Mankertz beendet mit Dreiern das Bangen

Wilkinson beim 62:56 mit einem „Wow“ zurück

Anacia Wilkinson (Mitte) streckt ihren rechten Arm Richtung Ball. Chiara Schmieder (l.) duckt sich weg, Lilli Fröhlich schaut zu.
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Mit ihrer Präsenz unter dem Brett war Anacia Wilkinson (Mitte) in der zweiten Halbzeit entscheidend für die Wende. Hier setzt die Centerin sich gegen Chiara Schmieder (l.) und Lilli Fröhlich durch.

Kurz vor Schluss coachte Pia Mankertz auf einmal ihre Mannschaft. Zudem feierte Centerin Anacia Wilkinson ein starkes Comeback gegen Chemnitz.

Rotenburg – Auf einmal hielt Pia Mankertz das Taktikboard in den Händen und alle hörten der Kapitänin zu, auch Trainer Christian Greve. Etwas mehr als zwei Minuten waren noch zu spielen, die Crunchtime längst angebrochen und die Zweitliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes nutzten die von den ChemCats Chemnitz genommene Auszeit, um die letzten Schritte zum Sieg zu besprechen. „Manche Sachen sieht man auf dem Feld anders als von außen. Ich bin froh, dass Christian mir das Board schnell in die Hand gedrückt hat – wir können ja ganz gut miteinander“, erklärte Mankertz nach dem Spitzenspiel den „Rollentausch“. Am Ende stand ein 62:56 (22:23)-Heimsieg in der Pestalozzihalle, wenn auch ein mühsamer.

„Coach“ Pia Mankertz: Mit dem Taktikboard in der Hand erklärt die Kapitänin ihre Idee.

Die 31-jährige Mankertz war die eine entscheidende Figur in diesem Spiel, weil sie gerade in der Schlussphase mit zwei Dreiern Chemnitz endgültig den Stecker zog und zuvor viele wichtige Pässe gespielt hatte. „Mehr kann man das Kapitänsamt nicht ausfüllen“, betonte Greve. Nicht minder unwichtig war aber Centerin Anacia Wilkinson, die nach achtwöchiger Verletzungauszeit ein beachtliches Comeback und mit 23 Punkten sowie 13 Rebounds gleich mal ein Double-Double hingelegt hatte. „Ehrlich?“, mochte die US-Amerikanerin die Ausbeute zunächst nicht recht glauben, ehe sie einen Blick auf den Statistikbogen warf: „Wow!“

Schon im dritten Viertel war Wilkinson maßgeblich beteiligt, als ihr Team trotz eines Elf-Punkte-Rückstandes noch ausglich – sie traf unter anderem zum 43:43 (30.). Nachdem Hannah Pakulat noch per Dreier das 48:48 erzielt hatte (33.), Chemnitz aber wieder auf 52:48 enteilte (36.), streute die Centerin der Hurricanes sieben Punkte am Stück rein und brachte damit die erneute Wende, die Mankertz vollendete. „Es war gut, großartig“, freute sich Wilkinson, endlich wieder auf dem Feld zu stehen – und das gar mit der längsten Einsatzzeit, knapp 36 Minuten. „Ich bin unfassbar froh über Anacias Comeback. Sie hat wahnsinnig gekämpft“, betonte ihr Coach.

Wieder gemeinsam auf dem Feld – und erfolgreich: Anacia Wilkinson (l.) und Hannah Pakulat.

Allerdings lief vieles in diesem Match überhaupt nicht wie geplant. So spielten die Hurricanes eine so offensivschwache erste Viertelstunde wie wohl nie zuvor – gerade einmal sieben Punkte gelangen, ehe Mankertz per Dreier auf 10:19 verkürzte (16.). Zu diesem Zeitpunkt nicht auf dem Feld: Toshua Leavitt, die Greve bereits in der siebten Minute ausgewechselt hatte – erst mit Beginn der zweiten Hälfte kam der Guard zurück. „Es ging um die Verteidigungsintensität. In der zweiten Hälfte war sie defensiv präsent“, betonte der Coach. Zudem hatte Leavitt in dieser Saison selten eine so hartnäckig verteidigende Gegenspielerin wie Nicole Brochlitz. „Sie hat ,Tosh‘schon sehr auf den Füßen gestanden“, fand auch Greve.

Als Erklärung für den lange Zeit enttäuschenden Auftritt der Hurricanes vor rund 140 Zuschauern dient zudem die Tatsache, dass sie mit Wilkinson ihr Spielsystem komplett umgestellt hatten. „Es ist ein ganz anderes Spiel. Ohne sie haben wir ja quasi mit fünf Leuten außen gespielt, von denen Leonie (Rosemeyer, Anm. d. Red.) dann zum Korb gezogen ist“, erklärte Mankertz. So dauerte die Umstellung auch eine Zeit. „Am Ende haben wir wieder mehr über innen gespielt“, bemerkte die Kapitänin – was wiederum wichtig war, weil Chemnitz aus der Distanz eng dran war und ohnehin gut verteidigte. „Wir haben aber auch zu viele blöde Fehler gemacht und viele Ballverluste gehabt. Auch das Pick and roll hat noch nicht so funktioniert“, räumte Mankertz ein. „Als wir die Fehler abgestellt haben, lief es.“ Ob solch ein „schmutziger“ und hart erkämpfter Sieg letztlich schöner als ein deutlicher Erfolg ist, wollte Christian Greve so jedoch nicht bestätigen. „Aber wertvoller ist er, gerade bei der Tabellensituation.“

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