Oberliga-Handballer stimmen über Spielbetrieb ab

Beim Tischtennis gehen die Lichter aus

Deckenbeleuchtung in der Pestalozzihalle.
+
Es wird langsam dunkel: Nach und nach bleiben immer mehr Lampen – wie hier in der Pestalozzihalle – aus, da die Vereine und Verbände den Spiel- und teilweise auch den Trainingsbetrieb aussetzen.

Während beim Tischtennis bis Ende Januar alles ruht, stimmen die Oberliga-Vereine beim Handball über die Fortsetzung des Spielbetriebes ab.

Rotenburg – Gingen die Lichter Mitte Oktober in der Pestalozzihalle noch während der Oberliga-Partie der Handballer des TuS Rotenburg aus technischen Gründen aus, werden sie in den kommenden zwei Monaten in den diversen Sportarten aufgrund von verschärften Corona-Maßnahmen aus bleiben. Die nämlich veranlassen immer mehr Verbände, den Spielbetrieb meist bis Ende Januar auszusetzen. Während die Tischtennisspieler sich endgültig in die Winterpause verabschiedet haben, bieten die Handballer und Basketballer weiterhin Trainingseinheiten an – jedoch unter 2Gplus.

Diese Bedingung gilt seit heute. Denn: Im Kreis Rotenburg wie auch in nahezu allen anderen Regionen in Niedersachsen wurde die Warnstufe 2 erreicht, die diese Vorgabe beinhaltet. Heißt: Sport nur für geimpfte oder genesene Personen, die auch tagesaktuell getestet sind. Da aber „aktuell in weiten Teilen des Landes nur wenige Möglichkeiten für die Inanspruchnahme von PoC-Antigen-Tests existieren (schon gar nicht kurzfristig), ist die Aufrechterhaltung eines nicht stark wettbewerbsverzerrenden Punktspielbetriebes aus der Sicht vieler Vereine kaum möglich“, nennt der Tischtennis-Verband Niedersachsen (TTVN) den Hauptgrund für die Unterbrechung bis zum 31. Januar 2022, der unter anderem auch die Landesliga-Herren des TuS Kirchwalsede betrifft. Ihr Teamsprecher Tobias Müller meint dazu: „Es ist nur richtig, dass man mitzieht.“ Vereinzelt seien bereits Spiele „kampflos über die Bühne gegangen“, da Mannschaften nur mit vier Spielern angetreten waren. Die restlichen Partien der Hin- werden nun in die Rückrunde gelegt. Müller fügt zudem an: „Wenn die Spiele gespielt sind, kann auch die einfache Runde gewertet werden.“

Jeersdorf stellt den Sportbetrieb komplett ein

Aufgrund der ab heute geltenden 2Gplus-Regel hat sich der SV Jeersdorf dafür entschieden, „ab 01.12.2021 den Sportbetrieb für dieses Jahr komplett einzustellen“. Das verkündete der erste Vorsitzende Frank Rathjen in einem Schreiben an die Mitglieder, das zudem auf der eigenen Facebook-Seite gepostet wurde. Aufgrund der Regelung, nur getestete oder genesene Personen, die auch tagesaktuell getestet sind, zum Sport zuzulassen, „würden wir weitere Personengruppen ausschließen müssen. Dies widerspricht deutlich unserer Auffassung von der Bedeutung eines Sportvereines“, heißt es weiter. hd

So weit sind die Verantwortlichen beim Handball-Verband Niedersachsen (HVN) noch nicht. Der schaltete sich am Montagabend erst einmal mit „125 Leuten“ zusammen, wie Rotenburgs Teammanager Johann Knodel, der selbst teilnahm, berichtet. „Es wurde viel diskutiert. Manche waren dafür, manche dagegen“, den Spielbetrieb fortzuführen. Er selbst findet: „Bei gesundem Menschenverstand darf es nicht weitergehen.“ Vereinbart wurde aber nur, dass alle Teilnehmer über einen Link über die Fortsetzung abstimmen sollen. Ein Ergebnis solle dann nach 48 Stunden präsentiert werden.

Nach der Absage durch den Niedersächsische Basketballverband (NBV) bis zum 31. Dezember – wir berichteten – will Utz Bührmann, Vorstandsmitglied der Hurricanes, den Trainingsbetrieb zunächst weiterhin aufrecht erhalten: „Für die U 18 werden wir das Training weiter anbieten. Das ist ja ohne großen Aufwand möglich“, da die Kinder und Jugendlichen nicht unter die 2Gplus-Regel fallen. Lediglich der Trainer müsse sich tagesaktuell testen – wie eben auch alle anderen aktiven Erwachsenen der Herren- sowie Damen-Teams der Hurricanes. Die müssen entweder an einen Termin kommen oder „in der Halle unter Aufsicht sich testen lassen“. Das würde „zusätzlich dokumentiert werden“, erklärt Bührmann. Der Verein habe zwar die benötigte „Manpower“, das umzusetzen, er wisse aber auch um den großen Aufwand für alle Beteiligten. Und so lautet sein Fazit: „Wer es kann und wer es möchte“, darf weiterhin trainieren, sofern die Hallen offen bleiben. Dies habe Tobias Harms von der Stadt Rotenburg ihm zumindest für die Städtischen zugesichert.

Während die Handballer es ebenfalls „versuchen, den Betrieb aufrecht zu erhalten“, wie Knodel es beschreibt, ist man sich beim TuS Kirchwalsede einig, dass selbst Trainingseinheiten unter 2Gplus zu einem zu großen organisatorischen Aufwand führen. „Es gibt ja nicht genügend Testkapazitäten“, berichtet Müller von der Suche nach einem Termin. Und so war es (wahrscheinlich) am Montagabend vorerst das letzte Training in diesem Jahr. Immerhin: „Es gab vom Trainer für jeden einen Nikolaus aus Schokolade“, berichtet der Teamsprecher der Herren. Eine schöne Geste für die Kinder, aber für die Sportgemeinschaft im Altkreis nur ein kleiner Tropfen auf dem heißen Stein ...

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Hansi Bargfredes alte Liebe zum FC St. Pauli flammt neu auf

Hansi Bargfredes alte Liebe zum FC St. Pauli flammt neu auf

Hansi Bargfredes alte Liebe zum FC St. Pauli flammt neu auf
Nach dem Nein des Gerichtes zu 2G: Vereine planen Vorgehen

Nach dem Nein des Gerichtes zu 2G: Vereine planen Vorgehen

Nach dem Nein des Gerichtes zu 2G: Vereine planen Vorgehen
Rosemeyer-Schwestern im Duell: „Ein kleines Lächeln zwischendurch“

Rosemeyer-Schwestern im Duell: „Ein kleines Lächeln zwischendurch“

Rosemeyer-Schwestern im Duell: „Ein kleines Lächeln zwischendurch“
Stefan Hüdepohl: „Die unklaren Vorgaben sind das Hauptproblem“

Stefan Hüdepohl: „Die unklaren Vorgaben sind das Hauptproblem“

Stefan Hüdepohl: „Die unklaren Vorgaben sind das Hauptproblem“

Kommentare