Westerholzer Hans-Dieter Vernimb 800 Kilometer auf dem Jakobsweg unterwegs

„Du hast nur dich selbst“

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Hans-Dieter Vernimb ist stolz auf seine Urkunde, die er nach der Ankunft in Santiago de Compostela bekommen hat.

Westerholz - Von Mareike Ludwig. Er kann es noch immer nicht richtig fassen, was er eigentlich geleistet hat. In 36 Tagen ist der Westerholzer Hans-Dieter Vernimb den 800 Kilometer (!) langen Jakobsweg von Saint-Jean-Pied-de-Port in Frankreich bis ins spanische Santiago de Compostela gepilgert. Ausgerüstet mit einem zehn bis zwölf Kilogramm schweren Rucksack und Wanderstöcken war der ehemalige Fußball-Trainer des SV Hamersen und des SV RW Scheeßel bei Wind und Wetter unterwegs.

Bereits zum vierten Mal war Vernimb nun schon auf dem Camino de Santiago (spanischer Name des Jakobwegs, Anm. d. Red.) unterwegs. Doch jetzt war die Tour etwas Besonderes für den 63-Jährigen, schließlich ist er den gesamten Pfad gepilgert. Auch den höchsten Punkt der Strecke – das Cruz de Ferro liegt 1517 Meter hoch – meisterte der leidenschaftliche Wanderer. „Dort oben zu stehen war ein überwältigendes Gefühl“, erinnert sich Vernimb. Anschließend ging es wieder steil bergab bis auf 500 Meter. „Der Weg ist eine echte Herausforderung für Körper und Geist. Ich hatte aber nie den Gedanken, aufgeben zu müssen“, sagt der gebürtige Lübecker, der seit 2006 in Westerholz lebt.

Während des Pilgerns hatte Vernimb viel Zeit zum Nachdenken. Bewusst hatte er sich dazu entschlossen, allein unterwegs zu sein. „Du hast nur dich selbst. Auch über meine Fußball-Laufbahn habe ich mir natürlich meine Gedanken gemacht“, verrät Vernimb, der zu dem Entschluss gekommen ist, dass ein weiteres Engagement als Coach nicht mehr infrage kommt. „Damit bin ich durch. Ich wüsste auch gar nicht, welchen Verein ich in der Gegend übernehmen sollte“, erklärt der C-Lizenzinhaber.

Im Schnitt standen täglich 20 bis 30 Kilometer auf dem Programm. Obwohl Vernimb erst vor einigen Jahren mit dem Wandern begonnen hatte („vorher war ich richtig faul und träge“), hatte er nur die ersten Wochen Fußschmerzen und Muskelzucken. Die kleinen Wehwehchen waren am nächsten Tag aber wieder verflogen. „Abends habe ich oft gedacht, dass nichts mehr geht. Am nächsten Morgen war aber wieder alles gut. Ich bin immer motiviert und voller Freude losmarschiert“, blickt Vernimb zurück.

Dass der ehemalige Trainer Fußballer durch und durch ist, wird vor allem dadurch deutlich, dass er die Ankunft an der Kathedrale von Santiago de Compostela mit einem packenden Spiel vergleicht: „Die Ankunft ist wie eine bereits verloren geglaubte Partie, die in den letzten zwei Minuten doch noch gedreht wird. Da begreift man auch nicht, was gerade geschehen ist.“

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