Keine erhöhten Sicherheitsmaßnahmen

„Wir sind einfach dran!“ - Rüdiger Dittmer glaubt an Aufstieg

Die sportliche Leitung des FC Walsede ist guter Dinge, dass es mit dem Aufstieg in die Kreisliga klappt: Coach Uwe Henke, Co-Trainer Benjamin Gebers und Fußball-Boss Rüdiger Dittmer (v.l.) müssen mit ihrer Elf dafür den MTV Hesedorf schlagen. - Foto: Freese
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Die sportliche Leitung des FC Walsede ist guter Dinge, dass es mit dem Aufstieg in die Kreisliga klappt: Coach Uwe Henke, Co-Trainer Benjamin Gebers und Fußball-Boss Rüdiger Dittmer (v.l.) müssen mit ihrer Elf dafür den MTV Hesedorf schlagen.

Westerwalsede - Von Matthias Freese. Im finalen Relegationsspiel geht es um alles – um den Aufstieg in die Fußball-Kreisliga. Der FC Walsede benötigt in der Heimpartie am Sonnabend (16 Uhr) in Westerwalsede einen Sieg gegen den MTV Hesedorf, um nach neun Jahren wieder im Oberhaus des Kreises mitzumischen. Wir sprachen vor dem Duell der Vizemeister aus den 1. Kreisklassen mit Rüdiger Dittmer, Fußball-Boss der Walseder, über Aufstiegschancen, Teamgeist und auch Sicherheitsvorkehrungen.

Nach dem 2:1 beim TSV Karlshöfen hat Walsede den Aufstieg in der eigenen Hand. Wie schätzen Sie die Chancen ein?

Rüdiger Dittmer: Jetzt ist es ein klassisches Endspiel. Aufgrund des Heimspiels sehe ich die Chancen bei fifty-fifty und hoffe, dass wir den Heimvorteil nutzen. Mein Tipp ist ein 2:1-Sieg für uns. Ein 2:0 in Karlshöfen wäre natürlich ein Top-Ergebnis gewesen. Da hätte uns ein Unentschieden gereicht, jetzt reicht es Hesdorf zum Aufstieg.

Weil der MTV Hesedorf gegen Karlshöfen mit 3:2 gewonnen und dadurch die bessere Torbilanz hat. Sie haben die Hesedorfer beobachtet. Ihr Urteil?

Dittmer: Ich fand Hesedorf enorm spielstark und gut durchorganisiert. Die versuchen, alles spielerisch zu lösen.

Aber Walsede ist auch seit 18 Spielen ungeschlagen ...

Dittmer: Den zweiten Platz haben wir unserer Monsterserie zu verdanken. Mit einer halbwegs normalen Hinrunde wären wir Erster vor dem VfL Visselhövede geworden – dann hätten wir natürlich die schönen Einnahmen jetzt nicht gehabt (lacht). Eigentlich musst du mit dem Kader auch Erster werden. Unsere Erste muss Kreisliga spielen. Nicht höher, für unser Dorf reicht das aus – aber Kreisliga wäre gut. Wir sind einfach dran! Ich denke: Wir scheitern nicht ein zweites Mal!

Zweite und dritte Herren haben bereits vorgelegt und sind aufgestiegen ...

Dittmer: Ja, das ist tierisch geil, das hatte ich auch so gefordert.

Gefordert? Ehrlich?

Dittmer: Ja, ich pusche immer, aber immer positiv. Wir legen bei uns auch Wert darauf, dass die Dritte so viel wert ist wie die Erste oder die Zweite und mitgenommen wird. Schließlich kann auch nicht jeder, der aus der Jugend kommt, gleich Erste spielen, für die Jungs müssen wir eine Plattform finden.

Was ist, wenn es mit dem Aufstieg in die Kreisliga nicht klappt?

Dittmer: Dann bricht hier auch nichts zusammen. Für die neue Saison haben wir schon alles geklärt. Hier geht keiner weg. Allerdings haben wir Spieler, die auch mal Kreisliga spielen müssten, wie Benneth von Frieling.

Gerade er müsste doch auch höherklassige Angebote haben, oder?

