Sottrum schmeißt Hassendorf aus der JSG Wümme raus / „Nicht die feine Art“

„Wir sind alle geschockt“

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Jens Schlüter (v.l.), Mirko Peter, Jens Rugen, Jens Aukamp, Wilfried Willenbrock, Marco Klemens, Wilfried Vajen und Jens Löber blicken optimistisch in die Zukunft des TV Hassendorf. In der neuen Saison übernimmt jeder einen Trainerposten. ·

Hassendorf - Von Mareike LudwigDie Verantwortlichen des TV Hassendorf verstehen die Welt nicht mehr. 16 Jahre lang ging der Verein gemeinsam mit den beiden Nachbarn TV Sottrum und TuS Hellwege im Fußball-Jugendbereich als JSG Wümme an den Start. Doch nun hat der TV Sottrum den Hassendorfern den Riegel vor die Tür geschoben, um ab der kommenden Saison nur noch mit den Hellwegern zu kooperieren. „Es gab nie Probleme. Wir sind alle geschockt, dass wir einfach so raugeflogen sind. Über die Entwicklung sind wir maßlos enttäuscht. Vor allem, weil es zu Lasten der vielen Kinder geht“, sagt Fußballobmann Marco Klemens.

TV Hassendorf

Doch der Reihe nach: Der TV Sottrum hatte die Hassendorfer zu einer turnusmäßigen Sitzung in den Wieste-Ort eingeladen, um die Bombe platzen zu lassen. „Bei der Versammlung wurde uns ohne Vorwarnung mitgeteilt, dass man uns in dem Verein nicht mehr möchte“, zeigt sich Klemens sichtlich enttäuscht. „Den Vorwurf müssen wir uns gefallen lassen. So, wie es gelaufen ist, war es nicht die feine Art“, gibt Thomas Holzkamm zu. Als Grund für diesen Schlussstrich nennt Sottrums Jugendwart die fehlende Bereitschaft der Hassendorfer, leistungsbezogene Mannschaften aufzustellen. „Wir reden bereits seit Jahren darüber, dass wir die Jungs in Jahrgänge einteilen wollen. Es ist aber nie etwas passiert, daher haben wir uns jetzt für diesen Schritt entschieden“, erklärt Holzkamm. Und er betont: „Wir werden aber keine Kinder abwerben. Jeder soll selbst entscheiden, wo er künftig spielen möchte.“

Trotz aller Enttäuschungen wollen die Hassendorfer die Tür zwischen den beiden Vereinen jedoch nicht zuschlagen. „Wir sind nach wie vor gesprächsbereit. Für eine neue Zusammenarbeit müssten die Voraussetzungen aber im Vorfeld ganz klar geregelt werden und alle Vereine gleichberechtigt sein“, erklärt Jugendleiter Wilfried Vajen.

Der TV Hassendorf hat bereits mit seiner Planung für die kommende Spielzeit begonnen. So werden bis auf eine D- und E-Junioren-Mannschaft alle Altersklassen am Spielbetrieb teilnehmen. „Wir lassen uns nicht unterkriegen. Wir sind für die Zukunft wirklich sehr gut aufgestellt, schließlich haben wir viele engagierte Jugendbetreuer in unseren Reihen. Alle packen mit an“, zeigt sich der stellvertretende Jugendleiter Jens Aukamp selbstbewusst, während Vajen hinzufügt: „Wir sehen die Situation als neue Chance. Wir werden nun erst einmal für ein Jahr auch im Jugendbereich unter dem TV Hassendorf spielen. Danach schauen wir, wie es weitergeht.“

Ziel des Vereins ist es, die A-Jugendlichen künftig verstärkt in den Herrenbereich zu integrieren. „Es soll zwischen den Mannschaften ein neues Gefüge entstehen. Wir setzen ganz klar auf den Nachwuchs. In den vergangenen Jahren hatten wir nämlich fast immer nur externe Zugänge, da viele Jugendliche frühzeitig wieder mit dem Fußballspielen aufgehört hatten – das wollen wir ändern“, erklärt Klemens.

Der TV Hassendorf besetzt in der kommenden Saison gleich mehrere Trainerposten neu. So übernimmt Wilfried Vajen zusammen mit Betreuer Wilfried Willenbrock das Coaching der ersten Herren in der 2. Kreisklasse, Jens Rugen und Jens Schlüter sind für die Reserve (4. Kreisklasse) verantwortlich. Erstmals seit Jahren nimmt auch wieder eine Altherren-Mannschaft unter der Leitung von Marco Klemens und Alexander Hartwig, bisheriger Herren-Coach, am Spielbetrieb in der Kreisklasse teil. Um die A-Jugend kümmern sich derweil Jens Aukamp, Mirko Peter und Jens Löber. „Mit diesen Besetzungen haben wir die Ideallösung gefunden. Unser mittelfristiges Ziel ist es, mit dem TV Hassendorf wieder höher zu spielen“, blickt Aukamp optimistisch voraus. · ml

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