christian Greve.

Die Trennung erfolgte, wie es in solchen Fällen oft heißt, im beiderseitigen Einvernehmen. Ein Aufhebungsvertrag wurde gestern bereits abgeschlossen, über die Modalitäten und Maßnahmen wurde Stillschweigen vereinbart. Bereits am Abend leitete Christian Greve das Training der Damen. Er soll auch weiterhin die U 17 in der Bundesliga coachen, aber dafür die anderen Aufgaben im Verein abgeben. Greve ist übrigens keine Zwischen-, sondern eine Dauerlösung, wie Manager Christoph Göx (neben Christoph Treblin und Utz Bührmann Vorstandsmitglied) bestätigte: „Ich traue ihm das zu, er ist ein erfahrener Basketball-Coach, der auch gerade seine A-Lizenz macht.“

Für Roland Senger (33), der gestern zum Gespräch mit dem Vorstand gebeten wurde, kam das Ende nach fünf Jahren bei den Hurricanes und einer Erfolgsserie von vier Siegen und zwei Niederlagen in der bisherigen Bundesliga-Saison wie aus heiterem Himmel. „So ist das Geschäft. Ich muss mich jetzt erstmal fangen, aber es ist ein Scheiß-Zeitpunkt“, bemerkte er. Und er sagte: „Gerechnet hatte ich nicht damit. Aber es geht allein um das Wohl des Vereins. Ich verstehe die Gründe. Dass es größere Probleme gab, war mir aber nicht bewusst. Ich weiß auch nicht, wer mit mir nicht klarkommt.“

Klar ist allerdings, dass die Trennung von Seiten der Mannschaft ausging. „Es gab Differenzen zwischen Spielerinnen und Trainer, das kann ich bestätigen. Mehr kann ich dazu nicht sagen“, erklärte Flügelspielerin Lea Vatthauer.

So bleibt also Raum für Spekulationen. Und es bleiben Fragen: War die Amerikanerin Centhya Hart bisher so schwach, weil sie mit dem Trainer nicht zurecht kam? Inwieweit spielte es bei der Trennung eine Rolle, dass Emma Stach diese Saison bisher keinen Starting-Five-Platz hatte? Und hat der Ausstieg von Hannah Pakulat wirklich nur schulische Gründe? Beantworten wollte sie gestern keiner.

Klare Worte gab es dafür noch am Abend von Rolf Ludwig, der als Vorsitzender des Stammvereins TuS Rotenburg von nichts wusste. Zwar sei der Vorstand der Hurricanes eigenständig, „aber eigentlich muss die ,Mutter‘ informiert werden“, monierte er. Und er ergänzte: „Ich bin schockiert. Ich hatte nie das Gefühl, dass die Chemie nicht stimmt. Für mich ist die Entscheidung unbegreiflich, denn Roland Senger war einer der Erfolgsgaranten. Er hat die BG ’89 nach oben geführt.“

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