Dittmer: Natürlich, ist doch klar. Aber das kann er seinem Opa gar nicht antun. Der hat ihn die ganze Zeit begleitet und gefördert. Benneth könnte meiner Ansicht nach Landesliga spielen, wenn er es konditionell und von der Kraft her schafft. Aber auch er bleibt und wir sind froh, dass wir ihn haben.

Mit Trainer Uwe Henke haben Sie auch verlängert?

Dittmer: Selbstverständlich, das machen wir immer relativ früh, auf seinem Geburtstag ist das meist schon Gesprächsthema. Wir sind froh, ihn zu haben. Das passt gut.

Müsste das Team im Aufstiegsfall nicht auch verstärkt werden?

Dittmer: Nein, das glaube ich nicht. Man passt sich dem Niveau an und wir steigern uns immer am Gegner. Grundsätzlich gucken wir immer, aber es muss charakterlich passen. Hier gibt es nichts – auch nicht 50 Euro Spritgeld. Und ich traue es dem Team, was wir jetzt haben, durchaus zu, in der Kreisliga zu bestehen. Da sind einige super junge Leute drin, die ausbaufähig sind. Ich bin immer dafür, so hoch zu kommen wie möglich. Und wenn es dann nicht reichen würde in der Kreisliga, ist meine Meinung: Nehmt es mit, verbucht es als Erfahrung.

In Walsede wird noch ganz klassisch mit Libero gespielt. Warum?

Dittmer: Das liegt an der Ausbildung. Viererkette kennen die wenigsten. Diesen Switch hinzukriegen, ist nicht so leicht. Dafür haben wir aber gute Manndecker und mit Marco Scherweit und Florian Böhling als Libero zwei Jungs, die sich den Part teilen und eine hervorragende Saison gespielt haben.

Was ist aus Ihrer Sicht das Walseder Erfolgsgeheimnis?

Dittmer: Der Teamgeist! Wir haben ein tolles Team, überhaupt keinen Stress. Und wir haben eine klasse Trainingsbeteiligung. 13, 14 von 16 – das ist die Norm, das Schlechteste waren elf Spieler im Training.

Ist die Kreisliga auch deshalb so verlockend, weil es dann wieder zu den Duellen mit der SG Unterstedt kommt?

Dittmer: Natürlich hat das den besonderen Reiz. Auf dem Platz geht es richtig zur Sache, die Derbys sind schon hart – aber nachher ist alles schick. Ich spiele übrigens mit Uwe Delventhal (Trainer der SG Unterstedt, Anm. d. Red.) zusammen in der S 50 der SG KAWU. Und er hat in all den Jahren nicht ein Mal gegen uns gewonnen. Nach dem letzten Spiel gegeneinander haben wir uns sogar Aufkleber ans Auto angebracht: „Gesamtderbysieger“.

Warum wird eigentlich gegen Hesedorf in Westerwalsede und nicht wie von vielen gewünscht in Kirchwalsede gespielt?

Dittmer: Zurzeit ist da ein bisschen Baustelle, weil wir Trainerbänke bauen, auch der Platz sieht momentan nicht ganz so gut aus. Wir haben ja auch die ganze Saison in Westerwalsede gespielt. Außerdem bin ich megaabergläubisch. In Kirchwalsede sind wir vergangenes Jahr gescheitert, also jetzt Westerwalsede.

Einige Hesedorfer Fans hatten im ersten Relegationsspiel für unschöne Begleitumstände gesorgt – Stichwort Pyrotechnik und Pöbeleien. Wird es womöglich besondere Sicherheitsmaßnahmen geben?

Dittmer: Nein. Es gibt keine erhöhten Sicherheitsmaßnahmen! Ich war in Hesedorf und finde, es wurde ein bisschen hochgekocht. Ich glaube nicht, dass irgendwelche Hooligans aus Hesedorf mitkommen. Die sind eigentlich alle ganz normal. Wer da Stimmung gemacht hat, waren die zweiten Herren, die aufgestiegen waren. Wenn irgendwas ist, dann gehe ich da hin und kläre das. Die Ansprache ist entscheidend. Ich bin jedenfalls weit davon entfernt zu glauben, dass die Hesedorfer, die mit zwei Bussen kommen, ein erhöhtes Aggressionspotenzial mitbringen. Ansonsten sind wir aber auch für alle Eventualitäten gewappnet.

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