350 Zuschauer im Ahe-Stadion

Rotenburger SV im Spitzenspiel gegen Hagen/Uthlede überfordert - 1:4

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In der 20. Minute war David Airich (am Ball) zur Stelle, als er eine Flanke von Toni Fahrner verwertete und Hagens Ersatzkeeper Denis Skowronek geschlagen ist. Ansonsten gelang aber auch dem routinierten RSV-Stürmer wenig.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Der DFB-Präsident hatte nichts verpasst: Gerade hatte Reinhard Grindel das Interview mit dem ZDF an der Bande des Ahe-Stadions beendet und den dunkelblauen Mantel wieder übergezogen, da zappelte der Ball auch schon im Netz – allerdings im Netz „seines“ Rotenburger SV, zum zwischenzeitlichen 1:2.

Am Ende setzte es für den Gastgeber vor mehr als 350 Zuschauern gar die höchste Saisonniederlage, denn Spitzenreiter FC Hagen/Uthlede dominierte das Top-Spiel der Fußball-Landesliga und siegte mit 4:1 (1:1). Dem RSV wurden die Grenzen aufgezeigt.

Nicht einmal die Rotenburger selbst versuchten die deutliche Niederlage schönzureden. „Sie war auch in der Höhe verdient“, gestand der sportliche Leiter Andre Schmitz. „Wir waren völlig überfordert. Nur wenige hatten Normalform und manch Leistungsträger hat die Unsicherheit auf die jungen Leute übertragen.“ Es war allerdings auch das dritte Punktspiel in nur sieben Tagen für den RSV, „das muss man ehrlicherweise erwähnen“, bemerkte Hagens Trainer Carsten Werde, dessen Elf am Reformationstag nicht hatte spielen müssen. 

RSV zeigte zu wenig Präsenz

„Wenn man sieht, dass gewisse Routiniers nicht ihre Form abgerufen haben, muss man sich das eingestehen“, glaubte auch RSV-Trainer Tim Ebersbach einen Mitgrund für den eher schwachen Auftritt ausfindig gemacht zu haben. Kapitän Kevin Klützke widersprach dem jedoch: „Nein, daran lag es absolut nicht. Wir waren einfach nicht so präsent wie sonst und haben nicht unsere beste Leistung gezeigt.“

Früh zeigte sich, dass vor allem die eigentlich so zuverlässige Defensive ein ums andere Mal wackelte. „In den ersten 45 Minuten haben wir immer wieder über das Zentrum schnell in die Spitze gespielt. Es war aber fast zum Verzweifeln, was wir an Chancen vergeben haben“, meinte Hagens Coach. Mehrfach musste sich Keeper Tom Knaak auszeichnen und für seine Vorderleute retten – so bereits in der dritten Minute gegen den überragenden Kai Diesing. „Tom macht das echt gut“, fand auch der eigentliche Stammkeeper Henner Lohmann, der nach seiner Ellenbogenverletzung erstmals wieder auf der Bank saß und diese Woche voll ins Training einsteigt.

Interview an der Bande: DFB-Präsident und RSV-Mitglied Reinhard Grindel stellt sich im Ahe-Stadion während des Spiels den Fragen des ZDF.

Diesing ließ die RSV-Defensive auch beim 1:0 schlecht aussehen, als er über die linke Seite Andreas Kiel und Jannis Niestädt weglief und aus vollem Lauf abschloss (16.). „Dass der höher spielen kann, wissen wir doch alle“, warf Klützke ein. Doch mit seiner ersten Chance glich der RSV schon vier Minuten später aus. Klasse vorbereitet von Toni Fahrner, schob David Airich ein. Mit diesem schmeichelhaften Remis ging es in die Kabinen.

Letztlich hatte sich das 4-3-3-System nicht bewährt, da nach vorne zu wenig Entlastung kam. Der RSV versuchte es von hinten aber auch mit zu vielen hohen Bällen und verlor die meisten Luftduelle. Auch Airich und Marcello Muniz hatte kaum gute Szenen, einzig Fahrner setzte Akzente.

Kurz vor der Pause hatte Ebersbach denn auch bereits auf ein 4-4-2 umgestellt – damit klappte es zumindest etwas besser, was den Zugriff betraf. Dann jedoch leitete Diesing per Freistoß das 2:1 für die Mannen aus dem Kreis Cuxhaven ein. Per Kopf traf Erik Köhler (57.). Als in der 73. Minute Michel Klimmek nach einem Pfostentreffer von Christoph Müller zum 3:1 abstaubte und fünf Minuten später Niestädt einen Kopfball völlig frei neben das Hagener Gehäuse setzte, stellte Ebersbach auf die Dreierkette um. Ebenfalls ohne Erfolg. Tim Grundmann schob eine Dähnenkamp-Flanke sogar noch zum 4:1 ins Tor (83.).

„Die bessere Mannschaft war Hagen durch Diesing. Wenn es brenzlig wurde, war er immer dabei“, betonte Tim Ebersbach, meinte aber auch: „Mich ärgert, dass wir nicht unsere Leistung gebracht haben. Wir hatten drei, vier Spieler, die nicht an ihre Normalform herangekommen sind.“ Und das schien an diesem Tag fast noch untertrieben zu sein.

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