KREISLIGA-INTERVIEW Arnavatoglu vom RSV II über Kritik, Teamgeist und Co.

„Wir sind in der Findungsphase“

Die Kapitänsbinde in der Hand: Aziz Arnavatoglu vom Rotenburger SV II agiert auf dem Platz mit viel Erfahrung und Siegeswillen.
+
Die Kapitänsbinde in der Hand: Aziz Arnavatoglu vom Rotenburger SV II agiert auf dem Platz mit viel Erfahrung und Siegeswillen.

Rotenburg – Er hat in der Vergangenheit für den Rotenburger SV einige Spiele in der Oberliga gemacht. In der Gegenwart kämpft Aziz Arnavatoglu mit der Reserve des Wümme-Clubs jedoch um den Klassenerhalt in der Fußball-Kreisliga. Und das bereits am zweiten Spieltag. Für viele in der regionalen Fußball-Szene steht nämlich nicht erst seit dem verpatzten Auftaktspiel fest, dass es der RSV II in dieser Saison schwer haben wird. Was sagt Arnavatoglu dazu? Wir haben mit dem 32-jährigen Kapitän mal ausführlich gesprochen – über die jüngste Niederlage, interne Streitigkeiten und die schwierige Findungsphase der Rot-Weißen.

Herr Arnavatoglu, Sie tippen, dass der Rotenburger SV II mit 2:1 gegen den TV Stemmen gewinnt. Was muss sich dafür im Vergleich zur 0:3-Niederlage gegen die SG Westerholz/Hetzwege in der vergangenen Woche ändern?

Das ist einfach: unsere Einstellung auf dem Platz. Wir brauchen über die gesamte Spielzeit den absoluten Willen zu drei Punkten. Wenn wir unsere Leistung aus dem Training konstant auf den Platz bringen, wird das funktionieren.

In der Theorie klingt der Plan gut. Warum hat’s mit der Umsetzung gegen Westerholz/Hetzwege nicht funktioniert?

Gute Frage. Ich finde, wir haben das da gar nicht so schlecht gemacht und hätten durchaus auch etwas mitnehmen können. Aber wie gesagt, der letzte Wille hat uns gefehlt und das war entscheidend. Vielleicht hätten wir auch noch ein Quäntchen Glück gebraucht, um zu punkten. Keine Ahnung.

Das wäre sicherlich auch wichtig für den Kopf gewesen ...

Ja, auf jeden Fall. Ich wäre lieber mit drei Punkten auf unserer Seite in die Saison gestartet, als mit drei Gegentoren. Ich spiele schließlich Fußball, um zu gewinnen. Wir brauchen als Team einfach Erfolgserlebnisse, dann sieht die Welt schon wieder anders aus. Aber keine Frage: Wir müssen hart arbeiten, um vielleicht auch mal ein bisschen Glück zu haben.

Sie haben das schwierige Thema Teamgeist eben schon angeschnitten. Ihr Coach Patrik Czichos hatte der nach jüngsten Niederlage gesagt, dass der RSV II noch keine Mannschaft auf dem Platz ist. Wie sehen Sie das?

Ich bin da sehr ähnlicher Meinung. Es ist ja kein Geheimnis, dass wir uns aktuell noch in einer Findungsphase befinden. Wir haben viele neue Spieler bekommen und natürlich auch einige Unterstützer aus der ersten Herren. Das darf man bei der ganzen Kritik auf keinen Fall vergessen. Es ist doch logisch, dass sich das alles erst noch einspielen muss.

Durch die Auf- und Abstiegsrunde könnte dem RSV II aber die Zeit für eine solche Findungsphase schlicht fehlen ...

Ja, das stimmt. Deshalb sind für uns baldige Erfolgserlebnisse ja so wichtig. Nur durch gute Leistungen und Siege kriegen wir Selbstvertrauen. Das ist gerade für die jungen Spieler im Team, von denen es bei uns ja einige gibt, von großer Bedeutung. Ich kann inzwischen damit umgehen, wenn wir mal drei Spiele am Stück verlieren. Aber gerade für die jungen Spieler sind Erfolge auch wichtig für die richtige Motivation auf dem Platz.

Der RSV II hat einige starke Charaktere in der Mannschaft. Haben Sie die Sorge, dass es zwischen gewissen Alphatieren im Team eskalieren könnte?

Nein, das glaube ich echt nicht. Auf dem Platz ist die Stimmung manchmal ein bisschen aufgeheizt und schroff, das stimmt. Aber Emotionen gehören halt zum Fußball dazu, davon lebt der Sport. Nach den 90 Minuten ist das aber alles vergeben und vergessen, da bin ich mir sicher.

Sie haben in Ihrer Laufbahn ja schon einiges an Erfahrung sammeln können. Realistisch betrachtet: Was ist für den Rotenburger SV II in dieser Saison drin?

Das ist für mich echt schwierig zu beantworten, da will ich ehrlich sein ... Ich hoffe wirklich sehr, dass wir es schaffen, die Liga zu halten. Es ist einfach wichtig, dass wir auf uns schauen und unsere Leistung abrufen. Dann dürfte alles drin sein. Der Optimismus überwiegt aber bei mir definitiv. .

Von Lea Oetjen

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Meistgelesene Artikel

Basketball-Zweitligist verpflichtet Schinkel und holt Saidi zurück

Basketball-Zweitligist verpflichtet Schinkel und holt Saidi zurück

Basketball-Zweitligist verpflichtet Schinkel und holt Saidi zurück
Klindworth wird Ironman-Dritter auf Lanzarote

Klindworth wird Ironman-Dritter auf Lanzarote

Klindworth wird Ironman-Dritter auf Lanzarote
5:4 in Hamburg - Nun träumen Rotenburger Tennis-Herren vom Titel

5:4 in Hamburg - Nun träumen Rotenburger Tennis-Herren vom Titel

5:4 in Hamburg - Nun träumen Rotenburger Tennis-Herren vom Titel
Radrenn-Crack Schröder fährt bei DM auf Platz acht

Radrenn-Crack Schröder fährt bei DM auf Platz acht

Radrenn-Crack Schröder fährt bei DM auf Platz acht

Kommentare