Einjährige Verzögerung bei Projekt in der Ahe / „Zeit und Nerven gekostet“

Winterrasen kommt erst 2021

Aus Asche wird Gras: Auf rund 7 000 Quadratmetern entsteht der neue Platz mit Winterrasen auf dem Ahe-Sportgelände.
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Aus Asche wird Gras: Auf rund 7 000 Quadratmetern entsteht der neue Platz mit Winterrasen auf dem Ahe-Sportgelände.

Rotenburg – Die Fußballer in Rotenburg müssen sich noch deutlich länger als erwartet gedulden. Denn: Wie am Mittwoch nach einer erneuten Baubesprechung herausgekommen ist, verzögert sich das Projekt Winterrasen um knapp ein Jahr. Eigentlich hätte das Vorhaben dieser Tage beendet werden sollen. Doch aus diesem Plan ist bekanntlich nichts geworden.

Die Corona-Krise und unzählige offene Fragen hätten den Zeitplan vollends umgeworfen – „leider“, wie Bürgermeister Andreas Weber auf Nachfrage kommentiert. Der Sozialdemokrat war im Mai noch von einer Verzögerung, die höchstens zwei bis drei Monate beträgt, ausgegangen. Die Realität sieht jedoch anders aus. Erst im Frühjahr 2021, also ziemlich genau ein Jahr verspätet, kann die Saat, Deutsches Weidelgras (Lolium), voraussichtlich auf dem neuen Untergrund ausgetragen werden. Dieser soll anschließend über eine hohe Scherfestigkeit und Wasserdurchlässigkeit verfügen. So lautet zumindest der Plan.

„Es ist gut, dass wir uns jetzt zeitlich wieder an groben Terminen orientieren können. Mit der Lösung bin ich daher sehr einverstanden“, erklärte Rolf Ludwig. Er beteiligt sich mit seiner gleichnamigen Stiftung mit 250 000 Euro (!) an dem Projekt. Das ist totz der enormen Verzögerung auch weiterhin der Plan. „Aber ich bin ehrlich: Ich habe mehrfach überlegt, das Geld wieder zurückzuziehen“, offenbart er und ergänzt: „Wenn sich etwas aufgrund der Corona-Krise um sechs bis acht Wochen verschiebt, habe ich da vollstes Verständnis für.“ Aber ein Jahr? „Puh ... Das hat mich alles Zeit und Nerven ohne Ende gekostet“, hat Ludwig einmal mehr gezeigt, dass er für den Heimatsport jederzeit mehr als „nur“ Geld investieren würde.

Insgesamt soll das Vorhaben übrigens 450 000 Euro kosten – „an dem Kostenrahmen hat sich trotz der zeitlichen Verzögerung nichts verändert“, betont Bürgermeister Weber. Zusätzlich zur zweckbezogenen Spende von Ludwig rechnet die Stadt mit Fördergeldern von Landessportbund und Landkreis in Höhe von rund 45 000 Euro. Insgesamt sind zudem gut 150 000 Euro im Haushalt bereitgestellt.

Mit diesem Geld ist nicht nur der Umbau des Tennenplatzes in den sogenannten Winterrasen gedeckt. Zusätzlich ist damit auch die Modernisierung der Fluchtlicht-Masten im Ahe-Stadion finanziert. Wie genau diese ablaufen wird, „ist allerdings noch nicht abschließend geklärt“, erklärt Weber. Der Plan der Stadt sei es, möglichst vier neue Masten mit LED-Strahlern zu realisieren. „Wir wollen für die Nachbarn so wenig Beeinträchtigung wie nur möglich“, stellt er klar. Zudem lege der Bürgermeister großen Wert darauf, dass sich mit Blick auf den Umweltschutz von den Halogen-Metalldampflampen, die bislang in der Ahe im Betrieb sind, verabschiedet wird.

Wie auch immer: Die Arbeit von Dieter Grundmann aus Sarstedt, dessen Planungsbüro den Auftrag erhalten hatte, ist damit getan. Das Leistungsverzeichnis ist so gut wie fertig und alle Anforderungen geprüft. Ab sofort übernimmt der einst als „Rasenpapst“ betitelte Clemens Mehnert aus Mindelheim im Allgäu in Zusammenarbeit mit dem städtischen Bauhof. Bis Ende November soll das Organisatorische geklärt sein. In den Wintermonaten wird die Drainage verlegt, ehe im Frühjahr das Deutsche Weidelgras ausgesäet wird. So weit der Plan.

Von Lea Oetjen

Genaues Auge: Dieter Grundmann aus Sarstedt, dessen Planungsbüro den Auftrag erhalten hatte, guckt sich beim Ortstermin im Frühjahr die Fluchtlicht-Masten ganz genau an. Seinen Anteil am Projekt hat er mit der Fertigstellung des Leistungsverzeichnis erledigt.
Ich bin ehrlich: Ich habe mehrfach überlegt, das Geld wieder zurückzuziehen.

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