Live-Erlebnis vor 38 Jahren

Zlatan Burina erinnert sich daran, wie Maradona 1982 in Belgrad zauberte ...

Für Zlatan Burina war der Auftritt von Maradona 1982 in Belgrad ein Erlebnis, das sich eingeprägt hat.
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Für Zlatan Burina war der Auftritt von Maradona 1982 in Belgrad ein Erlebnis, das sich eingeprägt hat.

Rotenburg – Allzu viele Menschen in dieser Region sind nicht in den Genuss gekommen, die am Mittwoch verstorbene Fußball-Legende Diego Armando Maradona live zu erleben. Klar, ein paar haben den Argentinier damals, am Nikolaustag 1989, im Weserstadion im Trikot des SSC Neapel gesehen – das 1:5 beim SV Werder im Uefa-Pokal war nicht gerade eine seiner Sternstunden, die Bremer Fans sangen „Diego, Diego, hahaha“. Bereits sieben Jahre zuvor gehörte Zlatan Burina, der Tennistrainer des TC GW Rotenburg, im damaligen Jugoslawien wiederum zu den rund 120 000 Zuschauern, die Maradona in Belgrad bei einem seiner Galaauftritte bewundern durften – damals beim 4:2 im Trikot des FC Barcelona, an der Seite von Bernd Schuster.

Burina, der seinerzeit in seiner Heimatstadt Tuzla noch studierte, nahm die rund dreistündige Anreise am 20. Oktober 1982 zusammen mit einem Freund gerne in Kauf, war er doch sonst auch regelmäßig im Belgrader Marakana-Stadion, das seinen Namen aufgrund der Ähnlichkeit zum Original in Brasilien trägt. „Wir hatten einen Stehplatz, du hattest kaum Luft zum Atmen. Vor dem Stadion waren ohne Ende Polizisten auf Pferden. Wir waren zweieinhalb Stunden vorher drin – da hätten sie es eigentlich schon zumachen können.“ Doch immer mehr Menschen strömten hinein – um Maradona zu erleben. „Ich wollte ihn ja auch unbedingt sehen“, erinnert sich Burina. Er wurde nicht enttäuscht: „Mich hat er fasziniert. Ich habe noch heute viele Aktionen von ihm im Kopf.“ Vor allem das Tor, das der Superstar nach einem Sololauf per Lupfer über Keeper Aleksandar Stojanovic hinweg erzielte – noch hinter der Sechzehnergrenze stehend. „Die Flugkurve lässt sich schwerlich beschreiben, zur Nachzeichnung stellt man sich am besten einen von Obelix’ Hinkelsteinen vor“, schilderte „Der Tagesspiegel“ die Szene noch vor zwei Jahren. „Er hat aus vollem Lauf gelobt“, umschreibt es Burina im Tennisjargon. „Erst herrschte Stille im Stadion, dann gab es Applaus.“ Auch von den Belgrader Fans.

„Ich habe viele Spiele live gesehen, auch Bayern München damals mit Rummenigge in Belgrad. Aber Maradona war einfach noch mal etwas ganz anderes. Ich hatte immer das Gefühl, dass ihm kein Mensch den Ball abnehmen konnte“, schwärmt Burina immer noch. Logisch, dass er sich die Szene des Spiels, die auf keinem Foto festgehalten ist, als Video auf Youtube schon mehrfach angeschaut hat. Dabei bedarf es eigentlich gar keiner Auffrischung der Erinnerungen. „Das habe ich bis heute nicht vergessen“, sagt er.

Von Matthias Freese

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