Walsede scheitert mit 1:3 am MTV Hesedorf

„Auf Relegation keine Lust mehr“

Walsedes Abdullah Heidary (l.) ist entwischt, Mitspieler Julius Niederschulte (r.) folgt. Doch letztlich kam offensiv zu wenig. - Fotos: Freese
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Walsedes Abdullah Heidary (l.) ist entwischt, Mitspieler Julius Niederschulte (r.) folgt. Doch letztlich kam offensiv zu wenig. 

Westerwalsede - Von Matthias Freese. In den Schlussminuten stützte sich Uwe Henke auf der Mittellinienfahne ab. Gestik und Mimik verrieten, dass auch beim Trainer des FC Walsede zu diesem Zeitpunkt die Hoffnung längst der Realität gewichen war. Sein Vizemeister verbleibt in der 1. Fußball-Kreisklasse Süd. Im finalen Relegationsspiel vor 600 Zuschauern in Westerwalsede unterlagen die Gastgeber dem MTV Hesedorf mit 1:3 (1:1). Der Zweite der Nord-Staffel feierte damit den Kreisliga-Aufstieg, während Henke nur der Blick in die Zukunft blieb: „Wir greifen wieder an.“

Hinterher suchten sie nach Erklärungen – und kamen beim FC Walsede doch alle auf diese ewig lange Nachspielzeit der ersten Halbzeit zu sprechen, in der der Ausgleich mit dem Pausenpfiff fiel. „Das 1:1 war fast schon der Genickbruch“, fand Flügelläufer Nils Lüning. „Das hat die Jungs gewaltig runtergezogen“, stellte auch Henke fest. „Die waren in der Kabine schon sehr geknickt.“ Sage und schreibe sechseinhalb Minuten hatte Referee Mario Ernst (SV Horstedt) auch aufgrund der Trinkpause nachspielen lassen – viel mehr als angezeigt. So durfte Hesedorf nicht nur eine Ecke ausführen, sondern auch noch die zweite hinterher. „Der erste Eckball war schon über der Zeit, dann lässt er noch den zweiten ausführen, auch wenn es vom Regelwerk her okay ist“, merkte Mittelfeldfeldspieler Klaas Tietjen an. Bitter für Walsede: Der Klärungsversuch von Lüning traf ausgerechnet Mitspieler Malte Norden – so flog der Ball ins Netz.

Während Benneth von Frieling noch nachsetzt, schlägt Keeper Nils Kieslich die Hände vors Gesicht – das 1:0 für den FC Walsede.

Vorbei die zwischenzeitliche Euphorie, die das nicht minder kuriose Führungstor ausgelöst hatte. Hesedorfs Keeper Nils Kieslich hatte in der 25. Minute Walsedes Goalgetter Benneth von Frieling angeschossen. Es war die erste echte Chance für die bis dato spielerisch unterlegenen Platzherren, die dadurch mutiger wurden und durch von Frieling fast erhöht hätten (35.). Die zahlreichen und lautstarken Hesedorfer Fans waren kurzzeitig spürbar leiser geworden. Übrigens hatten sie im Gegensatz zur Partie gegen den TSV Karlshöfen auf Pyrotechnik verzichtet (ein Hinweisschild am Eingang hatte auf mögliche Konsequenzen hingewiesen) und waren auch beim Anfeuern fair geblieben. Und mit dem Ausgleich kehrten sie zur alten (Laut-) stärke zurück.

Klare Ansage: Pyrotechnik ist in Westerwalsede nicht erlaubt.

Aufgrund der Torbilanz reichte Walsede ein Remis nicht zum Aufstieg. Da jedoch die meisten Pässe in die Spitze zu unpräzise waren, stellte Henke in der 64. Minute um und brachte Marco Scherweit, um Bernd Böhling mit nach vorne zu schicken. Doch nur kurz darauf sorgte ein Fehlpass dafür, dass Kristian Eichelkraut das Hesedorfer 2:1 durch Daniel Tiedemann vorbereiten konnte (66.). Bernd Böhling besaß noch die Chance zum Ausgleich, legte aber zu uneigennützig auf von Frieling quer (72.). Mit dem 3:1 durch Matthis Bark (81.) waren Walsedes Aufstiegsträume endgültig geplatzt. Die erste Niederlage nach 18 ungeschlagenen Spielen stand fest. Walsede scheiterte damit zum zweiten Mal in Folge in der Relegation.

„Hesedorf ist der verdiente Sieger. Das muss man anerkennen“, gestand Walsedes Fußball-Boss Rüdiger Dittmer unmittelbar nach dem Abpfiff. „Das blöde Gegentor zum ungünstigsten Zeitpunkt saß zu sehr in den Köpfen.“ Allerdings war Dittmer auch einer der Ersten, der den Optimismus wiederfand und betonte: „Wir versuchen es nächstes Jahr wieder. Aber dann machen wir den Meister. Auf Relegation haben wir keine Lust mehr, das können wir nicht.“

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