Rotenburger Tarik Burina wird beim 0:6 verbal attackiert

„Willst du welche auffe Fresse haben?“

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Der Moment, in dem Lukas Rüpke die entscheidende Frage stellt: „Willst du welche auffe Fresse haben?“

Rotenburg - Von Matthias Freese. Es fehlte nicht viel und aus der Tennishalle am Nobelsteder Weg wäre kurzerhand eine Box-Arena geworden. „Willst du welche auffe Fresse haben?“ fragte Lukas Rüpke vom TV Ost Bremen seinen Kontrahenten Tarik Burina vom gastgebenden TC GW Rotenburg.

Der lehnte ab, kam in dieser aufgeheizten Atmosphäre jedoch aus dem Konzept und verlor das Spitzeneinzel mit 2:6, 4:6. Am Ende hieß es in der Tennis-Oberliga 0:6 aus Rotenburger Sicht.

Rüpkes Frage, die eher eine Drohung war, fand allerdings Eingang in den Spielberichtsbogen. „Darauf habe ich bestanden, damit die anderen Mannschaften sehen, wie der drauf ist. Irgendwann hört der Spaß auf“, erklärte Tarik Burina.

Im Duell der beiden 19-Jährigen hatte der Rotenburger mit 2:1 geführt, als es kribbelig wurde. Ein Netzkantenball von ihm sprang „mitten auf die Linie“ – doch Rüpke sah es trotz Nachfrage anders und verweigerte jede Diskussion. „Alter Schwede“, meinte Burina, vermutete taktische Spielchen und revanchierte sich beim folgenden Aufschlag des Bremers. Diesen gab er aus, „obwohl er mitten im Feld war“, wie Burina später einräumte. „Aber ich hab’s gemacht, damit er sieht, dass es so nicht geht.“ Rüpke knallte den Ball zurück in Richtung seines Widersachers und eilte erregt ans Netz, um dem Rotenburger seine Art der Konfliktbewältigung anzubieten. Auch Zuschauer, insbesondere mitgereiste Fans des TV Ost, mischten sich ein. Schließlich gab es zwei Neue, verbunden mit Burinas Bitte: „Lass’ uns vernünftig weiterspielen.“

Doch die Konzentration beim Grün-Weißen war dahin: „Das hat nur mir geschadet.“ Erst im zweiten Satz fand Burina zwischenzeitlich zu seinem aggressiven Spiel zurück und breakte zur 4:2-Führung. „Von der Grundlinie bin ich eigentlich der bessere Spieler, aber ich habe schlecht aufgeschlagen“, erklärte er das 2:6, 4:6.

Insgesamt ging an diesem Tag nicht ein Satz an die Rotenburger. Semir Burina unterliefen zu viele Unforced Errors beim 3:6, 4:6 gegen den Polen Jakub Piter, während Dennis Woerts keine echte Siegchance gegen Bremens Spielertrainer Lars Graubohm besaß (4:6, 2:6). Anders Lars Rademacher im Spiel der „Vierer“ gegen den Sottrumer Rico Hesse. Beim 5:7, 3:6 breakte er im zweiten Satz zwei Mal, kassierte aber prompt das Re-Break. Nach der Abwehr von drei Matchbällen musste auch er sich geschlagen geben. Die Doppel waren dann eine klare Sache für die Gäste. Semir Burina/Woerts unterlagen Rüpke/Graubohm (3:6, 0:6), Tarik Burina/Rademacher gegen Piter/Hesse (3:6, 1:6).

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