Politiker wollen Ludwigs Spende annehmen / RSV wundert sich

Winterrasen schlägt Kunstrasen

Der Grandplatz gehört bald der Vergangenheit an – hier, auf dem Ahe-Sportgelände, entsteht mit ziemlicher Sicherheit schon bald ein Winterrasenplatz. Fotos: Freese

Rotenburg - Von Matthias Freese. Nun also Winterrasen. Kein Kunstrasen. Nach dem Sportausschuss hat auch der Verwaltungsausschuss der Stadt Rotenburg am Mittwoch empfohlen, die von Rolf Ludwig angebotene und zweckgebundene Spende anzunehmen. Die Entscheidung fiel einstimmig aus, teilte Bürgermeister Andreas Weber (SPD) mit. Spricht sich auch der Rat am 23. Mai dafür aus – und davon ist auszugehen –, steht der Umwandlung des Grandplatzes auf dem Ahe-Sportgelände in einen Winterrasen nichts mehr im Wege. „Ich möchte, dass der Platz zu Beginn der Saison 2020/2021 fertig ist“, verrät Initiator und Geldgeber Rolf Ludwig seinen Zeitplan.

Ludwig, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Rotenburger Sportvereine, hatte der Stadt als Eigentümerin der Sportstätte Ende Februar angeboten, mit seiner Stiftung für die nicht durch Fördermittel gedeckten Kosten eines Winterrasenplatzes aufzukommen. Dieses Naturprodukt muss häufiger bewässert werden, ist aber robuster als herkömmlicher Rasen und schluckt aufgrund des sandigen Untergrunds mehr Regen als gewöhnlich. Für die Anlage solle die Firma Mehnert aus Mindelheim im Allgäu beauftragt werden. „Die zeitnahe Fertigstellung ist dabei prioritär“, heißt es in Ludwigs Schreiben weiter.

„Ich bin natürlich erleichtert“, sagt der spendable Sportfunktionär, der vor allem aus Umweltschutzgründen vehement gegen Kunstrasenplätze plädiert und inzwischen mehrere Befürworter aus der Politik umstimmen konnte. Sogar Heinz-Günter Bargfrede und Klaus Rinck – beide CDU, beide Mitglieder des Rotenburger SV – wichen jetzt von ihrer Pro-Kunstrasen-Auffassung ab. „Für Kunstrasen gibt es keine Mehrheit in dieser Legislaturperiode“, erklärt Bargfrede und verweist darauf, dass sich unter anderem Gilberto Gori (SPD) mittlerweile wegen der Mikroplastik-Problematik vom Kunstrasenplatz abgewandt hätte. „Es ging plötzlich um die Frage: Winterrasen oder gar nichts? Der Winterrasen ist zumindest eine Verbesserung gegenüber dem jetzigen Zustand“, so Bargfrede, der nicht mehr auf den Ratsbeschluss pocht, beide Platzvarianten zu besichtigen.

Beim Rotenburger SV, Hauptnutzer der Sportanlage, kommt die klare Positionierung pro Winterrasen überraschend. „Vor allem, dass es so schnell durchgewunken wird“, wundert sich Henning Schwardt, RSV-Jugendleiter und neuer Vorsitzender des JFV Rotenburg. Er betont: „Uns geht es nicht um Politik, sondern um Sport. Wenn es funktioniert, ist es ja wunderbar. Dann lassen wir uns eines Besseren belehren. Aber dass ein Winterrasen vergleichbar mit einem Kunstrasen bespielbar ist, hat uns noch keiner versichert. Ich habe da große Zweifel. Wir wurden auch nicht richtig mit ins Boot geholt.“

Rolf Ludwig ist wiederum überzeugt vom Naturrasen und glaubt, dass sich die Diskussion bald erledigt hat. „Die Fußballvereine werden ihre Meinung ändern und dankbar sein“, meint er.

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